Außenwirtschaftsnachrichten

Mehr als die verlängerte Werkbank – Warum der türkische Maschinenbau für sächsische Unternehmen interessanter wird AußenwirtschaftsNachrichten Weltweit erfolgreich – Seite 4 Gezielt statt zufällig: Internationale Geschäftspartner bei den CONTACT – Business Meetings finden Weltweit erfolgreich – Seite 10 Sächsische Delegationsreise nach Taiwan und Vietnam Weltweit erfolgreich – Seite 15 GERMAN-POLISH BUSINESS 2030 – KI IM KMU 5 Okt/Nov 2026

Inhalt Weltweit erfolgreich 3 Sachsens Industriemessen Intec und Z: Plattform für internationale Kooperation und Innovation 4 Gezielt statt zufällig: Internationale Geschäftspartner bei den CONTACT – Business Meetings finden 5 Mehr als die verlängerte Werkbank – Warum der türkische Maschinenbau für sächsische Unternehmen interessanter wird 10 Sächsische Delegationsreise nach Taiwan und Vietnam: Impulse für internationale Zusammenarbeit und Innovation 12 DAS Environmental Experts sieht großes Potenzial in Taiwan und den USA 15 Jubiläumsfeier: 25 Jahre Kontaktzentrum Polen der IHK Dresden 15 2. Konferenz „GERMAN-POLISH BUSINESS 2030 – KI im KMU“ 16 Business as usual? – Nicht auf dieser Reise! Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen 18 Markt- und Länderveranstaltungen 18 Online-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft 19 Präsenz-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft 19 Messen und Unternehmerreisen Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 23 Länderinformationen Geschäftsverbindungen 25 Aktuelle Kooperationsangebote ausländischer Unternehmen Tipps für die Außenwirtschaftspraxis 29 Kleinsendungen aus Drittstaaten Ansprechpartner | Impressum 31 Ansprechpartner 31 Impressum Kleinsendungen aus Drittstaaten Die ZollbefreiungsVO (1186/2009) wurde zum 1. Juli 2026 geändert: Für Waren in Sendungen bis 150 Euro gilt statt der bisherigen Abgabenfreiheit ein pauschaler Zoll von drei Euro je Ware bzw. angemeldeter Position. … mehr auf Seite 29 Business as usual? Nicht auf dieser Reise! Mosambik rückt als Zukunftsmarkt für deutsche Unternehmen in den Fokus. Eine Delegationsreise der IHK Chemnitz zeigt vor Ort: Rohstoffreichtum, milliardenschwere Investitionen und der Aufbau eigener Industrien eröffnen neue Geschäftschancen. … mehr auf Seite 16 Sachsens Industriemessen Intec und Z: Plattform für internationale Kooperation und Innovation Vom 2. bis 5. März 2027 finden in Leipzig Sachsens größte Industriemessen statt: die Intec sowie die Zuliefermesse Z. Die Messen bieten sächsischen Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau wieder eine ideale Plattform für globale Geschäftschancen. … mehr auf Seite 3 Interview: DAS Environmental Experts sieht großes Potenzial in Taiwan und den USA René Reichardt, CEO der DAS Environmental Expert GmbH, spricht vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, Nachhaltigkeitsanforderungen und des KI- und Halbleiterbooms über internationale Märkte, Taiwans Potenzial, den US-Ausbau und Erfolgsfaktoren im Auslandsgeschäft. … mehr ab Seite 12

Sachsens Industriemessen Intec und Z: Plattform für internationale Kooperation und Innovation Vom 2. bis 5. März 2027 finden in Leipzig Sachsens größte Industriemessen statt: die Intec, Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik, sowie die Zuliefermesse Z. Zusammen bilden Intec und Z die komplette Wertschöpfungskette ab, fungieren für Entscheider und Fachleute als unverzichtbarer Branchentreff und stellen eine wichtige Netzwerkplattform dar. Auf der Messe stellen sowohl global agierende Marktführer als auch kleine und mittelständische Unternehmen aus. Zur Messe werden zahlreiche internationale Aussteller und Wirtschaftsdelegationen eingeladen, unter anderem aus Frankreich, Tschechien, Polen sowie gegebenenfalls aus Zentralasien und Indien. Die Messen bieten sächsischen Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau wieder eine ideale Plattform, um sich über Geschäftschancen auf globalen Wachstumsmärkten zu informieren und neue Kontakte zu knüpfen. SAXONY!-Lounge Zentraler Anlaufpunkt und wichtiger Kommunikationsbereich sowohl für Fachbesucher als auch die Teilnehmer der internationalen Delegationen wird wieder die SAXONY!