Die Kernregion Mitteldeutschland umfasst das Gebiet der gewerblichen Kammern Halle-Dessau und Leipzig. In diesem Raum bestehen enge siedlungs- und infrastrukturelle sowie – damit verknüpft – wirtschaftliche Verflechtungen – insbesondere zwischen den Großstädten Halle (Saale) und Leipzig über die dazwischenliegende Bundesländergrenze hinweg. Ziel des jährlichen Berichts der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern der Region ist es, diese traditionelle Verflechtung der Wirtschaftsräume anhand von Strukturdaten und Ergebnissen von Konjunkturumfragen darzustellen und wirtschaftspolitische Handlungsbedarfe abzuleiten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind verlässliche und vergleichbare Daten notwendig, um aktuelle Veränderungen in Relation zur bisherigen Entwicklung einordnen zu können.

Wirtschaftliche Entwicklung der Kernregion Mitteldeutschland 2025

Einwohnerzahl sinkt leicht

Die Bevölkerungszahl in Mitteldeutschland ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Mit 2,178 Millionen Einwohnern lag sie zum Jahresende um 0,4 Prozent beziehungsweise rund 9.400 Personen unter dem Vorjahreswert. Wie bereits in den Vorjahren glichen die Wanderungsgewinne das Defizit aus Geburten und Sterbefällen noch weitgehend aus. In den kommenden Jahren wird dies nach den aktuellen Bevölkerungsprognosen jedoch zunehmend schwieriger werden.

Industrie: Rückgang beim Inlandsumsatz

Die Industrie in Mitteldeutschland musste nicht nur weitere Steigerungen bei Energie- und Arbeitskosten verkraften, sondern war im vergangenen Jahr erneut mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert. Der Gesamtumsatz im Bergbau und im Verarbeitenden Gewerbe ging 2025 in Mitteldeutschland daher leicht zurück. Mit einem Gesamtumsatz von 46,0 Mrd. Euro in den Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten wurde der Vorjahreswert um 1,0 Prozent verfehlt. Insbesondere der Inlandsumsatz fiel mit einem Rückgang von 2,4 Prozent schwächer aus. Zum Teil kompensiert wurde dies durch einen Anstieg des Auslandsumsatzes um 1,9 Prozent auf 17,9 Mrd. Euro. Entsprechend erhöhte sich die Exportquote auf 39,0 Prozent. Die Zahl der Unternehmen in dieser Größenklasse blieb mit 506 weitgehend konstant, ebenso wie die Beschäftigtenzahl, die sich nun auf 98.742 Personen beläuft.

Baugewerbe stabilisiert

Nach dem Rückgang im Vorjahr verzeichnete das Baugewerbe wieder steigende Umsätze. Zwar ist die Zahl der Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe erneut gesunken und liegt nun bei 307, doch die Beschäftigtenzahl stieg um 1,8 Prozent auf 16.948 Personen. Auch der Umsatz im Bauhauptgewerbe Mitteldeutschlands legte zu und erhöhte sich um 4,4 Prozent auf 3,33 Mrd. Euro. Das Ausbaugewerbe konnte ebenfalls Zuwächse verzeichnen: Mit einem Umsatz von 2,15 Mrd. Euro wurden 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr erzielt. Die Zahl der Unternehmen stieg leicht auf 294 (+7), und die Beschäftigtenzahl nahm um 2,8 Prozent auf 13.125 Personen zu. Die Umsatzsteigerungen sind vor dem Hintergrund eines im Bundesdurchschnitt um 2,4 Prozent gestiegenen Baupreisniveaus zu betrachten.

Beschäftigung sinkt, Arbeitslosigkeit steigt

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mitteldeutschland ist im Jahr 2025 zurückgegangen. Zur Jahresmitte waren mit 870.900 Personen rund 0,4 Prozent weniger Menschen in der Region beschäftigt als im Vorjahr. Gleichzeitig nahm die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent lag sie erneut über dem Niveau der Vorjahre. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Jahresdurchschnitt um 6,4 Prozent auf 93.388 Personen.

