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Pressemitteilung | 30.03.2026

Wichtige Bausteine für Sachsens Zukunft: Sächsische IHKs bestärken Wirtschaftsminister Panter

Wirtschaftsminister Dirk Panter hat heute das sogenannte Zukunftspaket 1 für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Sachsen vorgestellt. Die Sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) haben sich mit den Inhalten vertraut gemacht und geben eine erste Einschätzung ab.

Chemnitz/Dresden/Leipzig, 30.03.2026

Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz: 
„Weniger und vereinfachte Bürokratie, Förderung von Mittelstand und Handwerk, schlankere und effizientere Staatsstrukturen, Investitionen in Bildung und Selbständigkeit - in einer Phase wirtschaftlicher Schwäche sowie tiefgreifender struktureller und gesellschaftlicher Veränderungen sind das richtige und wichtige Schritte, um finanzielle Stabilität mit einer zukunftsgerichteten Entwicklung in Einklang zu bringen. Gleichwohl markiert das Vorgestellte nur die erste Etappe eines von den Kammern seit Langem geforderten Paradigmenwechsels. Der Anfang der Strecke ist geschafft - viele weitere Schritte müssen noch folgen.“ Aus Sicht der IHKs ist unter anderem das avisierte „Once-Only“-Prinzip positiv hervorzuheben, wonach Unternehmen Daten und Nachweise nur noch einmal digital einreichen müssten, und Behörden diese Informationen dann intern austauschen, um Bürokratie abzubauen und Prozesse zu beschleunigen. Den Ankündigungen zum Vergaberecht, wonach Auslegungsspielräume für die Vereinfachung von Verfahren besser ausgenutzt und Schwellenwerte für freihändige Vergaben angehoben werden sollen, stimmen die Kammern ebenfalls zu, erneuern aber hinsichtlich einer künftigen Novellierung des Gesetzes ihren Appell, auf die Einbeziehung vergabefremder Aspekte zu verzichten. Die Digitalagentur Sachsen (DiAS) und das Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit Sachsen (ZEFAS) sollen laut Ankündigung in bestehende Einrichtungen integriert werden, um Einspar- und Effizienzpotenziale zu heben. Um Doppelstrukturen zu vermeiden und Synergien zu erzeugen, schlagen die IHKs hier einen noch weitergehenden Schritt vor, welcher mehrere Landesgesellschaften und -agenturen zu einer organisatorischen Einheit zusammenzuführt: die Wirtschaftsförderung Sachsen (WfS), das ZEFAS und die DiAS, die Sächsische Energieagentur (SAENA GmbH), die Sächsische Agentur für Regionale Lebensmittel (AgiL) sowie die futureSAX GmbH. Diese Bündelung würde nicht nur die Schlagkraft stärken, sondern die Ressourcennutzung optimieren und die Transparenz der Förder- und Beratungsangebote für Unternehmen verbessern. 

Dr. Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig: 
„Das GRW-Förderprogramm von Bund und Ländern ist für Sachsen das wichtigste Instrument der regionalen Wirtschafts- und Strukturpolitik. Deshalb ist es nur konsequent, wenn der Freistaat ankündigt, die Vereinfachungen des Bundes zum Anlass zu nehmen, die sächsischen Regularien zu verschlanken und den Fördervollzug zu vereinfachen. Um Effizienzpotenziale zu nutzen, bedarf es einer stärkeren Standardisierung und durchgängigen Digitalisierung der Verfahren. Mit Blick auf den in Vorbereitung befindlichen Doppelhaushalt 2027/2028 ist es für Investitionen, Innovationen und Transformationsprojekte sächsischer Unternehmen essenziell, dass der Freistaat die Kofinanzierung sicherstellt. Ohne ausreichende Landesmittel können Bundesmittel nicht abgerufen werden, was einen erheblichen Wettbewerbsnachteil bedeuten würde.“ Die Kammern begrüßen ausdrücklich die angekündigte Unterstützung von Minister Panter bei der Errichtung einer Zukunftsstiftung als neues strategisches Investitionsinstrument für Sachsen. Die sächsische Wirtschaft benötigt unabhängig von politischen Haushaltszyklen eine langfristige Finanzierungschiene für Innovationen, Forschung, Technologieentwicklung und Schlüsselprojekte. Eine Stiftung würde die langfristige Handlungsfähigkeit des Freistaates stärken und strategische Projekte über Legislaturperioden hinweg absichern. 

Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden: 
„Den sogenannten Meisterbonus von 2.000 auf 3.000 Euro zu erhöhen, zahlt nicht nur auf die Attraktivität des beruflichen Aufstiegs ein, es ist gerade angesichts der demographischen Entwicklung ein Signal zur richtigen Zeit, um mehr erfolgreiche Unternehmensnachfolgen zu ermöglichen. Handwerksmeister, Industriemeister und Fachmeister können sich über einen höheren Zuschuss freuen, Fachwirte gehen nach wie vor leer aus, obwohl es sich um Aufstiegsfortbildungen auf Augenhöhe handelt, was auch die gleiche Einstufung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) belegt. Hier sollte Sachsen dem Vorbild anderer Bundesländer folgen.“ Bestandteil des vorgestellten Zukunftspaketes sind auch Mittel für die Modernisierung und den Neubau Überbetrieblicher Berufsbildungsstätten des Handwerks. Die IHKs betrachten in diesem Zusammenhang einen Fokus auf ausreichende und vernünftig ausgestattete Wohnheime für Auszubildende an den Lernorten Berufsschule und Ausbildungsbetrieb für ebenso wichtig. Das Bundesprogramm „Junges Wohnen“ unterstützt diese Investitionen. Die Umsetzung der Projekte scheitert jedoch häufig daran, dass der Betrieb der Einrichtungen nicht wirtschaftlich dargestellt werden kann. Der Freistaat sollte das Programm deshalb um eine Landesförderung für private Betreiber ergänzen, um mehr Azubi-Wohnheime zu ermöglichen und damit die Attraktivität sächsischer Berufsbildungsstandorte zu stärken.

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