IHK-Umfrage unter Auszubildenden im 1. Ausbildungsjahr 2025/2026
Ergebnisse und Zahlen der IHK-Umfrage unter Auszubildenden für die Stadt Leipzig, den Landkreis Leipzig und den Landkreis Nordsachsen im Überblick.
Rund 78 Prozent der Auszubildenden gaben an, ihren Wunschberuf zu erlernen, was einem Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 85 Prozent der Befragten handelt es sich um die erste Ausbildung. Etwa 9 Prozent der Jugendlichen haben bereits zuvor eine Ausbildung abgebrochen.
Das persönliche Umfeld (Eltern, Freunde, Verwandte und Bekannte) mit 48 Prozent und praktische Erfahrungen mit 56 Prozent bleiben die wichtigsten Instrumente der Berufsorientierung. Während praktische Erfahrungen wie Praktika, Ferienjobs und Betriebsbesichtigungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozentpunkte zurückgingen, gewann das persönliche Umfeld deutlich an Bedeutung und wurde neu als wichtiger Einflussfaktor hervorgehoben. Zugleich hat die wahrgenommene Unterstützung der Auszubildenden durch Lehrkräfte um sechs Prozent zugenommen.
Die meisten Jugendlichen schätzen an einer Ausbildung den hohen Praxisbezug sowie sichere Zukunftsaussichten. Rund 93 Prozent bewerteten den Bezug zur Praxis als wichtig oder eher wichtig. Ebenso erhoffen sich rund 91 Prozent gute Übernahme- und Karrierechancen nach der Ausbildung. Für etwa 93 Prozent der Befragten war außerdem entscheidend, dass die beruflichen Aufgaben den eigenen Interessen entsprechen.
Auf ihren Ausbildungsbetrieb wurden die meisten Jugendlichen weiterhin über ihr persönliches Umfeld aufmerksam (48 Prozent). Gleichzeitig gingen die Internetseiten der Betriebe als Informationsquelle im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozentpunkte zurück, während Onlinebörsen und schulische Angebote an Bedeutung gewannen. Praktika, Ferienarbeit und Betriebsbesuche spielten für 19 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle.
Die Umfrage liefert erstmals Daten zu Beschäftigungsverhältnissen vor der Ausbildungsaufnahme und zeigt dabei auf, dass 29 Prozent der Befragten vor der Ausbildung ungelernt gearbeitet haben. Davon übten 70 Prozent die Tätigkeiten sechs Monate oder länger aus. 24 Prozent gaben sogar an, vor ihrer Ausbildung in Vollzeit gearbeitet zu haben; in Teilzeit waren es 32 Prozent. Als Gründe wurden Zeitüberbrückung (23 Prozent), Unsicherheiten bei der Berufswahl (24 Prozent), persönliche Gründe (19 Prozent) und Sonstiges (23 Prozent) genannt.
Viele Jugendliche bewerben sich weiterhin frühzeitig auf Ausbildungsplätze. Der Anteil früher Bewerbungen blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Rund 66 Prozent der Befragten verschickten ihre Bewerbung bereits bis März 2025 für eine im Sommer beginnende Ausbildung. Gleichzeitig erhielten etwa 61 Prozent innerhalb eines Monats eine Rückmeldung durch das Unternehmen.
Der aktuelle Ausbildungsmarkt kommt vielen Jugendlichen zugute. Mit nur einer Bewerbung erhielten rund 30 Prozent der Befragten bereits eine Zusage. Weitere 36 Prozent benötigten zwei bis fünf Bewerbungen. Um einen Ausbildungsplatz zu erhalten, mussten 13 Prozent der Teilnehmenden mehr als 15 Bewerbungen versenden.
Mobilität bleibt ein wichtiges Thema in der Ausbildung. Der Anteil der Auszubildenden, die aufgrund zu großer Entfernungen oder schlechter Erreichbarkeit der Ausbildungsstätten ein Ausbildungsplatzangebot ablehnten, beträgt 40 Prozent. Rund 15 Prozent der Auszubildenden sind für ihre Ausbildung umgezogen. Etwa 18 Prozent nutzen einen Wohnheimplatz oder eine Wohnung am Berufsschulstandort.
Die Wegezeiten unterscheiden sich deutlich zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Während rund 81 Prozent der Auszubildenden ihren Ausbildungsbetrieb innerhalb von maximal 60 Minuten erreichen, benötigen rund 61 Prozent maximal eine Stunde bis zur Berufsschule. Der Anteil derjenigen, die 90-120 Minuten benötigen, ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Öffentliche Verkehrsmittel spielen insbesondere für den Weg zur Berufsschule (80 Prozent) und zum Ausbildungsunternehmen (62 Prozent) weiterhin eine zentrale Rolle.
Unterrichtsausfall bleibt für viele Jugendliche ein Thema. Allerdings ging der Anteil der häufig von Unterrichtsausfall betroffenen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr signifikant zurück. Waren es im letzten Jahr noch 25 Prozent, gaben in diesem Jahr nur noch 10 Prozent der Befragten an, oft oder sehr oft von Unterrichtsausfall betroffen zu sein.
86 Prozent der Auszubildenden würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. Besonders positiv bewerten die Jugendlichen das Betriebsklima, die Betreuung durch die Ausbilderinnen und Ausbilder sowie das Image ihres Ausbildungsunternehmens.
Social Media bleibt ein wichtiger Bestandteil des Alltags junger Menschen. Während Instagram weiterhin den wichtigsten Kanal darstellt, nahm die Nutzung von TikTok im Vergleich zum Vorjahr weiter zu. Besonders häufig genutzt werden Instagram (81 Prozent), TikTok (66 Prozent) und YouTube (55 Prozent). Rund 77 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Ausbildungsunternehmen auf Social Media vertreten ist.
Künstliche Intelligenz gewinnt auch in der Ausbildung an Bedeutung. 60 Prozent der Auszubildenden nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit. Knapp mehr als die Hälfte (52 Prozent) setzt KI bereits in der Berufsschule ein, während etwa 25 Prozent KI im Ausbildungsbetrieb verwenden.
Die Angebote der Kammern sind vielen Auszubildenden bekannt. Rund 37 Prozent der befragten Auszubildenden kennen die Ausbildungsberatung ihrer IHK, etwa 31 Prozent sind mit regionalen Berufsfindungsmessen vertraut. Auch Workshops, Prüfungsvorbereitungen und Unterstützungsangebote (27 Prozent) sowie die Bundeskampagne „Jetzt#könnenlernen“ (Steigerung von 5 Prozent auf 11 Prozent) werden von Jugendlichen (stärker) wahrgenommen.