-Lounge der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) sein. Ab dem 2. März werden dort alle Delegationen empfangen. Die Lounge bietet zudem ideale Möglichkeiten zum Netzwerken. Darüber hinaus werden dort Brancheninfos präsentiert und der Freistaat als innovativer und moderner High-Tech-Standort vorgestellt. Internationales Forum Gemeinsam mit weiteren Partnern bereitet die WFS zudem ein umfangreiches Programm für das Internationale Forum vor, das am 3. März stattfindet. Dort werden sächsische Unternehmen auf Vertreter aus der Ukraine treffen, um gemeinsam Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und aktuelle Innovationsthemen zu besprechen. Geplant sind dabei praxisnahe Fachvorträge und Diskussionsrunden mit Akteuren aus beiden Ländern. Darüber hinaus wird es ein ergänzendes Besuchsprogramm für die ukrainischen Teilnehmer geben. Sachsen kann hierbei mit einer leistungsfähigen Infrastruktur, einer exzellenten Wissenschafts- und Forschungslandschaft sowie modernen Produktionsflächen und etablierten Kompetenzen in relevanten Industriezweigen und Technologiefeldern wie Robotik und industrielle Automatisierung punkten. SAXONY!visit-Besuchsprogramm Zudem werden im Rahmen des SAXONY!visit-Programms weitere internationale Unternehmensdelegationen zur Messe nach Sachsen eingeladen. Für diese Gäste wird es ebenfalls ein begleitendes Besuchsprogramm sowie geführte Fachrundgänge auf der Messe geben. Dort können sie den Wirtschaftsstandort Sachsen, seine Technologiekompetenzen und mögliche Kooperationspartner kennenlernen. Die sächsischen Unternehmen haben die Gelegenheit, ihre Firmen, Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Zum letzten Messedoppel 2025 präsentierten sich über 700 Aussteller aus 26 Ländern mit ihren Produkten und Dienstleistungen. den knapp 18.000 Besuchern aus 42 Ländern. Im kommenden Jahr werden ähnliche Aussteller- und Besucherzahlen erwartet. Einen Überblick über aktuelle Projekte, Termine und Ansprechpartner finden Sie im Veranstaltungskalender der WFS: www.standort-sachsen.de/veranstaltungen Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie den 14-täglichen Newsletter der WFS: www.standort-sachsen.de/newsletter Sandra Lange/WFS Treffpunkt SAXONY!-Lounge Rundgang internationaler Gäste 3 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Gezielt statt zufällig: Internationale Geschäftspartner bei den CONTACT – Business Meetings finden Internationale Geschäftskontakte entstehen nicht immer zufällig auf einer Messe. Wer gezielt nach neuen Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartnern sucht, braucht vor allem eines: die richtigen Gesprächspartner. Und genau hier setzen die CONTACT – Business Meetings an. Die internationale Kooperationsbörse CONTACT der IHK zu Leipzig und der sächsischen Partner des Enterprise Europe Network bringt Unternehmen aus dem In- und Ausland gezielt miteinander ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen individuelle B2B-Gespräche, die bereits im Vorfeld über eine Online-Plattform vereinbart werden. Teilnehmer können dort ihr Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren und gezielt nach passenden Geschäftspartnern suchen. Statt darauf zu hoffen, am Messestand oder in den Messehallen zufällig auf einen interessanten Kontakt zu treffen, können Gespräche bereits vor dem Messetag vorbereitet und terminiert werden. 30 Minuten stehen jeweils für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Die CONTACT – Business Meetings finden am 3. März 2027 bereits zum 17. Mal im Rahmen des Messeverbunds „Zuliefermesse/intec“ im Congress Center Leipzig der Leipziger Messe statt. Von 10:00 bis 17:00 Uhr bietet die Kooperationsbörse ein internationales Umfeld für neue Geschäftsanbahnungen und Kooperationen. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Produktionstechnik und Zulieferindustrie. Wer seine Messebeteiligung gezielt für neue internationale Geschäftskontakte nutzen möchte, findet bei den CONTACT – Business Meetings die passenden Rahmenbedingungen dafür. Weitere Informationen und Anmeldung: CONTACT – Business Meetings 2027 4 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Mehr als die verlängerte Werkbank – Warum der türkische Maschinenbau für sächsische Unternehmen interessanter wird Die Türkei wird im deutschen Maschinenbau häufig in zwei Schubladen gesteckt: günstiger Beschaffungsmarkt auf der einen, großer Absatzmarkt auf der anderen Seite. Beides ist richtig – und greift inzwischen zu kurz. Zwischen Istanbul, Bursa, Ankara, Konya und Izmir ist in den vergangenen Jahrzehnten ein industrielles Ökosystem entstanden, das vom einfachen Zulieferteil bis zur kompletten Produktionsanlage reicht. Die Größenordnung ist beachtlich. Nach Angaben des staatlichen Investitionsbüros erwirtschaftete der türkische Maschinenbau 2024 rund 57,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und beschäftigte mehr als 500.000 Menschen. Mehr als 59.000 Unternehmen sind in der Branche tätig. 