Weiterer Anstieg bei Unternehmensinsolvenzen

Krisen, Konjunkturflaute und strukturelle Standortprobleme sorgten für sinkende Gewinne und eine verschlechterte Finanzlage der regionalen Unternehmen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt seit zwei Jahren stetig an. Im vergangenen Jahr lag sie mit 513 Verfahren um 12,5 Prozent über Vorjahr. Grundsätzlich zeigt sich in der Unternehmensentwicklung Mitteldeutschlands seit 2022 eine zunehmende Unruhe. Steigende Gewerbean- und -abmeldungen deuten auf ein konjunkturell schwieriges Umfeld sowie auf strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft hin. Mit 14.756 Anmeldungen lag die Zahl um 7,8 Prozent über dem Vorjahr, während die 12.711 Abmeldungen einem Anstieg von 4,2 Prozent entsprechen. Im Saldo ergibt sich für das Jahr 2025 in Mitteldeutschland somit ein Zuwachs von 2.045 Gewerben.

Kaufkraft steigt nur nominal

Die Kaufkraft der Einwohner Mitteldeutschlands hat auch im Jahr 2025 leicht zugenommen. Mit rund 27.500 Euro pro Kopf stieg die nominale Kaufkraft gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent. Damit entspricht der Anstieg dem bundesweiten Durchschnitt. Das Kaufkraftniveau bleibt unverändert und liegt weiterhin bei rund 90 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts. Vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Verbraucherpreise von durchschnittlich 2,2 Prozent ergibt sich jedoch ein realer Kaufkraftverlust.

Konjunkturelle Situation im Frühjahr 2026

Nahostkonflikt belastet mitteldeutsche Wirtschaft spürbar

Die Lage der mitteldeutschen Wirtschaft hat sich auch im Frühjahr 2026 nicht verbessert. Im Gegenteil: Infolge der globalen Auswirkungen des Nahostkonfliktes hat sich die Situation in vielen Unternehmen spürbar verschlechtert. Sowohl die Einschätzungen zur Geschäftslage als auch zu den Geschäftserwartungen haben sich gegenüber dem Frühjahr 2025 eingetrübt. Damit bleiben die Wachstumsperspektiven der mitteldeutschen Wirtschaft weiterhin sehr dürftig. Der Konjunkturklima-Index für Mitteldeutschland verlor binnen Jahresfrist 14 Punkte und liegt aktuell nur noch bei 18 Punkten – dem niedrigsten Wert seit dem letzten Höhepunkt der Energiepreiskrise im Herbst 2022.

Geschäftslage verschlechtert sich deutlich

Die weitreichenden Folgen der militärischen Auseinandersetzungen am Persischen Golf setzen die Unternehmen in Mitteldeutschland insbesondere durch zusätzlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise unter Druck. Das wirtschaftliche Umfeld hat sich spürbar eingetrübt. Entsprechend deutlich gehen die Lageeinschätzungen zurück. So verliert der Lagesaldo gegenüber dem Frühjahr 2025 sieben Punkte und liegt mit nur noch 10 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit dem Frühjahr 2021. Insbesondere im Verkehrsgewerbe hat sich die aktuelle Lage deutlich verschlechtert.

Geschäftserwartungen zeigen wenig Zuversicht

Auch die Geschäftserwartungen erhalten einen Dämpfer. Mit einem Saldo von ‑12 Punkten bleiben die Aussichten ausgesprochen verhalten. Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Trendwende rückt damit erneut in die Ferne. Angesichts der schwer absehbaren Dauer des Nahostkonflikts und seiner Folgen für den globalen Handel fehlen verlässliche Perspektiven für einen Aufschwung. Stattdessen nimmt die Verunsicherung in den Unternehmen spürbar zu. Die Gefahr einer neuen Kostenspirale infolge gestörter Lieferketten bei Erdöl, Erdgas und anderen Rohstoffen ist deutlich gestiegen.

