IHKs starten Stipendium für angehende Berufsschullehrkräfte
Sächsische Industrie- und Handelskammern fördern Nachwuchs für berufsbildende Schulen – Berufsschullehrkräfte sind Schlüssel für eine starke duale Ausbildung
Leipzig, 16. September 2026. Die sächsischen Industrie- und Handelskammern setzen ein deutliches Zeichen für die Zukunft der beruflichen Bildung: Zum Wintersemester 2026/2027 startet ein neues Stipendienprogramm für angehende Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen. Die IHK zu Leipzig vergibt dafür gemeinsam mit den IHKs Dresden und Chemnitz erstmals Stipendien an Studierende des Berufsschullehramts. Im Rahmen einer Feierstunde wurden heute die ersten Fördervereinbarungen für das Programm unterzeichnet.
Hintergrund ist der zunehmende Fachkräftebedarf an den berufsbildenden Schulen. Gerade sie sind für die duale Ausbildung unverzichtbar: Während Unternehmen den praktischen Teil der Ausbildung sichern, vermitteln Berufsschulen das fachliche Fundament, ordnen berufliche Praxis theoretisch ein und bereiten junge Menschen auf die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt vor. Ohne gut ausgebildete Berufsschullehrkräfte gerät damit auch die Qualität der dualen Ausbildung unter Druck.
„Die duale Ausbildung ist eine der größten Stärken unseres Wirtschaftsstandortes. Sie funktioniert aber nur, wenn Betriebe und Berufsschulen gleichermaßen leistungsfähig sind. Berufsschullehrkräfte vermitteln nicht nur Wissen. Sie begleiten junge Menschen auf dem Weg in den Beruf, sichern Ausbildungsqualität und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Wer heute in den Nachwuchs an den Berufsschulen investiert, stärkt die Unternehmen von morgen“, sagt Dr. Gert Ziener, Geschäftsführer Grundsatzfragen der IHK zu Leipzig.
Die drei Stipendiatinnen (v.l.n.r.): Sabrina Schmidtke, Shirin Radenz und Rosa Dicke.
Nachwuchs gewinnen, Perspektiven sichtbar machen
Das Stipendium richtet sich an Studierende des Lehramts an berufsbildenden Schulen und soll die Attraktivität dieses Berufswegs stärker sichtbar machen. Die Geförderten sollen künftig auch als Botschafterinnen und Botschafter für das Berufsschullehramt wirken. Sie berichten über ihre Studienerfahrungen, unterstützen Veranstaltungen zur Berufs- und Studienorientierung und begleiten Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. So sollen weitere junge Menschen für eine Tätigkeit an berufsbildenden Schulen gewonnen werden.
500 Euro monatlich und Praxisnähe zur dualen Ausbildung
Das Programm ist zunächst als vierjähriges Pilotprojekt angelegt. Pro Durchlauf vergibt jede der drei sächsischen IHKs jeweils drei Stipendien. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten monatlich 500 Euro; die maximale Förderdauer beträgt 36 Monate. Die Förderung unterstützt sie in einer Studienphase, in der Praxisanteile, Prüfungen und Abschlussarbeiten besondere Anforderungen stellen.
Neben der finanziellen Unterstützung werden die Geförderten in Aktivitäten der beruflichen Bildung und Berufsorientierung eingebunden. Sie erhalten Einblicke in das IHK-Netzwerk, lernen die Anforderungen der ausbildenden Wirtschaft kennen und können eigene Erfahrungen aus dem Studium einbringen. Damit verbindet das Stipendium individuelle Förderung mit einem klaren Ziel: die duale Ausbildung in Sachsen langfristig zu stärken.