Region Leipzig vernetzt sich

Der Vertrieb über digitale Plattformen ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Die Corona-Situation hat dieser Entwicklung einen zusätzlichen Schub verliehen. Mit „Leipzig vernetzt“ hat auch die Stadt Leipzig eine Initiative zur nachhaltigen, digitalen Vernetzung ortsansässiger Unternehmen ins Leben gerufen.

Der B2B E-Commerce nimmt weiter Fahrt auf. Immer mehr Unternehmen – Hersteller und Händler – beschäftigen sich damit, wie sie ihre Produkte und Dienstleistungen über digitale Vertriebskanäle verkaufen können beziehungsweise wie sie diese Kanäle nutzen können, um den Verkauf über klassische Kanäle zu unterstützen. Laut der Studie „B2B-E-Commerce 2020 – Status quo, Erfahrungen und Ausblicke“ der ibi research an der Universität Regensburg GmbH wird jedoch noch zu oft der B2C-Ansatz als Blaupause für die B2B-Strategie verwendet. Strategische wie auch technische Lösungsansätze haben immer wieder einen starken Bezug zum Geschäft mit den (End)-Konsumenten. Dieses Vorgehen kann sich jedoch als „Stolperfalle“ herausstellen. Denn vieles kann nicht eins zu eins vom B2C-E-Commerce auf das Geschäft mit Unternehmen übertragen werden. Die Umsetzung dieser speziellen Anforderung in den verschiedensten Kanälen ist für viele Händler, Hersteller und Dienstleister eine große Herausforderung. Oft unterschätzt wird dabei der Blick auf das „große Ganze“. Strategische Überlegungen, der Einfluss auf die bisherigen Vertriebsstrukturen, die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden oder auch das Konkurrenzverhalten müssen im Vorfeld diskutiert werden. Erst wenn hier Klarheit herrscht, sollte man an die Umsetzung gehen.

Unternehmen, die ihre Produkte online anbieten möchten, sollten als erstes mit einem Experten eine fundierte interne und externe Bestandsaufnahme durchführen. Denn erst nach gründlicher und fachkundiger Analyse kann man beispielsweise die Nutzbarkeit der vorhandenen Produktdaten für den E-Commerce einschätzen und gegebenenfalls klären, was zu tun ist, um diese Daten beispielsweise in ein Shop-System einzuspielen oder auf einem digitalen Marktplatz zu nutzen. Der Aufwand für diese Themen wird immer wieder unterschätzt und führt dann oft zu einem nicht kalkulierten Mehraufwand. 

Die Ergebnisse der genannten Studie zeigen ebenfalls, dass vor allem Datenmanagement und -qualität über Erfolg oder Misserfolg eines E-Commerce-Projekts entscheiden. Die häufig noch manuellen Prozesse führen hier sowohl zu einem erhöhten Aufwand als auch zu erhöhter Fehleranfälligkeit. Standardisierung ist hier aber auch nicht das Allheilmittel, ermöglicht doch gerade die individuelle Umsetzung der Produktdatenpflege, sich vom Wettbewerb abzuheben. 

E-Commerce-Plattform für die Wirtschaftsregion Leipzig

Individualität und lokalen Bezug bietet die B2B-Plattform „Leipzig vernetzt“ (www.leipzig-vernetzt.de), die im Juli vergangenen Jahres ins Leben gerufen hat. Die technische Infrastruktur dafür stellt die Mercateo Gruppe mit ihrem B2B-Netzwerk Unite zur Verfügung. Mit „Leipzig vernetzt“ erhalten Händler, Produzenten und Geschäftskunden aus Leipzig, die katalogisierbare Produkte online kaufen oder verkaufen möchten, die Möglichkeit, sich unkompliziert einen digitalen Vertriebsweg zu erschließen und Teil eines wachsenden, branchenübergreifenden Netzwerks zu werden. Interessierte Unternehmen können ihre Produkte unter der genannten Webadresse vermarkten; parallel können sich potenzielle Kunden über die verfügbaren Angebote und Produkte Leipziger Firmen informieren.

Neu im Netzwerk

Wie kann mein Unternehmen ein digitales Netzwerk beziehungsweise digitale Vertriebskanäle aufbauen? Diese Frage beschäftigte Angela Clemenz schon seit längerem. Die Geschäftsführerin der DACO Leipzig GmbH war bereits im Sommer des vergangenen Jahres im Rahmen einer Veranstaltung von „Gemeinsam für Leipzig“ auf „Leipzig vernetzt“ aufmerksam geworden. „Schon damals fand ich die Idee prima, eine gemeinsame Plattform zu schaffen, auf der sich die lokale Wirtschaft gut vernetzen kann.“ Nicht zuletzt der coronabedingte zweite Lockdown führte dann dazu, dass die Frage der Schaffung einer digitalen Vertriebsmöglichkeit noch einmal höhere Priorität bekam. „Ich hatte noch die Kontaktdaten von Mercateo, rief dort an und dann ging alles ganz schnell“, berichtet Angela Clemenz, deren Unternehmen sich nunmehr in der Phase der technischen Anbindung an die B2B-Plattform befindet. „Mein persönlicher Ansprechpartner bei Mercateo nimmt sich dafür viel Zeit, beantwortet alle Fragen und geht ausführlich auf meine spezifischen Bedürfnisse als künftigem Netzwerkteilnehmer ein, was mir besonders wichtig ist“, sagt Angela Clemenz und ergänzt: „Der Fokus auf Leipzig und die Region ist deckungsgleich mit dem Tätigkeitsfeld der DACO GmbH. Daher sehe ich hier einen sehr effizienten Weg zur Gewinnung und weiteren Betreuung von Neukunden.“ 

Peter Ledermann, Vorstand der Mercateo Gruppe, kann das bestätigen: „Der erste Schritt ist, die bestehenden Kundenbeziehungen für das digitale Zeitalter fit zu machen. Und natürlich erschließt Digitalisierung auch eine ganz neue Reichweite.“

Einfacher Einstieg in die Digitalisierung

Die Anbindung an die B2B-Plattform „Leipzig vernetzt“ ist intuitiv angelegt, so dass jedes Unternehmen damit einen einfachen Einstieg in die Digitalisierung findet. Kunden kaufen direkt in den sogenannten BusinessShops der Händler und Hersteller ein. Der Unterschied zu ähnlichen Modellen ist, dass sich in „Leipzig vernetzt“ auch persönliche Geschäftsbeziehungen abbilden lassen, beispielsweise über einen persönlichen Kontakt, den jeder Händler angibt oder in dem für Kunden verhandelte Preise hinterlegt werden können. Statt also anonym bei irgendwem irgendwo einzukaufen, weiß man bei „Leipzig vernetzt“ genau, bei wem man einkauft und kann sich in Beratungs- oder Servicefragen direkt an einen persönlichen Kontakt wenden, der sogar in derselben Stadt sitzt.