Exporterwartungen weiterhin gedämpft

Internationale Konflikte und Handelsstreitigkeiten treiben nicht nur die Kosten, sondern dämpfen auch die globale Nachfrage. Das weltweite Wachstum dürfte sich entsprechend abschwächen. Auch die mitteldeutsche Industrie rechnet für 2026 mit einem verhaltenen Exportgeschäft. Jedes fünfte exportorientierte Industrieunternehmen erwartet steigende, 22 Prozent hingegen rückläufige Exporterlöse. Daraus ergibt sich ein Saldo von -2 Punkten nach 0 Punkten vor einem Jahr. Neben externen Einflussfaktoren belastet auch die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit die Auslandsnachfrage.

Investitionsplanungen gehen erneut zurück

Die Investitionsplanungen der Unternehmen bleiben schwach. Gegenüber dem Frühjahr 2025 haben sie sich wieder verschlechtert und bestätigen anhaltend geringe Wachstumschancen. Auch 2026 ist kein Lösen der Investitionsbremse zu erwarten. Der Investitionssaldo sinkt vielmehr von -1 auf -6 Punkte. Neben der fehlenden Nachfrage bremsen weiterhin hohe Standort- und Arbeitskosten sowie bürokratische Hürden die Investitionsbereitschaft der Betriebe. Die zusätzlichen öffentlichen Mittel der der Bundesregierung wirken bislang nicht.

Personalplanungen unverändert zurückhaltend

Die Personalplanungen der mitteldeutschen Unternehmen haben sich gegenüber dem Vorjahresstand kaum verändert. Der Anteil mit geplant sinkenden Mitarbeiterzahlen übersteigt den Anteil mit wachsender Personalstärke um 2 Prozentpunkte. Insgesamt dürfte der Personalrückgang in der mitteldeutschen Wirtschaft anhalten. Im Handel und Verkehrsgewerbe sind die Aussichten diesbezüglich besonders pessimistisch. Aufgrund der nach wie vor schwachen konjunkturellen Entwicklung bleibt der Druck auf den Arbeitsmarkt weiterhin hoch. 

Konjunkturergebnisse nach Wirtschaftsbereichen

Industrie: Durch Nahostkonflikt zusätzlich unter Druck

Die Geschäftslage in der mitteldeutschen Industrie hat sich in den vergangenen Monaten nochmals deutlich verschlechtert. Insbesondere die Folgen des Nahostkonflikts haben die angespannte Situation in vielen Unternehmen weiter verschärft. Infolgedessen hat sich der seit 2022 tendenziell rückläufige Lagesaldo weiter eingetrübt. Gegenüber dem Frühjahr 2025 sinkt er um drei auf nur noch 5 Punkte. Damit bewerten die Unternehmen ihre Lage schlechter als während der Corona-Pandemie. Die unerwartet stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sowie unterbrochenen Lieferketten haben die Produktions-bedingungen weiter verschlechtert und die bereits geschwächte Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich belastet. 

Auch die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen können ihr Vorjahresniveau nicht halten. Angesichts des offenen Ausgangs der Auseinander-setzungen im Persischen Golf und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft stellen sich viele Unternehmen auf zusätzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein. Entsprechend verhalten bleiben die Geschäftsaussichten: Nur 15 Prozent der Industriebetriebe rechnen mit einer besseren, 25 Prozent hingegen mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. Neben strukturellen Herausforderungen bremsen steigende Energie- und Lohnkosten, eine hohe Steuerlast und Planungsunsicherheit sowie geo- und handelspolitische Risiken – insbesondere US-Zölle – die Wachstumsperspektiven der hiesigen Industrie weiterhin erheblich.

Industrielles Baugewerbe: Bautätigkeit kommt nicht in Schwung

Auch das industrielle Baugewerbe hat weiter mit geringer Nachfrage zu kämpfen und bewertet seine aktuelle Lage schwächer als vor einem Jahr. Dies wird im aktuellen Frühjahr witterungsbedingt noch verstärkt. Der Saldo fällt um weitere acht auf nunmehr 10 Punkte. Damit setzt sich die seit 2018 anhaltende Abwärtsbewegung fort. Auch im Baugewerbe wirken die gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise kostentreibend und bremsen die Bautätigkeit aus. Die Baugenehmigungen sind zwar zuletzt wieder etwas gestiegen, zeigen sich beim Baugeschehen bislang jedoch kaum. 

