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Pressemitteilung | 04.09.2026

Sächsische IHKs fordern Nachbesserungen am Doppelhaushalt 2027/2028

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern sehen im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028 wichtige Ansätze, fordern im parlamentarischen Verfahren jedoch deutliche Nachbesserungen.

Chemnitz, Dresden, Leipzig, 4. September 2026

Aus Sicht der Wirtschaft müssen die verfügbaren Mittel konsequent auf Investitionen, Innovationen und Fachkräftesicherung ausgerichtet werden. 

„Sachsen braucht einen Haushalt, der private Investitionen stärkt und Wachstum ermöglicht. Gerade in der aktuellen Konjunkturlage sind Investitionen, Innovationen und Fachkräfte die entscheidenden Zukunftsthemen“, erklärt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz im Namen der sächsischen Industrie- und Handelskammern. 

Die Kammern bewerten insbesondere den Rückgang der Investitionsquote kritisch. Diese sinkt nach den Planungen von 17,4 Prozent im Jahr 2023 auf 12,1 Prozent im Jahr 2028. Sondervermögen und Bundesprogramme dürfen Landesinvestitionen nicht ersetzen. Die IHKs fordern daher, die Investitionsquote des Kernhaushalts dauerhaft auf mindestens 15 Prozent anzuheben. 

Positiv bewerten die Kammern die vorgesehenen Mittel für Zukunftstechnologien. Gleichzeitig müsse die Technologieförderung breiter aufgestellt werden, damit insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von Innovationen profitieren können. Insbesondere sprechen sich die IHKs für die zügige Einrichtung einer sächsischen Zukunftsstiftung aus, um Forschung, Innovationen und strategische Zukunftsprojekte langfristig zu fördern. 

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen fordern die Kammern eine verlässliche Ausstattung der GRW-Förderung. Investitionsförderung und Flächenentwicklung seien wichtige Voraussetzungen, um Unternehmen im Freistaat zu halten und neue Ansiedlungen zu ermöglichen. 

Zur Konsolidierung des Haushalts sehen die IHKs den Freistaat insbesondere beim Personalbestand in der öffentlichen Verwaltung in der Verantwortung. Notwendige Einsparungen sollten vorrangig über einen schrittweisen Personalabbau und Effizienzsteigerungen erfolgen, um finanzielle Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen.

Großen Nachbesserungsbedarf sehen die Kammern außerdem bei der Fachkräftesicherung. Die geplanten Kürzungen bei der Berufsorientierung senden angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels das falsche Signal. Die Mittel sollten mindestens auf dem Niveau von 2026 fortgeführt werden. Auch für Verbundausbildung und überbetriebliche Lehrunterweisung seien ausreichende Mittel notwendig, um die steigenden Kosten auszugleichen und Ausbildungsangebote zu sichern. 

„Der Doppelhaushalt muss ein klares Signal für Investitionen, Innovationen und Fachkräftesicherung senden. Nur so kann Sachsen seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern“, so Neuberg abschließend.

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