2025 exportierten türkische Maschinenbauer Waren im Wert von 28,7 Milliarden US-Dollar in mehr als 200 Länder. Deutschland gehört neben Großbritannien, Frankreich und Italien zu den wichtigsten Absatzmärkten. Entscheidend ist dabei weniger die reine Größe als die industrielle Breite. Der Maschinenbau arbeitet nicht isoliert, sondern speist eine starke heimische Industrie: Automobilbau, Weiße Ware, Stahl, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Textilproduktion, Energie- und Lebensmittelindustrie sorgen für Nachfrage und zugleich für spezialisierte Zulieferketten. Das schafft einen Vorteil, den reine Niedrigkostenstandorte oft nicht besitzen: Konstruktion, Guss, Metallbearbeitung, Werkzeugbau, Montage und Systemintegration liegen vielerorts räumlich dicht beieinander. Ein Land, mehrere industrielle Zentren Wer den türkischen Maschinenbau verstehen will, sollte deshalb nicht nur nach Istanbul schauen. Die Branche verteilt sich auf mehrere industrielle Zentren, die jeweils eine eigene Logik entwickelt haben. Grob lässt sich eine Achse vom hochindustrialisierten Marmararaum im Nordwesten über das technologie- und projektorientierte Ankara bis zum mittelständischen Maschinenbau in Zentralanatolien und den exportorientierten Industriegebieten an der Ägäisküste ziehen. Diese regionale Arbeitsteilung ist für deutsche Unternehmen von praktischer Bedeutung. Wer einen Lieferanten für anspruchsvolle Metallteile sucht, sollte möglicherweise in einer anderen Region beginnen als ein Anbieter von Robotik, Messtechnik oder Sondermaschinen. Marmararegion: Das industrielle Kraftzentrum Das wirtschaftliche Schwergewicht liegt im Nordwesten des Landes rund um das Marmarameer. Istanbul fungiert dabei vor allem als Handels-, Finanz-, Vertriebs- und Logistikzentrum. Viele Unternehmenszentralen und internationale Niederlassungen befinden sich in der Metropole. Ein erheblicher Teil der eigentlichen industriellen Produktion liegt jedoch östlich und südlich der Stadt. Besonders wichtig ist Bursa. Die Stadt gehört zu den traditionsreichsten Industriezentren der Türkei und verbindet mehrere Branchen, die sich gegenseitig verstärken: Automobilbau, Maschinenbau, Metallverarbeitung und Textilindustrie. Die Region verfügt über 17 organisierte Industriezonen – sogenannte Organized Industrial Zones oder OSB – und beherbergt mehr als 1.000 Unternehmen mit ausländischem Kapital. In zahlreichen dieser Industriegebiete konzentrieren sich Maschinen-, Metall- und Automobilunternehmen unmittelbar nebeneinander. Containerschiff durchquert den Bosporus 5 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Diese räumliche Dichte ist ein Teil des Erfolgsmodells. Ein Maschinenbauer findet in der Region nicht nur einen Zerspaner oder Schweißbetrieb, sondern häufig auch Gießereien, Stahlverarbeiter, Werkzeugbauer, Automatisierungsspezialisten und Automotive-Zulieferer. Entsprechend breit ist das Produktionsspektrum. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem Textil- und Verpackungsmaschinen, CNC-Hydraulikpressen, Tafelscheren und weitere Maschinen für die Metallbearbeitung sowie Komponenten für den Schwermaschinenbau. Für sächsische Firmen ist Bursa deshalb besonders interessant, wenn industrielle Lieferketten aufgebaut werden sollen. Das gilt für bearbeitete Metallteile und Baugruppen ebenso wie für Werkzeug- und Formenbau oder die gemeinsame Entwicklung von Produktionsanlagen. Zugleich ist die Region ein potenzieller Absatzmarkt für Automatisierungs-, Mess- und Prüftechnik. Über den Hafen von Gemlik und die Nähe zum Großraum Istanbul verfügt Bursa zudem über vergleichsweise kurze Wege zu europäischen Märkten. Ankara: Maschinenbau trifft Hochtechnologie Rund 350 Kilometer weiter östlich verändert sich das industrielle Profil. Ankara ist nicht nur politisches Zentrum des Landes, sondern hat sich zu einem bedeutenden Standort für technologieorientierte Industrie entwickelt. Besonders sichtbar wird dies im Industriegebiet OSTİM. OSTİM gleicht weniger einem einzelnen Großstandort als einer Stadt aus mittelständischen Spezialisten. Mehr als 6.500 Unternehmen mit über 65.000 Beschäftigten arbeiten dort in 17 Hauptsektoren und 139 Geschäftsfeldern. Allein den Bereichen Maschinen und Maschinenausrüstung, Metallverarbeitung sowie Bau- und Arbeitsmaschinen werden jeweils mehrere hundert Unternehmen zugerechnet. Bemerkenswert ist die ausgeprägte Clusterstruktur. In OSTİM arbeiten Unternehmen unter anderem in Netzwerken für Bau- und Arbeitsmaschinen, Verteidigungs- und Luftfahrttechnik, Bahntechnik, Medizintechnik, Energie- und Umwelttechnologien sowie Kommunikationstechnologien zusammen. Damit unterscheidet sich Ankara deutlich von klassischen Lohnfertigungsstandorten. Konstruktion, Engineering