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Pressemitteilung | 09.04.2026

Ausbleibende Entlastungen gefährden Unternehmen und Standort

Sächsische IHKs fordern trotz erster Entspannungssignale zwischen USA und Iran kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoff- und Energiepreise

Chemnitz/Dresden/Leipzig, 09.04.2026. Trotz der aktuellen Entspannungssignale zwischen den USA und dem Iran appellieren die Sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) an die Bundesregierung, die Lage auf den globalen Energiemärkten weiter als ernste Gefahr für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland im Fokus zu behalten. Es gilt, ohne weitere Verzögerung Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft und Verbraucher schnell, zielgenau und wirksam zu entlasten. Gleichzeitig müssen mittel- und langfristige Marktentwicklungen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes in den Blick genommen werden. 

Max Jankowsky, Präsident der IHK Chemnitz:

„Die Kraftstoffpreise haben seit Beginn des Iran-Krieges in Deutschland um rund 50 Prozent zugenommen. Ob der Konflikt bald endet und sich die Situation auf den globalen Energiemärkten wieder entspannt, bleibt vorerst ungewiss und die Gefahr für unsere ohnehin angeschlagene Konjunktur somit akut. Wirtschafts- und Warenverkehre, Logistik, das Baugewerbe, Dienstleister aber auch viele Pendler sind heute noch auf Straßenverkehr und Kraftstoffe (Benzin, Diesel) angewiesen. Die drastische Verteuerung der Kraftstoffe wird daher die Preise in nahezu allen Wirtschaftsbereich treiben und Unternehmen in existenzielle Notsituationen bringen. Die Politik bleibt deshalb gefordert, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und für spürbare Entlastung zu sorgen.“

Dr. Andreas Sperl, Präsident der IHK Dresden:

„Die Bundesregierung muss jetzt schnell die staatlichen Komponenten in den Energiepreisen senken. Dazu zählen vor allem die Absenkung der Energiesteuern für Diesel, Benzin, Gas und Heizöl sowie der Stromsteuer auf europäisches Mindestmaß. Ersteres würde den aktuellen Preisschock an den Tankstellen und die Inflation entlang der Wertschöpfungsketten zumindest abfedern. 

Mittel- bis langfristig gesehen, werden die Folgen des Iran-Kriegs wohl noch länger für Knappheiten und ein erhöhtes Preisniveau auf den Weltmärkten für Erdgas- und -öl sorgen. Die Senkung der Stromsteuer kann dabei Anreize für die weitergehende Elektrifizierung des Energiesystems und für Alternativen zu diesen beiden Energieträgern auf Seiten der Abnehmer setzen.“

Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig:

„Die Lage ist mehr als dramatisch. Wir erwarten in solch einer Situation, dass der Bundeskanzler von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch macht und ein Machtwort spricht: Sowohl Energiesteuern auf Kraftstoffe als auch die Stromsteuer müssen unverzüglich auf das europäische Mindestniveau gesenkt werden! Alles andere ignoriert die wirtschaftliche Realität. Wenn die Politik nicht schnell handelt, werden dauerhaft hohe Transportkosten, zusätzlicher Inflationsdruck und eine weitere Schwächung unseres Standorts die Folge sein. Viele Unternehmen stehen ohnehin unter enormem Kostendruck.“

Foto: Engin Akyurt

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