Konjunkturumfrage Sachsen Jahresbeginn 2026

Sächsische Wirtschaft verharrt im Schwächemodus – Impulse dringend nötig

Die sächsische Wirtschaft hat sich auch 2025 nicht aus der anhaltenden konjunkturellen Schwächephase befreien können. Zumindest dürfte jedoch ein weiteres Rezessionsjahr vermieden werden. So wird für das vergangene Jahr mit einem preisbereinigten Wirtschaftswachstum in Sachsen von 0,1 Prozent[1] gerechnet, nach -0,4 Prozent im Jahr 2024. Dieser Trend entspricht damit der gesamtdeutschen Wirtschaftsentwicklung. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2025 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Basis für diese Entwicklung waren in erster Linie gestiegene Konsumausgaben sowohl der privaten Haushalte als auch des Staates. Im Gegensatz dazu ist die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe erneut gesunken. Insbesondere die exportorientierte Industrie befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Lage. Neben den im internationalen Vergleich hohen Arbeits- und Energiekosten sowie bürokratischen Belastungen führten die schwierigen Handelsbedingungen mit den USA und China zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsposition. Weiterhin rückläufig waren ebenso die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten.

Der IHK-Geschäftsklimaindex befindet sich nun schon seit Herbst 2023 in einer Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau, die sich auch zum Jahresbeginn 2026 fortsetzt. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen verbessern sich gegenüber der vorherigen Umfrage im Herbst 2025 nur minimal. Im Ergebnis steigt der Index lediglich um zwei auf 99 Punkte. Der gleiche Zuwachs ist ebenso gegenüber dem Jahresbeginn 2025 zu beobachten. An der Befragung beteiligten sich 1.760 Unternehmen aller Branchen mit annähernd 82.000 Beschäftigten.
 

 

[1]ifo Institut München/Niederlassung Dresden (Prognose zum Bruttoinlandsprodukt – BIP Dezember 2025)

Geschäftslage und -erwartungen

Die Geschäftslage der sächsischen Unternehmen hat sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Herbst 2025 nur leicht verbessert. Der Lagesaldo klettert von 9 auf 11 Punkte und landet damit exakt wieder auf dem Vorjahresstand. Dies zeigt, dass die Entwicklung der sächsischen Wirtschaft im vergangenen Jahr stagnierte. In den meisten Wirtschaftsbereichen liegen die aktuellen Lagebeurteilungen auf Vorjahresniveau. Etwas besser als vor einem Jahr bewerten die Unternehmen im Großhandel ihre Lage, weniger zufrieden sind hingegen die Betriebe im Gast- und Tourismusgewerbe. Die halbherzigen Impulse der neuen Bundesregierung haben sich somit nicht in einer Verbesserung der Geschäftslage niedergeschlagen.

Analog der Geschäftslage können auch die Geschäftserwartungen der sächsischen Unternehmen keinerlei Aufbruchstimmung verbreiten. Nur 14 Prozent der Unternehmen erwarten 2026 eine Verbesserung ihrer Lage. Mit 26 Prozent bleibt der Anteil der Pessimisten nahezu doppelt so hoch. Der Anstieg des Prognosesaldos ist mit zwei Punkten gegenüber dem Herbst 2025 und vier Punkten gegenüber dem Jahresbeginn 2025 nur gering und bleibt mit -12 Punkten weiter deutlich im negativen Bereich. Kein Wirtschaftsbereich kann sich der negativen Stimmung entziehen. In allen liegt der Erwartungssaldo mehr oder weniger deutlich im negativen Bereich.

Geschäftslage

  • Schlecht (21 %)
  • Gut (32 %)
  • Befriedigend (47 %)

Gut: 32 %
Befriedigend: 47 %
Schlecht: 21 %

Geschäftserwartungen

  • Schlechter (26 %)
  • Besser (14 %)
  • Gleichbleibend (60 %)

Besser: 14 %
Gleichbleibend: 60 %
Schlechter: 26 %

Investitionen, Beschäftigung und Risiken

Die Investitionen kommen weiterhin nicht in Schwung: Die Unternehmen bleiben bei ihren Investitionsabsichten sehr zurückhaltend. Während nur 17 Prozent der Betriebe mit erhöhten Budgets planen, beabsichtigen 28 Prozent, ihre Investitionen zu verringern. Der Saldo von -11 Punkten entspricht damit exakt dem Vorjahreswert.