und Systemintegration spielen hier eine größere Rolle. Der starke Verteidigungs- und Luftfahrtsektor hat zudem dazu beigetragen, Anforderungen an Präzision, Materialqualität, Rückverfolgbarkeit und technische Dokumentation in Teilen der Zulieferindustrie zu erhöhen. Für sächsische Unternehmen, die nicht nur einen Fertiger, sondern einen Entwicklungs- oder Technologiepartner suchen, kann Ankara deshalb besonders interessant sein. Schnittstellen bestehen etwa bei Sondermaschinen, Sensorik, Steuerungstechnik, Bahntechnik, Prüfständen, Produktionsautomatisierung sowie Energie- und Umwelttechnologien. Ankara 6 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Konya: Der unterschätzte Mittelstand im anatolischen Kernland Noch einmal anders präsentiert sich Konya. Die Millionenstadt in Zentralanatolien steht für eine Industrieentwicklung, die ihren Ursprung nicht in internationalen Großkonzernen, sondern in Landwirtschaft und regionalem Unternehmertum hat. Die Mechanisierung der Landwirtschaft erzeugte früh Nachfrage nach Maschinen, Ersatzteilen und Reparaturbetrieben. Aus diesen Strukturen entwickelten sich Landmaschinenbau, Gießereien, Metallbearbeitung, Automotive-Zulieferung sowie Maschinen für Mühlen und Lebensmittelproduktion. Mit wachsender Fertigungstiefe begannen Unternehmen wiederum, Maschinen für die eigene Maschinenproduktion herzustellen. Heute gehört der Maschinenbau zu den wichtigsten Exportbranchen der Region. Nach Angaben der regionalen Investitionsagentur entfallen rund 22 Prozent der Exporte Konyas auf Maschinenbauprodukte. Besonders stark ist die Region bei Metallbearbeitungsmaschinen sowie Landmaschinen und deren Komponenten. Daneben bestehen spezialisierte Cluster für Automotive-Zulieferung, Gießereien und Agrartechnik. Konya zeigt damit eine Stärke, die für deutsche Mittelständler interessant sein kann: Viele Unternehmen sind selbst familien- oder inhabergeführt, technisch spezialisiert und an kundenspezifische Lösungen sowie vergleichsweise kleine und mittlere Serien gewöhnt. Das kann die Zusammenarbeit erleichtern. Gerade für sächsische Maschinenbauer, die keine Millionenstückzahlen benötigen, sondern Gusskomponenten, mechanisch bearbeitete Teile, Schweißkonstruktionen oder individuelle Baugruppen suchen, lohnt sich ein Blick nach Zentralanatolien. Gleichzeitig ist Konya selbst ein Absatzmarkt. Mit der Modernisierung der Unternehmen wächst dort der Bedarf an moderner Zerspanung, Qualitätssicherung, Automatisierung und digitaler Produktion. Dass die Fachmesse MAKTEK Konya 2027 genau diese Bereiche von Werkzeugmaschinen über Messsysteme bis zu CAD/CAM-Technologien bündelt, ist deshalb kein Zufall. Izmir und die Ägäis: Exportorientierung trifft neue Technologien Der vierte Schwerpunkt liegt an der Ägäisküste im Westen des Landes. Izmir verbindet einen großen Hafen- und Handelsstandort mit einer breit diversifizierten Industriebasis. Auch hier spielen organisierte Industriezonen eine Schlüsselrolle. In der Provinz bestehen derzeit 17 solcher Zonen, von denen 13 in Betrieb sind. Allein die İzmir Atatürk Organized Industrial Zone zählt mehr als 600 Unternehmen und rund 43.000 Beschäftigte. Die deutlich größere Kemalpaşa Organized Industrial Zone beherbergt mehr als 500 Unternehmen; Maschinenbau gehört dort zu den wesentlichen Branchen. Das industrielle Profil ist zugleich breiter als an vielen anderen Standorten. Maschinen- und Metallindustrie treffen hier auf Windenergietechnik, Kälte- und Klimatechnik, Automotive, Aerospace sowie Lebensmittelverarbeitung. Ein eigenes Maschinen-, Metall- und Gusscluster sowie ein Netzwerk der Kälte- und Klimatechnikindustrie verdeutlichen die Spezialisierung. Zahlreiche internationale Industrieunternehmen haben in der Region Produktions- oder Engineeringstandorte aufgebaut. Für sächsische Unternehmen kann die Ägäisregion daher insbesondere bei Energie- und Umwelttechnik, industrieller Kälte, Antriebstechnik, Komponentenfertigung, Werkzeugen und Produktionstechnik interessant sein. Die Kombination aus industrieller Basis und Hafenanbindung macht die Region zugleich zu einem geeigneten Standort für Unternehmen, die nicht ausschließlich den türkischen Binnenmarkt im Blick haben. Die geografische Betrachtung zeigt damit ein differenziertes Bild: Bursa steht besonders für Automotive, Metallverarbeitung und produktionsnahen Maschinenbau; Ankara für Engineering und technologieorientierte Industrie; Konya für mittelständische Fertigung, Guss, Agrar- und Metallbearbeitungstechnik; Izmir für exportorientierte Industrie, Energie- und Maschinenbautechnologien. Istanbul bleibt das kommerzielle Tor zum