Zukunftsstiftung Sachsen: Wirtschaft und Politik diskutieren neue Beteiligungsidee
Dresden, 4. November 2026. Wie kann Sachsen langfristig mehr Wachstum, Innovation und wirtschaftliche Eigenständigkeit erreichen? Darüber diskutierten Vertreter der Initiative Zukunftsstiftung Sachsen am Mittwoch bei einem Parlamentarischen Frühstück in Dresden mit Abgeordneten und weiteren Gästen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche zusätzlichen Instrumente der Freistaat benötigt, um Unternehmen zu stärken und wirtschaftliche Potenziale besser zu nutzen.
Unter dem Leitgedanken „Sachsen auf Zukunftskurs“ bot die Veranstaltung Raum für eine faktenbasierte Bestandsaufnahme, internationale Praxisbeispiele und den direkten Austausch zwischen Wirtschaft und Politik.
Von der wirtschaftlichen Ausgangslage zu neuen Lösungsansätzen
Nach der Begrüßung durch Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig, ordnete Prof. Dr. Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden, die wirtschaftliche Situation Sachsens ein. Im Fokus standen strukturelle Herausforderungen wie die kleinteilige Unternehmenslandschaft, fehlendes Eigenkapital für Wachstum und Skalierung sowie die Frage, wie Forschung und Innovation stärker in wirtschaftliche Wertschöpfung übersetzt werden können.
Anschließend stellte Christophe Hug, geschäftsführender Gesellschafter der Tilia Group GmbH, unterschiedliche nationale und internationale Investitions- und Beteiligungsmodelle vor. Die Beispiele zeigten, wie langfristig angelegtes Kapital und Beteiligungsstrukturen in anderen Regionen und Ländern eingesetzt werden.
Christophe Hug: „In Unternehmen zu investieren, ist entscheidend für Sachsens Zukunft. Wir möchten mit unserer Initiative einen Ansatz voranbringen, der langfristig wirkt und wirtschaftliche Perspektiven für Sachsen schafft.“
Im weiteren Verlauf diskutierten Unternehmer sowie Vertreter der Initiative über konkrete Herausforderungen aus der Praxis. Dabei ging es insbesondere um Finanzierungslücken in Wachstumsphasen, Unternehmensnachfolgen und die Frage, welchen Beitrag ein langfristig orientierter Kapitalpartner leisten könnte. Im anschließenden Austausch mit den Abgeordneten standen die konkrete Ausgestaltung einer Zukunftsstiftung Sachsen und die Voraussetzungen für eine politische Umsetzung im Mittelpunkt.
Initiative mit breiter Unterstützung
Die Zukunftsstiftung Sachsen soll als zusätzliche Säule der Innovations- und Wachstumsfinanzierung etabliert werden. Ihr Grundgedanke: Ein langfristig angelegter Kapitalstock ermöglicht Beteiligungen an wachstumsfähigen Unternehmen. Erträge und Rückflüsse aus Investitionen sollen wiederum für neue Beteiligungen eingesetzt werden. Bereits mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen die Initiative der Wirtschaft.
Über die Zukunftsstiftung
Ende 2024 ist die Idee einer sächsischen Zukunftsstiftung geboren. Neben Initiatoren wie Bodo Rodestock, Vorstand für Finanzen, Personal und IT der VNG AG, Eric Weber, Gründer des Spin Lab in Leipzig, und Christophe Hug, Gründer und Geschäftsführer der Tilia GmbH in Leipzig, sind die sächsischen Industrie- und Handelskammern Treiber der Vision. Mittlerweile unterstützen mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der sächsischen Wirtschaft die Idee.
Der Prüfauftrag wurde im Koalitionsvertrag verankert; parallel dazu wurden die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen weiter ausgearbeitet. Ein von den Initiatoren beauftragtes Gutachten des ifo Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass eine Zukunftsstiftung ein zentraler Hebel für nachhaltiges Wachstum in Sachsen sein kann. Mehr Informationen unter: www.zukunftsstiftung-sachsen.de