Die andauernde wirtschaftliche Schwächephase und die unverändert gedämpften Geschäftserwartungen schlagen auf die Beschäftigungspläne der Unternehmen durch. So planen nur 12 Prozent ihren Personalbestand auszuweiten, während 24 Prozent von einem Rückgang ausgehen. Der daraus resultierende Saldo von -12 Punkten liegt vier Punkte niedriger als vor einem Jahr. Abgesehen vom coronabedingten Einbruch im Frühjahr 2020 ist dies der schlechteste Wert seit der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahre 2009.

Wie bereits vor einem Jahr sehen die meisten Unternehmen ihre Geschäftsentwicklung durch die Entwicklung der Arbeitskosten gefährdet. Mit 69 Prozent erreicht der Anteil der Unternehmensmeldungen sogar einen neuen Höchststand. Mit Ausnahme des Einzelhandels liegt dieser Faktor in allen Wirtschaftsbereichen an der Spitze des jeweiligen Risikoradars. An zweiter und dritter Stelle folgen mit 58 Prozent die Inlandsnachfrage und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem Anteil von 57 Prozent. Dazu zählen insbesondere Themen wie Bürokratie und Überregulierung, allgemeine Kostenbelastungen sowie Steuer- und Energiepolitik. Der Faktor Energiepreise entfernt sich zwar immer mehr von seinen Höchstständen, bleibt aber mit 55 Prozent nach wie vor als Kostenfaktor für eine Mehrheit der Unternehmen relevant. Der anhaltenden Konjunkturschwäche geschuldet, sinkt dagegen das Risikopotenzial des Fachkräftemangels momentan weiter auf nunmehr 37 Pro-zent. Einzig im Baugewerbe liegt der Anteil über 50 Prozent.

Geschäftslage kaum verändert

Die Situation der sächsischen Industrie bleibt zum Jahresbeginn 2026 weiter angespannt. Die Unternehmen leiden nach wie vor unter einer schwachen Nachfrage, hohen Kosten sowie den teils unzureichenden Standortbedingungen. 26 Prozent der Betriebe meldet eine gute Geschäftslage, 27 Prozent eine schlechte. Der entsprechende Saldo von -1 Punkt liegt drei Punkte über dem Umfrageergebnis im Herbst 2025, jedoch auch drei Punkte unter dem Vorjahresstand. Damit fallen die Lageurteile der sächsischen Industrieunternehmen nun schon seit fast zwei Jahren ausgesprochen schlecht aus. Viele Betriebe haben mit einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen. Über 40 Prozent der Betriebe melden rückläufige Umsatzzahlen und mehr als die Hälfte eine verschlechterte Ertragslage. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist weiter unterdurchschnittlich. Dies führte in gut jedem dritten Unternehmen zu sinkenden Mitarbeiterzahlen. 

Die Situation im sächsischen Baugewerbe bleibt schwierig, leidet es doch weiterhin unter den Folgen der gesamtwirtschaftlichen Schwäche, die sich unter anderem in einem zurückhaltenden Investitionsklima äußert. Ihre Lage schätzen die Bauunternehmen saisonbedingt etwas schlechter ein als im Herbst 2025. Gegenüber dem Vorjahresstand hat sich die Geschäftslage hingegen kaum verändert. Der Lagesaldo liegt wiederum bei 11 Punkten. 45 Prozent der Firmen melden Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr. Auch die Kapazitätsauslastung ist zuletzt wieder gesunken. Im Ergebnis verschlechterte sich die Ertragslage in 36 Prozent der Baufirmen. Nur in 11 Prozent verbesserte sich diese. 

Kaum Bewegung ist momentan im sächsischen Dienstleistungsgewerbe zu erkennen, da die Nachfrage aus anderen Sektoren und die private Konsumzurückhaltung die Entwicklung bremsen. Der Lagesaldo legt gegenüber dem Jahresbeginn 2025 nur um einen auf 31 Punkte zu. Damit positionieren sich die Dienstleister zwar weiterhin mit großem Abstand an der Spitze aller befragten Wirtschaftsbereiche, erreichen jedoch die Saldowerte früherer Wachstumsphasen (zwischen 50 und 65 Punkte) nicht. Aktuell beurteilen 45 Prozent der Dienstleister ihre Geschäftslage als gut und 14 Prozent als schlecht. Mit einer überdurchschnittlichen Lageeinschätzung sticht der Bereich Freizeit-/Gesundheitswirtschaft (49 Punkte) hervor. Etwas verhaltener ist dagegen die Stimmung im Bereich Qualifizierung/Persönliche Dienstleistungen mit einem Saldo von 9 Punkten. Die Umsatz- wie auch die Ertragsentwicklung änderte sich gegenüber dem Vorjahresstand kaum. 