Markt – aber eben nicht der einzige Ort, an dem der türkische Maschinenbau stattfindet. Warum türkische Hersteller konkurrenzfähig sind Der traditionelle Kostenvorteil spielt weiterhin eine Rolle, erklärt den Erfolg aber nicht mehr vollständig. Die türkische Industrie verbindet vergleichsweise wettbewerbsfähige Produktionskosten mit einer tiefen Zulieferbasis, kurzen Entscheidungswegen und einer hohen Flexibilität bei kundenspezifischen Produkten. Containerschiff in der Izmir-Buch 7 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Die geografische Nähe zu Europa reduziert zudem Transportzeiten gegenüber weiter entfernten Beschaffungsmärkten. Hinzu kommt die Zollunion mit der Europäischen Union. Sie besteht für einen Großteil der Industriegüter seit 1996 und erleichtert den Warenverkehr erheblich. Gleichzeitig hat die Türkei im Zuge dieser Integration große Teile des europäischen technischen Produktrechts übernommen. Interessant ist außerdem, wie sich die Exportstruktur verändert. Der türkische Maschinenexport ist in den vergangenen 20 Jahren nach Angaben des staatlichen Investitionsbüros etwa um das Zehnfache gestiegen. 2025 erreichte der durchschnittliche Exportwert mit 8,1 US-Dollar je Kilogramm einen neuen Höchststand. Das ist für sich genommen kein Qualitätsnachweis, zeigt aber, dass sich die Branche zunehmend um Produkte mit höherer Wertschöpfung bemüht. Gerade hier liegt auch eine Chance für Sachsen. Die Automatisierung der türkischen Industrie ist noch nicht abgeschlossen. 2024 waren nach Angaben der US-Handelsbehörde rund 29.200 Industrieroboter in der Türkei im Einsatz. Mit 51 Robotern je 10.000 Beschäftigten liegt die Roboterdichte insgesamt noch deutlich unter dem von der Quelle genannten internationalen Durchschnitt von 162. Gleichzeitig erreicht die türkische Automobilindustrie mit mehr als 260 Robotern je 10.000 Beschäftigten bereits ein wesentlich höheres Niveau. Der Nachholbedarf außerhalb der großen Automotive-Werke eröffnet Märkte für Robotik, Sensorik, Maschinensteuerungen, Messtechnik, industrielle Software, Predictive Maintenance und Lösungen zur Energie- und Ressourceneffizienz. Und wie steht es um die Qualität? Die Spannweite innerhalb der Branche ist groß. Neben stark preisorientierten Herstellern gibt es Unternehmen, die seit Jahren an europäische Automobil-, Luftfahrt-, Hausgeräte- oder Maschinenbaukonzerne liefern und entsprechend anspruchsvolle Qualitätsmanagement- und Produktionsprozesse aufgebaut haben. Insbesondere Automotive und Luftfahrt gehörten in der Türkei zu den frühen Anwendern moderner Fertigungstechnologien. Internationale Kunden und OEMs zwingen ihre lokalen Zulieferer, hohe technische und qualitative Anforderungen zu erfüllen. Auch die CE-Kennzeichnung schafft eine gemeinsame regulatorische Sprache. Die Türkei hat wesentliche Teile des europäischen Produktsicherheitsrechts übernommen; für Maschinen gelten entsprechende Konformitätsanforderungen. Wichtig ist allerdings: CE ist kein Qualitätssiegel. Die Kennzeichnung bestätigt die Konformität mit den einschlägigen technischen Vorschriften. Über Fertigungspräzision, Lebensdauer, Prozessstabilität oder die Qualität eines Lieferanten sagt sie allein wenig aus. Für deutsche Einkäufer bleibt deshalb die klassische Lieferantenqualifizierung entscheidend: Wie werden Materialien rückverfolgt? Welche Mess- und Prüfmittel stehen zur Verfügung? Wie werden Schweiß-, Guss- oder Bearbeitungsprozesse dokumentiert? Gibt es belastbare Referenzen aus EU-Märkten? Wie funktionieren Änderungsmanagement, Ersatzteilversorgung und Service? Bei anspruchsvollen Bauteilen ist ein Audit vor Ort häufig aussagekräftiger als eine lange Liste von Zertifikaten. Zusätzliche Bedeutung bekommt das Thema durch die neue EU-Maschinenverordnung. Die Verordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027. Wer heute gemeinsam Maschinen oder Komponenten für den europäischen Markt entwickelt, sollte die neuen Anforderungen deshalb bereits bei Konstruktion und Dokumentation berücksichtigen. Wo Sachsen und die Türkei zusammenpassen Die interessantesten Kooperationen liegen nicht unbedingt dort, wo der niedrigste Teilepreis gesucht wird. Eine aussichtsreiche Arbeitsteilung entsteht vielmehr, wenn türkische Fertigungstiefe und Flexibilität auf sächsische Kompetenzen bei Präzision, Automatisierung und Spezialmaschinenbau treffen. Für sächsische Unternehmen kann die Türkei einerseits Beschaffungsmarkt für bearbeitete Komponenten, Guss- und Metallteile, Baugruppen, Formen oder kundenspezifische Fertigung sein. Andererseits entsteht ein wachsender Absatzmarkt für Robotik, Messtechnik, Sensorik, Steuerungstechnik, energieeffiziente