News

Pressemitteilung | 29.09.2026

Sächsische IHKs fordern schnellere Verfahren und eine moderne Verwaltung

Gemeinsame Sitzung der Präsidien der IHKs Chemnitz, Dresden und zu Leipzig bei der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz

Chemnitz, Dresden, Leipzig, 29. September 2026. Die Präsidien der Industrie- und Handelskammern (IHK) Chemnitz, Dresden und zu Leipzig haben sich für eine leistungsfähigere Verwaltung und schnellere Genehmigungsverfahren ausgesprochen. Bei ihrer jährlichen gemeinsamen Sitzung am Montagabend in Chemnitz diskutierten sie mit Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen, über die Modernisierung staatlicher Strukturen und Prozesse. Gastgeber war die Landesdirektion Sachsen.

„Die jährliche gemeinsame Präsidiumssitzung ist eine wichtige Gelegenheit, über die Grenzen der einzelnen Regionen hinweg auf die großen Themen für Sachsens Wirtschaft zu schauen“, sagte Dr. Andreas Sperl, Präsident der IHK Dresden. „Wir bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen, tauschen Erfahrungen aus und können landesweit relevante Anliegen gemeinsam sichtbar machen. Das erhöht die Wahrnehmbarkeit der Wirtschaft.“

Staatsmodernisierung: Strukturen und Prozesse auf den Prüfstand

Bélafi stellte Überlegungen zur Modernisierung der sächsischen Staatsverwaltung vor. Diskutiert wurden unter anderem die Bündelung von Aufgaben, gemeinsame Verwaltungsdienstleistungen, der Abbau von Doppelstrukturen und eine stärkere Konzentration auf staatliche Kernaufgaben. Auch die demografische Entwicklung und der zunehmende Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wurden thematisiert. Steigende Altersabgänge stellen Verwaltung und Wirtschaft gleichermaßen vor Herausforderungen.

„Eine leistungsfähige Verwaltung ist ein wichtiger Standortfaktor. Unternehmen brauchen verlässliche, schnelle und nachvollziehbare Verfahren“, sagte Max Jankowsky, Präsident der IHK Chemnitz. „Wenn wir über Staatsmodernisierung sprechen, geht es deshalb nicht nur um Organigramme. Es geht darum, wie Verwaltung tatsächlich arbeitet und wie wir die vorhandenen personellen Ressourcen künftig möglichst wirksam einsetzen.“

Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Aus Sicht der IHKs braucht es dafür mehr als einzelne Instrumente. Entscheidend seien klare Zuständigkeiten, verständliche und vollziehbare Gesetze sowie effiziente Verwaltungsprozesse.

„Für Unternehmen zählt am Ende nicht, wie eine Behörde organisiert ist, sondern wie schnell und verlässlich sie zu einer Entscheidung kommen“, sagte Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig. „Deshalb müssen wir die Verfahren selbst in den Blick nehmen und Prozesse dort vereinfachen, wo heute unnötige Schleifen und Verzögerungen entstehen.“

Die IHK-Präsidenten begrüßten den offenen Austausch mit der Landesdirektion Sachsen. Die Wirtschaft könne bei der Staatsmodernisierung wichtige Praxiserfahrungen beisteuern und stehe bereit, den Prozess konstruktiv zu begleiten.

Halbzeitbilanz, berufliche Bildung und internationale Märkte

Neben der Staatsmodernisierung berieten die Präsidien über weitere zentrale Themen der sächsischen Wirtschaftspolitik. Dazu gehören eine Zwischenbilanz der Koalitionsarbeit sowie die Zukunft der beruflichen Bildung. Angesichts der absehbaren Entwicklung bei den Ausbildungszahlen ging es auch darum, wie die berufliche Bildung langfristig leistungsfähig und für Unternehmen erreichbar bleiben kann.

Mit Blick auf die kommenden Jahre diskutierten die drei IHKs zudem ihre künftigen Arbeitsschwerpunkte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die internationale Ausrichtung der sächsischen Wirtschaft. Neben der europäischen Perspektive sollen auch neue Auslandsmärkte und internationale Zukunftsregionen stärker in den Blick genommen werden.

Die jährliche gemeinsame Präsidiumssitzung bietet den drei sächsischen IHKs die Möglichkeit, regionale Erfahrungen und Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsame Anliegen der Wirtschaft im Freistaat sichtbar zu machen. Wo die Interessen der Unternehmen zusammenlaufen, wollen die Kammern auch künftig gemeinsam Impulse setzen und den Austausch mit Politik und Verwaltung suchen.

Ihre Kontaktperson

Bei Fragen hilft Ihnen Carsten Wurtmann gerne weiter.

T: +49 341 1267-1131
M: +49 151 12671242
F: +49 341 1267-1474
E: carsten.wurtmann@leipzig.ihk.de

Porträt von Carsten Wurtmann