Im Gegensatz zur Geschäftslage können die Geschäftsaussichten leicht zulegen. Der Saldo der Geschäftserwartungen klettert um fünf auf -15 Punkte, dem besten Wert seit Frühjahr 2022. Da jedoch nach wie vor deutlich mehr Unternehmen eher pessimistisch (24 Prozent) als optimistisch (9 Prozent) gestimmt sind, kann von einer Trendwende noch keine Rede sein. Schwachstelle bleibt nach wie vor der Wohnungsbau, der nur allmählich wieder in Gang kommt. Bürokratische Hürden, hohe Finanzierungskosten sowie steigende Material- und Energiekosten und zu geringe Nachfrage bremsen den Sektor weiterhin. Die Wirkung des Infrastrukturprogramm der Bundesregierung bleibt überschaubar und die Branche ist weit von einem Bauboom entfernt.

Handwerk: Stimmung deutlich eingetrübt, Umsätze sinken

Der Geschäftslageindex im Handwerk Mitteldeutschlands liegt im Frühjahr 2026 bei 19 Punkten und damit auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Gegenüber dem Frühjahr 2025 gab es einen Rückgang um 8 Punkte. Auch die Geschäftserwartungen bleiben trotz gewisser Verbesserung im Saldo negativ. Eine krisenhafte Entwicklung zeigt sich vor allem in den baunahen Handwerken und den Handwerken für gewerblichen Bedarf, auch die Ausbauhandwerke sind jetzt von der Krise betroffen. 

Starke Unsicherheit bei den Rahmenbedingungen für das Baugeschehen, die Krise der Industrien, für die Handwerke als Zulieferer tätig sind, und die rasant gestiegenen Energiepreise sind für diesen negativen Trend verantwortlich. In diesen Handwerken waren die Umsätze deutlich rückläufig. Nahezu stabil konnten sich dagegen die Kfz-Handwerke und die Handwerke für personenbezogene Dienstleistungen behaupten. Der Personalrückgang im Handwerk setzte sich weiter fort, wie in den Vorjahren bedingt durch demografische Gründe und den geringen Anteil an Schulabgängern, die eine Ausbildung im Handwerk machen.

Handel: Skepsis bleibt sehr groß

Obwohl die Lagebewertungen im mitteldeutschen Handel etwas besser ausfallen als im Frühjahr 2025, bleibt die Situation insgesamt schwierig. Der Saldo liegt aktuell bei -6 Punkten. Die größten Probleme sind steigende Kosten und die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten bei größeren Anschaffungen sparen. Hinzu kommt, dass die stark gestiegenen Kraftstoffpreise die Kaufkraft für andere Warengruppen weiter einschränken. Steigende Kosten für Mindestlohn, Energie, Bürokratie sowie Ladendiebstahl schmälern die Margen der Händler zusätzlich.

Noch skeptischer als vor einem Jahr fallen die Geschäftsaussichten der Unternehmen aus: Der Erwartungssaldo sinkt um zwei auf -24 Punkte und bleibt damit ausgesprochen pessimistisch. Nur 13 Prozent der Händler rechnen mit besseren, 37 Prozent hingegen mit schlechteren Geschäften. Angesichts der schwachen Konjunktur erwarten die Einzelhändler keine nachhaltige Verbesserung des Konsumklimas. Vielmehr steigt das Risiko, dass erhöhte Energie- und Transportkosten die Inflation weiter antreiben und die Nachfrage zusätzlich dämpfen. Der Großhandel hat neben der konjunkturellen Nachfrageschwäche insbesondere mit steigenden Großhandelspreisen für Kraft- und Rohstoffe sowie mit erhöhtem Margendruck zu kämpfen.