Antriebe, industrielle Software und Retrofit-Lösungen. Ein drittes Modell ist die gemeinsame Entwicklung: Ein sächsischer Technologieanbieter liefert beispielsweise Kerntechnologie und Engineering, während ein türkischer Partner Fertigung, Montage und Service übernimmt. Von dort aus lassen sich wiederum Märkte im Nahen Osten, in Zentralasien und Nordafrika adressieren. Seit 2014 besteht zwischen dem Türkischen Maschinenbauverband „Turkish Machinery“ und dem sächsischen Maschinenbaunetzwerk „Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ“ eine Partnerschaft. Über viele Jahre wurden sowohl in Sachsen als auch in der Türkei Delegationsreisen, Technologieforen und Messebeteiligungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Sachsen oder der IHK Chemnitz organisiert. Ziel ist es, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in unterschiedlichen Technologiefeldern des Maschinenbaus zwischen beiden Ländern zu befördern. Die Wirtschaftsförderung Sachsen beschreibt die Türkei gerade wegen dieser geografischen Lage als Fertigungsdrehscheibe zwischen EU, MENA-Region und Zentralasien. Die Industrie ist seit Jahrzehnten eng in europäische Lieferketten integriert. Dass der Markt in Sachsen stärker in den Fokus rückt, ist kein Zufall. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung Sachsen haben sich die sächsischen Exporte in die Türkei seit 2020 nahezu verdoppelt. 2026 organisierte die WFS zudem eine eigene Markterkundungsreise mit dem Schwerpunkt Maschinenbau, Robotik und Fertigungstechnologien. 8 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026

Die Messe als Türöffner – aber nicht als Selbstzweck Für einen Einstieg in den Markt bieten sich 2027 drei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten besonders an. Ein Partner auf Augenhöhe Die Türkei ist damit weder ein Ersatz für China noch einfach eine kostengünstigere Version des europäischen Maschinenbaus. Ihre Stärke liegt in der Kombination aus großer industrieller Basis, mittelständischer Fertigung, Nähe zur EU und Zugang zu angrenzenden Wachstumsmärkten. Wer den Markt erschließen will, sollte allerdings genauer hinsehen, als es der Begriff „Türkei“ zunächst vermuten lässt. Zwischen Bursa, Ankara, Konya und Izmir liegen nicht nur mehrere hundert Kilometer, sondern zum Teil grundverschiedene industrielle Ökosysteme. Genau darin liegt eine Chance. Ein sächsischer Sondermaschinenbauer kann in Ankara auf einen Engineeringpartner treffen, in Konya auf einen flexiblen Metallverarbeiter, in Bursa auf einen erfahrenen Automotive-Zulieferer und in Izmir auf einen Partner für Energie- oder Produktionstechnik. Die größte Chance entsteht deshalb nicht dort, wo beide Seiten dasselbe etwas billiger produzieren wollen. Sie entsteht dort, wo sich Kompetenzen ergänzen: türkische Fertigungsgeschwindigkeit und Lieferantentiefe auf der einen Seite, sächsische Präzision, Automatisierung und Spezialwissen auf der anderen. Wer den türkischen Maschinenbau ausschließlich über den Preis betrachtet, dürfte einen wesentlichen Teil seines Potenzials übersehen. Tobias Runte Messe Termin 2027 Besonders interessant für WIN EURASIA, Istanbul 2. – 5. Juni Fabrikautomation, Robotik, Maschinenautomation, Schweiß- und Verbindungstechnik, elektrische Ausrüstung und digitale Produktion. Für sächsische Anbieter von Automatisierungs- und Produktionstechnik wahrscheinlich der breiteste Einstieg. ALUEXPO, Istanbul 23. – 25. September Aluminiumverarbeitung, Gießerei-, Wärmebehandlungs- und Produktionstechnik, Maschinen und Ausrüstungen. Besonders interessant für Unternehmen mit Lösungen für Metallbearbeitung, Werkstofftechnik, Guss, Oberflächen und Produktion. MAKTEK Konya 20. – 23. Oktober Werkzeugmaschinen, Metall- und Blechbearbeitung, Schneidwerkzeuge, Qualitäts- und Messtechnik, CAD/CAM, PLM und Fertigungstechnologien. Besonders geeignet, um den industriellen Mittelstand Zentralanatoliens kennenzulernen. 9 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Sächsische Delegationsreise nach Taiwan und Vietnam: Impulse für internationale Zusammenarbeit und Innovation Intensive Einblicke in zwei dynamische Märkte, die für Sachsens Wirtschaft großes Potenzial bieten, gab es Anfang September auf der von Wirtschaftsminister Dirk Panter geleiteten Delegationsreise nach Taiwan und Vietnam. Ziel der Reise war es, bestehende Beziehungen zu festigen, neue Kooperationsmöglichkeiten zu identifizieren und konkrete Projekte voranzutreiben. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzten die zahlreichen Termine, um den Austausch zu intensivieren und nachhaltige Partnerschaften zu fördern. Taiwan: Halbleiterindustrie als Motor für Innovation und Partnerschaft Der Auftakt der Delegationsreise führte die Teilnehmer nach Taiwan, wo mit der SEMICON eine der weltweit größten Halbleitermessen stattfand. Die Region „Silicon Saxony“ präsentierte sich als Europas führender Standort für Mikroelektronik und Halbleitertechnologie. Mit über 60 Teilnehmern aus Sachsen, darunter 13 ausstellenden Unternehmen und zahlreichen Vertretern aus Industrie, Forschung und Kommunen, war die sächsische Präsenz größer als im letzten Jahr. Sie konnten vor Ort ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten und Geschäftskontakte ausbauen. Die Gespräche auf der SEMICON und bei weiteren Terminen verdeutlichten die Relevanz von Taiwan als globales Zentrum für Chipfertigung und hochspezialisierte Zuliefernetzwerke. Staatsminister Panter hatte die Gelegenheit – nach dem taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te sowie mehreren Ministern – eine Keynote auf dem EU-Investment Forum zu halten. Dort stellte er Sachsens Vision als eines der führenden Halbleiterzentren Europas vor und erörterte zukünftige Kooperationsmöglichkeiten, darunter auch Perspektiven im Zusammenhang mit einem möglichen „EU Chips Act 2.0“. Neben dem Messebesuch fanden zahlreiche bilaterale Gespräche statt, unter anderem mit bedeutenden taiwanischen Firmen und Industrieverbänden, dem German Trade Office Taipei (AHK Taiwan) und dem German Institute Taipei. Die Delegation nutzte die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Partnerschaften anzubahnen. Kooperationsvereinbarungen für engere Zusammenarbeit Höhepunkte waren die Unterzeichnung von zwei Kooperationsvereinbarungen: So hat das Branchennetzwerk Silicon Saxony Pressegespräch auf der Semicon Taiwan 10 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026

eine Kooperationsvereinbarung mit der Taiwan Electronic Equipment Industry Association TEEIA unterzeichnet, die der Stärkung der Halbleiter-Lieferketten zwischen Deutschland und Taiwan dienen soll. Ein zweites Memorandum of Understanding wurde von der Stadt Chemnitz und der Region Kaohsiung unterzeichnet, das den Ausbau der Zusammenarbeit in der Mikroelektronik zum Ziel hat. Chemnitz bringt sein Ökosystem aus Forschung und Industrie ein, während Kaohsiung als Zentrum für Hightech und Innovation gilt – eine ideale Basis für gemeinsame Projekte und Investitionen. Die zahlreichen Netzwerkveranstaltungen, darunter das traditionelle Taiwan-Saxony Networking Dinner mit TSMC und weiteren Unternehmen und ein Investorenseminar, auf dem WFSGeschäftsführer Thomas Horn den Halbleiterstandort Sachsen präsentierte, boten Gelegenheiten für Austausch und die Entwicklung neuer Ideen. Vietnam: Nachhaltige Kooperationen und Zukunftsfelder für Sachsens Wirtschaft Im Anschluss führte die Delegationsreise nach Vietnam, einem Land, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der dynamischsten Wirtschaftspartner Deutschlands in Südostasien entwickelt hat. Die Delegation besuchte Hanoi und HoChi-Minh-Stadt, wo sie intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen führte. Im Fokus standen Zukunftsfelder wie Umwelt- und Energietechnik, Wasserwirtschaft, Infrastruktur und die Fachkräfteausbildung und -migration. Die langjährigen Beziehungen zwischen Sachsen und Vietnam – von den vietnamesischen Studierenden in der DDR bis hin zur Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Ho-ChiMinh-City – bilden eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit. Ein besonderes Highlight der Reise war der Besuch der neuen Wasseraufbereitungsanlage in der nordvietnamesischen Provinz Hoa Binh, die täglich rund 150.000 Kubikmeter Wasser aus dem Schwarzen Fluss aufbereitet und damit zur Trinkwasserversorgung von mehr als einer Million Menschen in der Provinz und Hanoi beiträgt. Die Leipziger Wasserexperten von Tilia und ihres Tochterunternehmens Aone Deutschland AG, waren als EPC-Partner für Planung, Materialbeschaffung, Technologie und Bau maßgeblich beteiligt. Solche Projekte verdeutlichen, wie sächsisches Knowhow und technische Spitzenleistung in Vietnam gefragt ist und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Die enge Partnerschaft zwischen dem Klinikum MH 175 in HoChi-Minh-Stadt und den Leipziger Kliniken steht beispielhaft für die erfolgreiche deutsch-vietnamesische Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Ebenso verdeutlicht die Kooperation des Fraunhofer ENAS aus Chemnitz mit der Becamex Group die Vielfalt und Innovationskraft gemeinsamer Projekte zwischen Sachsen und Vietnam. Zukunftsfelder für sächsische Unternehmen Die Delegation nutzte die