Die Lage im sächsischen Einzelhandel hat sich in den vergangenen Monaten – dank des Jahresendgeschäftes – wieder etwas verbessert. Aktuell beurteilt etwa ein Viertel der Einzelhändler seine Lage als gut bzw. schlecht. Der Saldo von -2 Punkten liegt damit 12 Punkte über der Herbstumfrage und sechs Punkte über dem Vorjahresstand. Trotz der Verbesserung präsentiert sich der Einzelhandel in einer gemischten Verfassung. Über 40 Prozent der Betriebe mussten zuletzt Umsatzrückgänge verkraften. Nur 28 Prozent melden Zuwächse. Der hohe Wettbewerbs- und Kostendruck führte bei 57 Prozent der Einzelhändler zur Ertragsminderung. Hohe Lebenshaltungskosten, ein zunehmend angespannter Arbeitsmarkt sowie eine erhöhte Sparneigung beeinflussen die Nachfrage seitens der privaten Verbraucher weiter.

Zuletzt hat sich insbesondere die Lage im Großhandel für Verbrauchsgüter und Kommunikationstechnik sowie der Handelsvermittler verbessert. Davon profitierte auch die Lageeinschätzung insgesamt. So erhöhte sich der Anteil der Großhändler mit einer guten Lagebeurteilung auf aktuell 32 Prozent, eine schlechte Bewertung der Lage nehmen 26 Prozent vor. Damit wechselt der Saldo mit 6 Punkten wieder in den positiven Bereich und liegt neun Punkte über dem Vorjahreswert. Dennoch kann sich der sächsische Großhandel nicht völlig vom schwierigen konjunkturellen Umfeld lösen. Die Umsatz- und Ertragsentwicklung war besser als vor einem Jahr, trotzdem sind beide Salden mit -12 bzw. -33 Punkten weiter negativ.

Die Unternehmen im sächsischen Verkehrsgewerbe können mit ihrer Lage nicht durchweg zufrieden sein. Insbesondere der Gütertransport kämpft mit der anhaltend schwachen Nachfrage aus den produzierenden Branchen. Steigende Energie-, Maut- und Personalkosten erhöhten zudem den Kostendruck weiter. In Summe erreichen die Lagebewertungen der Unternehmen lediglich einen Saldo von -1 Punkt. Dies sind drei Punkte weniger als im Herbst 2025 und zwei Punkte mehr als vor einem Jahr. Umsatz- und Ertragssaldo liegen mit -18 bzw. -27 Punkten tief im negativen Bereich.

Im Vergleich zu allen anderen Wirtschaftsbereichen hat sich die Lage im sächsischen Gast- und Tourismusgewerbe im Verlauf des vergangenen Jahres deutlich verschlechtert. Die leichte Verbesserung im Herbst 2025 war nicht von Dauer, bereits zum Jahresbeginn 2026 sank der entsprechende Lagesaldo wieder. Mit einem aktuellen Wert von 2 Punkten liegt dieser 13 Punkte unter dem Vorjahrestand. Demnach verlief die Entwicklung für viele Unternehmen enttäuschend. Sowohl die Beherbergungs- als auch Gastronomiebetriebe berichten mehrheitlich von Umsatzrückgängen. Günstiger schätzen die Reiseveranstalter/Reisebüros ihre Lage ein. Insgesamt führten jedoch sinkende Umsätze und steigende Kosten für Energie und Personal in 55 Prozent der Betriebe zu einer Verschlechterung der Ertragslage.

Geschäftserwartungen ohne Aufbruchstimmung

Die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate lassen in der Industrie keine grundlegende Besserung erkennen. Auch wenn der Erwartungssaldo mit -12 Punkten fünf Punkte über dem Vorjahresstand liegt, überwiegen nach wie vor die pessimistischen Stimmen. Weiterhin belasten strukturelle Faktoren wie hohe Energie- und Arbeitskosten sowie bürokratische Hürden die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe nachhaltig. Auch der Export bleibt durch globale Unsicherheiten und Protektionismus gedämpft. Der Exportsaldo liegt wie vor einem Jahr bei -6 Punkten. Auch die aktuelle Auftragsentwicklung im Inland (Saldo: -36 Punkte) und die Umsatzerwartungen (Saldo: -11 Punkte) lassen ein wiederholt schwieriges Jahr für die hiesige Industrie erwarten. Mit einer schnellen Verbesserung der Standortbedingungen rechnen die Unternehmen nicht. Entsprechend niedrig bleiben weiterhin die Investitionsaktivitäten (Saldo: -15 Punkte). Ebenso dürfte sich der Personalabbau fortsetzen (Saldo: -14 Punkte).

