News

Pressemitteilung | 26.05.2026

Mehrwegoffensive umsetzen – freiwillige Lösung statt Verpackungssteuer

Leipzig, 26. Mai 2026. Die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, der DEHOGA Sachsen und die Handwerkskammer zu Leipzig lehnen die Einführung einer Verpackungssteuer weiterhin ab. Stattdessen sprechen sie sich im Vorfeld der Stadtratsentscheidung klar für die gemeinsam entwickelte Mehrwegoffensive, wie von der Stadtverwaltung eingebracht, aus. Diese setzt auf eine freiwillige, praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Umstellung von Einweg- auf Mehrwegsysteme im Gastronomie- und To-Go-Bereich.

Im Zentrum steht ein kooperativer Ansatz zwischen Stadt, Wirtschaft, Kammern und Verbänden. Die Mehrwegoffensive ermöglicht es Unternehmen, Mehrweg-Optionen dort einzusetzen, wo sie im Alltag funktionieren – ohne zusätzliche Bürokratie bei den Unternehmen, aber auch in der Stadtverwaltung und ohne neue finanzielle Belastungen.

„Die Betriebe sind bereit, ihren Beitrag zur Abfallvermeidung zu leisten. Entscheidend ist jedoch, dass Lösungen praktikabel sind und wirtschaftlich umsetzbar bleiben. Mit der Mehrwegoffensive haben wir die Chance, einen echten ‚Leipzig-Weg‘ zu gehen und als Stadtgesellschaft zu beweisen, was mit Kooperation möglich ist“, erklärt Dr. Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig.

Aus Sicht der Wirtschaft ist die freiwillige Mehrwegoffensive der wirksamste Ansatz zur tatsächlichen Reduzierung von Einwegverpackungen, da sie auf Umsetzung statt auf zusätzliche Regulierung setzt.

Im Gegensatz dazu bewerten IHK, HWK und DEHOGA die diskutierte Verpackungssteuer als nicht geeignetes Instrument. Sie würde zusätzliche Kosten und Bürokratie verursachen, ohne die notwendige Mehrweginfrastruktur unmittelbar zu stärken.

„Eine Verpackungssteuer schafft keine Mehrwegangebote. Sie erhöht die Belastung für Betriebe und Einwohner, ohne die praktischen Herausforderungen im Alltag zu lösen. Mit der kooperativen Mehrwegoffensive können wir in Leipzig stattdessen ein Modell entwickeln, das auch Vorbild für andere Regionen sein kann“, betont Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen e.V.

Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, ergänzt:

„Eine kommunale Verpackungssteuer löst weder ein Müll- noch ein Kostenproblem in Leipzig – sie führt vor allem zu zusätzlicher Bürokratie und belastet insbesondere kleine Handwerksbetriebe. Statt neuer Abgaben braucht es praktikable Lösungen wie den Ausbau von Mehrwegsystemen und Unterstützung bei der Umsetzung bestehender Vorschriften.“

IHK, HWK und DEHOGA setzen daher auf eine konsequente Unterstützung der Mehrwegoffensive und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure in der Stadt Leipzig.

Ihre Kontaktperson

Bei Fragen hilft Ihnen Carsten Wurtmann gerne weiter.

T: +49 341 1267-1131
M: +49 151 12671242
F: +49 341 1267-1474
E: carsten.wurtmann@leipzig.ihk.de

Porträt von Carsten Wurtmann