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Pressemitteilung | 18.05.2026

Konjunktur im IHK-Bezirk Leipzig: Nahostkonflikt torpediert Hoffnungen auf konjunkturelle Erholung

+++ Lage bleibt angespannt +++ Geschäftserwartungen deutlich eingetrübt +++ Investitionsplanungen weiter rückläufig +++ Energiepreise wieder meistgenanntes Geschäftsrisiko +++

Leipzig, 18. Mai 2026. Die konjunkturelle Lage der gewerblichen Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig hat sich im Frühjahr 2026 spürbar verschlechtert. Nach einer bereits schwachen Entwicklung zu Jahresbeginn haben insbesondere die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der damit verbundene Energiepreisschock die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich eingetrübt. Der IHK-Geschäftsklimaindex sinkt um sechs auf aktuell 99 Punkte und fällt damit erstmals seit Herbst 2022 wieder unter die Marke von 100 Punkten.

An der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig im Frühjahr 2026 beteiligten sich 565 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen mit mehr als 29.000 Beschäftigten.

Geschäftslage deutlich eingetrübt

Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage gegenüber dem Jahresbeginn schlechter. Der Lagesaldo sinkt um fünf auf 10 Punkte. Mehr als 40 Prozent der Betriebe berichten von einer verschlechterten Ertragslage. Besonders stark unter Druck stehen das Verkehrsgewerbe, der Großhandel und der Einzelhandel, während sich die Dienstleister noch vergleichsweise robust zeigen.

Geschäftserwartungen fallen kräftig

Noch deutlicher als die aktuelle Lage haben sich die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate eingetrübt. Der Erwartungssaldo sinkt von -4 auf -11 Punkte. Damit erhalten die ohnehin verhaltenen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung einen weiteren Dämpfer. Unsicherheit über die Dauer und die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts, gestörte Lieferketten sowie steigende Kosten bremsen die wirtschaftliche Aktivität spürbar.

In der Industrie bleiben die Erwartungen zwar stabil, zeigen aber – ähnlich wie im Dienstleistungsgewerbe – keine Erholungstendenzen. Auch im Baugewerbe kommt die Bautätigkeit nicht in Gang. Im Handel, im Verkehrs- sowie im Gast- und Tourismusgewerbe ist die Skepsis wieder gewachsen. 

Personalplanungen bleiben vorsichtig

Trotz der eingetrübten Aussichten halten viele Unternehmen vorerst noch an ihren bisherigen Personalplänen fest. Der Beschäftigungssaldo sinkt lediglich leicht auf ‑1 Punkt. Allerdings zeigen sich deutliche branchenspezifische Unterschiede. Während Industrieunternehmen ihre Personalplanungen stabilisieren, drohen insbesondere im Handel sowie im Gast‑ und Tourismusgewerbe weitere Beschäftigungsrückgänge.

Investitionen sinken weiter

Die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt auch im Frühjahr 2026 ausgesprochen niedrig. Der Investitionssaldo sinkt auf -8 Punkte. Nur noch 17 Prozent der Betriebe planen höhere Investitionsausgaben, während 25 Prozent Kürzungen vorsehen. Knapp die Hälfte der Unternehmen investiert in Ersatzbeschaffungen. Aufgrund der schwachen Konjunktur planen hingegen nur 18 Prozent der Betriebe Kapazitätserweiterungen.

Energiepreise wieder meistgenanntes Geschäftsrisiko

Im Risikoradar der Unternehmen schlagen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen deutlich durch. Die Energiepreise liegen mit 63 Prozent der Nennungen erstmals seit zwei Jahren wieder an der Spitze der Geschäftsrisiken – noch vor den Arbeitskosten. Auch die Kraftstoff- und Rohstoffpreise werden deutlich häufiger als Risiko genannt als noch zum Jahresbeginn.

Den vollständigen Konjunkturreport für den IHK-Bezirk Leipzig im Frühjahr 2026 können Sie hier online lesen.

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