Beschäftigung ausländischer Fachkräfte

Der Fachkräftebedarf der Unternehmen lässt sich bei immer mehr vom Arbeitsmarkt gefragten Qualifikationen allein mit einheimischen Potenzialen nicht mehr decken. Daher setzt sich die IHK gegenüber der Politik für erleichterte Zuwanderungsbedingungen für dringend benötigte Fachkräfte ein.

Zudem arbeiten wir aktiv an der Verbesserung der Willkommenskultur mit und informieren unsere Mitgliedsunternehmen über aktuelle Möglichkeiten der Fachkräfteakquise aus dem Ausland sowie über entsprechende Projekte, Aktivitäten und Fördermöglichkeiten.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (ab März 2020)

Im Juni 2019 haben Bundestag und Bundesrat zahlreiche Gesetzesänderungen im Rahmen des so genannten „Migrationspakets“ beschlossen. Darunter ist das in der Öffentlichkeit am stärksten diskutierte Gesetzesvorhaben, das „Fachkräfteeinwanderungsgesetz“, das am 1. März 2020 in Kraft treten wird und die Einwanderung von beruflich qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten erleichtert.

Beschleunigtes Verfahren nach § 81a Aufenthaltsgesetz

Mit dem neuen beschleunigten Fachkräfteverfahren haben Arbeitgeber die Möglichkeit, für die Einreise einer bestimmten Fachkraft aus dem Ausland eine so genannte Vorabzustimmung der Ausländerbehörde zu einem Visum zu erhalten. Unter Vorlage dieser Vorabzustimmung bei der deutschen Auslandsvertretung wird das Visumsverfahren beschleunigt durchgeführt. Das beschleunigte Verfahren ist kostenpflichtig und nimmt mindestens fünf Monate in Anspruch.

Das beschleunigte Fachkräfteverfahren basiert auf einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und der Ausländerbehörde. Der Arbeitsgeber ist in diesem Verfahren der Bevollmächtigte der Fachkraft und er ist seinerseits Ansprechpartner für die Ausländerbehörde.

Beratung und Information von Unternehmen

Fachinformationszentrum Zuwanderung Leipzig
Georg-Schumann-Str. 173
04159 Leipzig
Telefon: 0341 580 88 20 20
E-Mail: fizu-leipzig@exis.de


Weitere Themen

  • Gehaltsuntergrenzen für die Blaue Karte EU im Jahr 2020
  • Positivliste der Bundesagentur für Arbeit für Engpassberufe

Die Blaue Karte EU bleibt als Aufenthaltstitel weiterhin erhalten. Die Rechengrößen der Sozialversicherung - und hier konkret die aktuell gültige Betragsbemessungsgrenze West der allgemeinen Rentenversicherung - bilden deutschlandweit die Grundlage für die Festlegung der Mindestgehälter für die Erteilung der Blauen Karte EU. Somit beträgt das Mindestjahresgehalt im Jahr 2020 für die Blaue Karte EU 55.200 Euro. Für Mangelberufe nach § 2 Absatz 2 Satz 1 Beschäftigungsverordnung beträgt das Mindestjahresgehalt 43.056 Euro.

Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt unter Zuhilfenahme ihrer Engpassanalyse Engpassberufe und stellt eine Positivliste zusammen. Diese wird regelmäßig an die Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland angepasst.

Die Zustimmung zur Beschäftigung von Drittstaatlern in diesen Engpassberufen wird durch die Bundesagentur für Arbeit erteilt, wenn die Arbeitsbedingungen der zu besetzenden Stelle nicht ungünstiger sind als die vergleichbarer inländischer Beschäftigter.

Die Bundesagentur für Arbeit hat unter Berücksichtigung ihrer halbjährlichen Engpassanalyse erstmals eine Positivliste gemäß § 6 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2 Beschäftigungsverordnung: Zuwanderung in Ausbildungsberufe veröffentlicht.

Bei den Pflegeberufen bleiben von der Zulassung Fachkräfte aus den Ländern ausgeschlossen, in denen nach den Feststellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) selbst ein Mangel an Gesundheitsfachkräften besteht.



Ansprechpartner

Foto von André Grüner - Mitarbeiter Steuer- und Finanzpolitik und Geschäftsfeldmanager Standortpolitik
Steuer- und Finanzpolitik | Geschäftsfeldmanager Standortpolitik

André Grüner

E-Mail gruener@leipzig.ihk.de
Telefon 0341 1267-1259
Fax 0341 1267-1422