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Pressemitteilung | 16.09.2026

Kraftstoffpreise: Wirtschaft braucht dauerhafte Entlastung statt Tankrabatt

+++Sächsische IHKs warnen vor steigenden Kosten für Unternehmen, Beschäftigung und Verbraucher +++ Forderung nach strukturellen Entlastungen +++

Dresden/Leipzig/Chemnitz, 16. September 2026. Steigende Kraftstoffpreise sind nicht allein ein Problem für private Autofahrer. Sie treffen die Wirtschaft unmittelbar und können eine zusätzliche Kosten- und Preisspirale in Gang setzen. Die Sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) fordern deshalb strukturelle Entlastungen bei Energie- und Mobilitätskosten. Im Fokus müssen dabei insbesondere die Belastungen gewerblicher Verbraucher stehen.

Besonders betroffen sind Speditionen und Logistikunternehmen, Bus- und Reiseunternehmen, das Baugewerbe, Kurierdienste und zahlreiche weitere Dienstleister. Höhere Benzin- und Dieselpreise verteuern Transporte und Dienstleistungen und wirken entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die zusätzlichen Kosten werden dadurch auch für andere Unternehmen und Verbraucher spürbar. Zugleich steigen die Risiken für Investitionen und Beschäftigung.

„Hohe Kraftstoffpreise sind für viele Unternehmen kein vorübergehendes Ärgernis, sondern ein unmittelbarer Wettbewerbsnachteil“, sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, im Namen der sächsischen Industrie- und Handelskammern. „Wenn Speditionen, Busunternehmen, Baubetriebe und andere Dienstleister dauerhaft höhere Energiekosten tragen müssen, schlägt das auf ihre Preise, ihre Investitionsfähigkeit und am Ende auch auf Arbeitsplätze durch.“

Tankrabatt keine nachhaltige Lösung

Die Erfahrungen mit dem früheren Tankrabatt zeigen, dass kurzfristige und pauschale Entlastungen zwar zeitweise Wirkung entfalten können, aber keine dauerhafte Antwort auf strukturell hohe Energiekosten sind.

„Unternehmen brauchen keine immer neuen Sonderregelungen, sondern verlässliche und kalkulierbare Rahmenbedingungen“, betont Neuberg. „Entlastungen müssen deshalb an den Ursachen ansetzen und dauerhaft wirken.“

Ein interessanter Ansatz für außergewöhnliche Krisensituationen findet sich aus Sicht der Sächsischen IHKs in Luxemburg. Dort gibt es einen regelbasierten Mechanismus zur Begrenzung extremer Kraftstoffpreisentwicklungen. Ein solcher „atmender Preisdeckel“ könnte bei außergewöhnlichen Marktverwerfungen greifen und dadurch mehr Planbarkeit schaffen als kurzfristige Ad-hoc-Maßnahmen.

Für eine dauerhafte Verbesserung der Standortbedingungen reicht ein solches Instrument allerdings nicht aus. Die strukturellen Kostenunterschiede des Standorts Deutschland bleiben bestehen.

Energiesteuern und Abgaben auf europäisches Niveau bringen

Die Sächsischen IHKs sehen deshalb vor allem bei Steuern und Abgaben dringenden Handlungsbedarf. Deutschland gehört bei der steuerlichen Belastung von Energie weiterhin zu den Hochkostenstandorten Europas. Gerade für energie- und transportintensive Unternehmen ist dies ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.

Die Sächsischen IHKs fordern daher:

  • die Energiesteuer auf Benzin und Diesel auf den europäischen Mindestsatz zu senken,
  • die nationale CO₂-Bepreisung bis zur Einführung eines europaweit einheitlichen Systems auszusetzen,
  • die Stromsteuer deutlich zu senken und
  • gewerblich genutzten Ladestrom spürbar günstiger zu machen.

Nur wenn auch die Kosten für die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten wettbewerbsfähig sind, kann der Umstieg auf alternative Antriebe wirtschaftlich tragfähig gelingen.

„Wir müssen weg von der Logik kurzfristiger Rabattaktionen und hin zu einer dauerhaften Senkung der Standortkosten“, sagt Neuberg. „Energie und Mobilität müssen für Unternehmen bezahlbar sein. Nur so sichern wir Investitionen, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit und verhindern, dass sich steigende Kosten entlang der Wertschöpfungskette weiter in die Preise übertragen.“

 

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