Die Geschäftsaussichten der Unternehmen lassen momentan keine Trendwende erkennen. Mit einem Saldo von -23 Punkten sind die Erwartungen im Baugewerbe so schlecht wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich. Gegenüber dem Vorjahresstand ist lediglich ein minimaler Anstieg um zwei Punkte festzustellen. In 44 Prozent der Betriebe ist die aktuelle Auftragsentwicklung rückläufig. Nur 5 Prozent melden Zuwächse. Sowohl die Salden zu den Umsatzerwartungen (-23 Prozent), den Investitions-planungen (-19 Punkte) als auch zu den Personalplanungen (-18 Punkte) sind gegenüber dem Jahresbeginn 2025 nahezu unverändert. Gestiegene Baupreise und lange Genehmigungszeiten belasten das Investitionsgeschehen und damit die Baunachfrage. Eine deutliche Verbesserung der Situation bleibt von politischen Impulsen, Bürokratieabbau, der Verbesserung der konjunkturellen Lage sowie der Steigerung der öffentlichen und privaten Investitionsaktivitäten abhängig. Die Umfrageergebnisse zeigen, die Gelder aus dem Sondervermögen Infrastruktur kommen bei den sächsischen Baubetrieben bisher nicht an. 

Die Geschäftserwartungen der Dienstleistungsunternehmen deuten momentan nicht auf einen Anstieg der Wachstums-dynamik hin. Im Gegenteil: gegenüber dem Herbst 2025 als auch dem Jahresbeginn 2025 haben die Unternehmen ihre Geschäftserwartungen leicht nach unten revidiert. Nur 17 Prozent rechnen 2026 mit besseren, 21 Prozent mit schlechteren Geschäften. Der Saldo fällt damit auf -4 Punkte. 14 Prozent melden steigende Auftragseingänge, doppelt so viele berichten jedoch von rückläufigen Aufträgen. Die Umsatzerwartungen liegen bei 2 Saldopunkten und damit nur knapp im positiven Bereich. Das Wachstumspotenzial ist somit gering, wobei im heterogenen Dienstleistungssektor die Aussichten durchaus differenziert ausfallen. Am besten sind diese in den Bereichen IT und Kommunikation sowie Freizeit und Gesundheitswirtschaft. Als Konjunkturmotor kann das Dienstleistungsgewerbe momentan kaum fungieren. Sowohl bei den Investitions- (-3 Punkte) als auch den Personalplanungen (-2 Punkte) sind die Salden negativ.

Die Geschäftserwartungen der sächsischen Einzelhändler haben sich zwar verbessert, sind jedoch von einer positiven Stimmung noch weit entfernt. Die Pessimisten sind nach wie vor deutlich in der Mehrheit. Nur 12 Prozent der Einzelhändler erwarten eine Verbesserung ihrer aktuellen Lage, 33 Prozent blicken hingegen skeptisch in die Zukunft. Der Prognosesaldo liegt bei -21 Punkten und damit acht Punkte über dem Vorjahresergebnis. Insgesamt bleiben die Aussichten trübe. Der Saldo der erwarteten Umsätze liegt mit -5 Punkten ebenfalls im Minus, obwohl drei Viertel der Einzelhändler von weiter steigenden Verkaufspreisen ausgehen. Fast drei Viertel der Einzelhändler sehen die wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen kritisch. Insbesondere bürokratische Aufwendungen, wie Arbeitszeitdokumentationen, Kassensystem- und Belegpflichten sowie Verpackungsregelungen und neue Rücknahmepflichten belasten die Betriebe spürbar. Gleichzeitig bleibt auch im Einzelhandel der Kostendruck (Energie, Personal) hoch. Um Kosten zu sparen, planen nunmehr 28 Prozent, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren.

