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Unternehmen | 20.07.2026

IHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung 2026

Ausbildungsbereitschaft sinkt – Unternehmen sehen sich mit Kapazitätsgrenzen, Bewerbermangel und strukturellen Herausforderungen konfrontiert.

Die Unternehmen im Kammerbezirk der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig bilden weiterhin aus, sehen sich jedoch zunehmend mit strukturellen Einschränkungen konfrontiert. Die aktuelle IHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung 2026 zeigt: Neben begrenzten Ausbildungskapazitäten werden auch wirtschaftliche Faktoren als Einflussgröße genannt. vor allem aber bleibt die Passung zwischen Bewerbern und Anforderungen ein zentrales Problem. 

An der Befragung beteiligten sich 133 Unternehmen im Zeitraum vom 11. Mai bis 29. Mai 2026. 

Ausbildungsangebot geht weiter zurück

Die Entwicklung der Ausbildungsbereitschaft ist rückläufig: Rund ein Drittel der befragten Unternehmen hat 2026 weniger Ausbildungsplätze angeboten, während etwa die Hälfte ihre Kapazitäten konstant hielt. Nur 12,3 Prozent der Betriebe konnten ihr Angebot ausweiten. 

Gründe für den Rückgang sind vor allem struktureller Natur: Ausbildung erfolgt häufig nur in bestimmten Zyklen, Kapazitäten sind begrenzt oder es fehlen geeignete Bewerber. Auch wirtschaftliche Entwicklungen werden von einzelnen Unternehmen als Einflussfaktor genannt. Unternehmen weiten ihre Ausbildung insbesondere dann aus, wenn Kapazitäten vorhanden sind oder zusätzlicher Fachkräftebedarf besteht. 

Bewerbermangel bleibt zentrales Problem

Positiv hervorzuheben ist eine leichte Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt: Der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ist gesunken. 2026 konnten 39 Prozent der Unternehmen nicht alle angebotenen Plätze besetzen.

Hauptgrund bleibt jedoch weiterhin der Mangel an passenden Bewerbungen. Auch wenn sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren verbessert hat, fehlen vielen Unternehmen weiterhin geeignete Kandidaten. Zugleich spielen weitere Faktoren eine Rolle – etwa Vertragslösungen in der Probezeit oder logistische Hindernisse beim Zustandekommen von Ausbildungsverhältnissen. 

Hohe Anforderungen – Defizite in der Ausbildungsreife

Die Unternehmen bewerten die Ausbildungsreife junger Menschen weiterhin kritisch: Eine große Mehrheit der Betriebe stellt Defizite fest. Besonders häufig werden Schwächen in grundlegenden Kompetenzen wie Mathematik, wirtschaftlichem Verständnis und sprachlichem Ausdruck genannt. Auch Aspekte wie Belastbarkeit, Motivation und Leistungsbereitschaft werden häufig als herausfordernd bewertet.

Vor diesem Hintergrund wünschen sich Unternehmen insbesondere mehr externe Unterstützung und zusätzliche Ressourcen bei der Ausbildung von Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf.

Zunehmendes Interesse an internationalen Auszubildenden – aber hohe Hürden

Ein wachsender Anteil der Unternehmen sieht in Auszubildenden aus Drittstaaten eine Chance zur Fachkräftesicherung: 25 Prozent haben bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt, weitere Betriebe zeigen Interesse an einer zukünftigen Ausbildung internationaler Bewerber. 

Dem stehen jedoch weiterhin erhebliche Herausforderungen gegenüber. Insbesondere bürokratische Hürden, Sprachbarrieren und fehlender bezahlbarer Wohnraum erschweren die Integration internationaler Auszubildender.

Wohnraum wird zum Standortfaktor

Die Verfügbarkeit von Wohnraum entwickelt sich zu einem entscheidenden Faktor für die Ausbildung. Unternehmen sehen vor allem Handlungsbedarf bei finanziellen Unterstützungsinstrumenten, Vermittlungsangeboten sowie bei besseren Rahmenbedingungen für den Bau von Azubiwohnraum.

Uneinheitliche Nutzung von KI in der Ausbildung

Die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz wird von den Betrieben unterschiedlich bewertet: Während ein Teil der Unternehmen großes Potenzial sieht, misst ein anderer Teil KI bislang nur geringe Bedeutung bei. 

Eingesetzt wird KI aktuell vor allem im Bereich Lehren, Lernen und Prüfungsvorbereitung sowie in begrenztem Umfang zur Gewinnung von Bewerbern.

Struktur im Wandel

Die Auswertung zeigt strukturelle Verschiebungen: Kleinere Ausbildungsbetriebe gewinnen weiter an Bedeutung, während größere Ausbildungsstrukturen zurückgehen. Gleichzeitig verschiebt sich das Ausbildungsgeschehen deutlich in Richtung kaufmännischer Berufe. 

Auch die wirtschaftliche Lage wirkt sich auf das Ausbildungsengagement aus: Ein Großteil der Unternehmen bewertet die aktuelle Situation als gut oder befriedigend und blickt mit gemischten Erwartungen auf die zukünftige Entwicklung. 

Hintergrund

Die IHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung 2026 wurde unter 1645 aktiven Ausbildungsunternehmen im Kammerbezirk Leipzig durchgeführt. 133 Unternehmen beteiligten sich an der Befragung. 

 

Bild: Daniel Smyth/pexels.com

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