Dienstleistungsgewerbe: Wachstumschancen gesunken

Die Geschäftslage des mitteldeutschen Dienstleistungsgewerbes befindet sich seit nunmehr zwei Jahren in einem moderaten Abwärtstrend. Auch im Vergleich zum Vorjahresstand gehen die Lageeinschätzungen zurück. Der Saldo verringert sich um elf auf nur noch 16 Punkte. Hauptursache sind steigende Kosten für Arbeit, Energie und Kraftstoff. Daneben belasten die aktuellen Einschränkungen im Reise- und Flugverkehr sowie Buchungsrückgänge bei Nahostreisen vor allem die Tourismusbranche. Darüber hinaus ist die Nachfrage in vielen weiteren Dienstleistungsbereichen unverändert verhalten.

Die Geschäftsaussichten der Dienstleister liegen ebenfalls unter dem Vorjahresniveau und lassen keine Trendwende erkennen. Der Erwartungssaldo gibt um 9 Punkte nach und liegt mit -8 Punkten wieder klar im negativen Bereich. Die Umsatzerwartungen sind mit einem Saldo von -2 Punkten ebenfalls rückläufig und unterstreichen die gedämpften Perspektiven. Die Unsicherheit hat infolge der erneuten Kostensteigerungen zugenommen, während die Wachstumschancen weiter gesunken sind. Angesichts der ungewissen Entwicklung im Nahen Osten und deren Folgen blickt insbesondere die Tourismuswirtschaft in Sorge auf die bevorstehende Urlaubssaison.

Verkehrsgewerbe: Explodierende Kraftstoffpreise lassen Stimmung einbrechen

Ein kräftiger Stimmungsabfall ist aktuell im mitteldeutschen Verkehrs- und Logistikgewerbe zu beobachten. Maßgeblich verursacht wird auch diese Entwicklung durch die Auswirkungen des Nahostkonflikts. Insbesondere der starke Preisanstieg bei Dieselkraftstoff und Kerosin belastet viele Transportunternehmen spürbar. Ebenso wirken sich umgeleitete Routen und gestörte Lieferketten nachteilig auf die Branche aus. Infolgedessen fällt der Lagesaldo gegenüber dem Frühjahr 2025 um 17 auf -9 Punkte. Nicht nur die gestiegenen Kraftstoffpreise, auch die zum Jahresbeginn erhöhte Maut, der gestiegene Mindestlohn und die weiterhin verhaltene Umsatzentwicklung setzen die Firmen unter Druck.

Angesichts der gestiegenen Kosten sind die Geschäftsaussichten der Unternehmen deutlich pessimistischer als noch vor einem Jahr. Der Erwartungssaldo bricht von -1 auf -27 Punkte, dem schlechtesten Wert unter allen Wirtschaftsbereichen, ein. Vor dem Hintergrund höherer Transportkosten erwarten viele Betriebe Rückgänge bei ihren Umsätzen. Entsprechend sinkt der Umsatzsaldo von 1 auf -17 Punkte. Gesperrte Lufträume sowie steigende Treibstoffpreise verursachen auch im für die Region wichtigen Frachtflugverkehr zusätzliche Kosten. Die insgesamt höheren Transportkosten werden über die gesamte Wertschöpfungskette weitergegeben und tragen somit zum Anstieg der Inflation bei.

Fußnoten

1Der Konjunkturklima-Index errechnet sich aus der Differenz der prozentualen Anteile der positiven und negativen Urteile zur Geschäftslage bzw. zu den Geschäftserwartungen sowie jeweils einem Fünftel der Anteile mit einer befriedigenden Geschäftslage sowie gleichbleibenden Geschäftserwartungen.

An der Umfrage beteiligten sich 1.778 Mitgliedsunternehmen der vier Kammern im Befragungszeitraum von Ende März bis Ende April 2024. Der „Saldo“ wird berechnet aus der Differenz der Anteile aus „gut/schlecht“-, „besser/schlechter“- bzw. „steigen/sinken“-Antworten.

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Porträt von René Schumann