Wie die Lage so fallen auch die Geschäftserwartungen der Großhändler günstiger aus als im Herbst und zum Jahresbeginn 2025, sind aber weiter von Skepsis geprägt. So gehen 17 Prozent der Betriebe von einer Verbesserung ihrer geschäftlichen Lage aus, 27 Prozent rechnen jedoch mit einer schlechteren Entwicklung. Der Saldo von -10 Punkten zeigt, dass auch der Großhandel in der allgemeinen konjunkturellen Schwächephase gefangen ist und derzeit nur geringe Wachstumschancen ausmachen kann. So bleibt auch der Saldo der Umsatzerwartungen mit -6 Punkten im Minus. Gut zwei Drittel werden ihre Verkaufspreise 2026 erhöhen und damit die steigenden Kosten ihrerseits an die Kunden weitergeben. Nach wie vor steht der Großhandel durch hohe Einkaufspreise, hohe Transport- und Energiekosten sowie neue Handelsbarrieren (Zölle) unter Druck. Aufgrund des rückläufigen Außenhandels sind stärkere binnenwirtschaftliche Impulse dringend notwendig. Mehr als jedes fünfte Unternehmen geht von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus.

Zwar lässt der Pessimismus deutlich nach, aber die skeptischen Stimmen überwiegen auch im Verkehrsgewerbe die Prognosen. Nur 13 Prozent rechnen 2026 mit besseren Geschäften, mehr als doppelt so hoch (27 Prozent) ist jedoch der Anteil der Pessimisten. Der Saldo von -14 Prozent verbessert sich dennoch zum Vorjahresstand um 12 Punkte. Insgesamt bleibt die Situation im Verkehrsgewerbe in Anbetracht bestehender struktureller Schwächen herausfordernd. Die Umsatzerwartungen der Unternehmen liegen per Saldo auch weiterhin im Minus (-17 Punkte). Fast jede dritte Firma geht von sinkenden Umsätzen aus. Ein Aufschwung bleibt an substanzielle Investitionen in Infrastruktur, Bürokratieabbau sowie die positive Entwicklung in den produzierenden Branchen gebunden. Für den öffentlichen Personenverkehr bleibt trotz steigender Fahrgastzahlen die Finanzierung angespannt. Jeder vierte Betrieb geht von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Dies ist einerseits den hohen Arbeitskosten, gleichzeitig aber auch dem Mangel an Berufskraftfahrern geschuldet. 

Im Gast- und Tourismusgewerbe fallen die Geschäftserwartungen der Unternehmen zwar etwas besser aus, dennoch bleibt die Skepsis trotz Mehrwertsteuersenkung auf Speisen ausgesprochen hoch. Nur 12 Prozent der Betriebe gehen von besseren, 30 Prozent von schlechteren Geschäften in den kommenden Monaten aus. Der Saldo liegt mit -18 Punkten drei Punkte über dem Vorjahresstand. Damit wird sich die angespannte Situation in vielen Betrieben weiter verschärfen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten dürften auch 2026 die Nachfrage der privaten Verbraucher bremsen. Die Folge: 31 Prozent der Unternehmen rechnen mit rückläufigen Umsätzen. Nur 16 Prozent sehen ihre Umsatzentwicklung positiv. Am skeptischsten blicken momentan die Beherbergungsunternehmen in die Zukunft. Insgesamt bleibt der Ertragsdruck aufgrund der stark gestiegenen Arbeitskosten, auch aufgrund der Mindestlohnerhöhung, ausgesprochen hoch. Dies wirkt auch auf die Personalplanungen. Mit einem Saldo von -17 Punkten wird auch im Gast- und Tourismusgewerbe ein Beschäftigungsabbau erwartet.

Personalplanungen zunehmend restriktiv

Investitionen kommen nicht in Schwung

Fußnoten

*Der IHK-Geschäftsklimaindex berücksichtigt gleichrangig die Beurteilungen der Unternehmen zur Geschäftslage (Lagesaldo) und zur zukünftigen Geschäftsentwicklung (Erwartungssaldo). Er wird als geometrisches Mittel der Lage- und Erwartungssalden berechnet.

HERAUSGEBER:

Industrie- und Handelskammer Chemnitz
Geschäftsbereich Standortpolitik
Straße der Nationen 25
09111 Chemnitz
0371 6900-1250
www.chemnitz.ihk24.de

Industrie- und Handelskammer Dresden
Geschäftsbereich Standortpolitik und Kommunikation
Langer Weg 4
01239 Dresden
0351 2802-220
www.dresden.ihk.de

Industrie- und Handelskammer zu Leipzig
Abteilung Wirtschafts- und Bildungspolitik
Goerdelerring 5
04109 Leipzig
0341 1267-1254
www.leipzig.ihk.de

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