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Pressemitteilung | 01.07.2026

Mitteldeutsche Wirtschaft weiter im Krisenmodus

+++ Keine Entspannung von Geschäftslage und -erwartungen in Sicht +++ Internationale Krisen verschärfen die Situation +++ Kammern fordern konsequente Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen +++

Halle (Saale), 1. Juli 2026. Die Wirtschaft in Mitteldeutschland steht weiterhin unvermindert unter Druck. Die gemeinsame Konjunkturumfrage der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern aus Leipzig und Halle (Saale) zeigt: Die Geschäftslage trübt sich weiter ein, die Erwartungen bleiben pessimistisch, Investitionen und Beschäftigungspläne werden zurückgefahren. Der Konjunkturklimaindex ist deutlich gesunken und liegt auf dem niedrigsten Stand seit dem Tiefpunkt der Energiepreiskrise im Herbst 2022.

Große Belastungen entstehen durch internationale Unsicherheiten, steigende Energie- und Kraftstoffpreise sowie angespannte Lieferketten. „Diese Kombination verschärft die ohnehin bestehenden strukturellen Standortprobleme erheblich“, sagt Sascha Gläßer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Besonders betroffen sind Industrie, Bau, Handel, Verkehr und Logistik sowie baunahe Handwerke und Handwerke für den gewerblichen Bedarf.

Die Kammern fordern deshalb rasche wirtschaftspolitische Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Wachstum. Im Mittelpunkt steht die konsequente Verbesserung der Rahmenbedingungen: eine sichere und bezahlbare Energieversorgung, weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, Reformen der sozialen Sicherungssysteme sowie eine Stärkung von Bildung, Ausbildung und Fachkräftesicherung.

„Eine erfolgreiche Energiepolitik muss Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zusammenbringen“, betont Gläßer. Nötig seien mehr Technologieoffenheit, ein größeres Energieangebot sowie ein schnellerer Ausbau von Netzen, Speichern und Wasserstoffinfrastruktur. Mit Blick auf die sozialen Sicherungssysteme ergänzt er: „Stabile und solide finanzierte Sozialsysteme sind die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und Vertrauen in die Zukunft.“

Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, sieht vor allem beim Nachwuchs dringenden Handlungsbedarf: „Investitionen in Bildung sind Investitionen in unsere wirtschaftliche Zukunft.“ Dazu gehörten bessere frühkindliche Bildung, modernere Lehrerausbildung, besser ausgestattete Schulen und eine klare Stärkung der dualen Ausbildung. Auch der Wohnungsbau müsse schneller und einfacher werden. „Bezahlbarer Wohnraum ist ein entscheidender Standortfaktor“, so Forßbohm. Er fordert schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und vereinfachte Baustandards.
 

Den vollständigen Konjunkturbericht “Wirtschaft in Mitteldeutschland 2026” finden Sie hier.

 

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