hochrangigen Gespräche in Ministerien und Unternehmen, um tiefgehende Einblicke in die industrie- und innovationspolitischen Prioritäten Vietnams zu gewinnen und neue Wege für eine intensivere Zusammenarbeit zu erschließen. Im Zentrum standen dabei Themen wie die Sicherung des Fachkräftebedarfs, die Förderung von Umwelttechnologien und vor allem die Entwicklung moderner Infrastruktur. Die umfangreichen Großprojekte, die derzeit in Vietnam realisiert werden, eröffnen vielfältige Chancen für sächsische Unternehmen und Institutionen. Der landesweite Ausbau des Schienennetzes, die Erweiterung der Metro-Systeme in den urbanen Zentren sowie die Errichtung neuer Wirtschafts- und Logistikzentren sind zentrale Vorhaben, die nicht nur die Mobilität und Effizienz im Land steigern, sondern auch nachhaltige Impulse für Wirtschaftswachstum und Innovation setzen. Die Reise nach Vietnam hat gezeigt: Die Möglichkeiten für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Vietnam sind vielfältig und reichen von Handel und Investitionen bis hin zu Bildung, Wissenschaft und Fachkräften. Die geknüpften Kontakte und die erfolgreichen Projekte vor Ort bieten eine solide Basis für die Entwicklung langfristiger Partnerschaften. Dabei ist insbesondere die Entwicklung der Infrastruktur in Vietnam nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Zukunftsfeld, das zahlreiche Chancen für gemeinsame Kooperationen und Investitionen eröffnet. Sandra Lange/WFS Geschmückte Hauptstrasse in Ho-Chi-Minh-Stadt 11 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

DAS Environmental Experts sieht großes Potenzial in Taiwan und den USA Wie verändert sich das internationale Geschäft in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und des weltweiten Booms bei KI und Halbleitern? René Reichardt, CEO der DAS Environmental Expert GmbH, spricht über internationale Märkte, das Potenzial Taiwans, den Ausbau der Aktivitäten in den USA und darüber, worauf es beim erfolgreichen Einstieg ins Auslandsgeschäft ankommt. Seit wann und auf welchen Märkten sind Sie international unterwegs? DAS Environmental Experts wurde 1991 in Dresden gegründet und ist seit 1997 international tätig. Heute begleiten wir Industrieunternehmen weltweit mit Lösungen für die industrielle Abgas- und Wasseraufbereitung. Unsere Schwerpunkte liegen in Europa, Asien und Nordamerika. Besonders stark vertreten sind wir in Industrien mit hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz – allen voran in der Halbleiterindustrie, aber auch in der Batterie-, Solar-, Chemie-, Pharma- sowie Lebensmittelindustrie. Mit unserem Hauptsitz in Dresden, acht internationalen Niederlassungen und 15 Servicestandorten verbinden wir regionale Nähe mit globaler Präsenz und begleiten unsere Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen. Unsere Technologien kommen heute in 45 Prozent aller Halbleiterfabs weltweit zum Einsatz – vier der fünf größten Halbleiterhersteller zählen zu unseren Kunden. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell im Auslandsgeschäft? Das internationale Geschäft ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Geopolitische Entwicklungen, regionale wirtschaftspolitische Anforderungen und Veränderungen in den globalen Lieferketten beeinflussen Investitionsentscheidungen heute stärker als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig steigen weltweit die Anforderungen an Ressourceneffizienz, Emissionsminderung und nachhaltige Produktionsprozesse. Nachhaltigkeit entwickelt sich dabei von einer rein regulatorischen Vorgabe zu einem entscheidenden Investitionsfaktor. Der weltweite Ausbau von KI-Infrastruktur und Halbleiterkapazitäten verändert die Kriterien für industrielle Produktionsstandorte grundlegend: Nachhaltigkeit wird somit zu einer infrastrukturellen Grundvoraussetzung für künftiges Wachstum und globale Wettbewerbsfähigkeit. Für uns bedeutet das, globale Erfahrung mit lokalem Marktverständnis zu verbinden. Technologische Exzellenz allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, die regulatorischen Anforderungen, kulturellen Besonderheiten und Erwartungen unserer Kunden in den jeweiligen Märkten genau zu kennen. Das gelingt uns maßgeblich durch unsere lokalen Teams und ihre enge Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten – sei es direkt in der Fab oder in einem unserer Innovations- und Supportzentren. Welches Potenzial sehen Sie auf dem taiwanesischen Markt? Die taiwanesische Hightech-Industrie erlebt derzeit ein bedeutendes Wachstum, das maßgeblich von der weltweiten Nachfrage nach KI-Infrastruktur getrieben wird – was sich für uns in einem kurzfristig sehr hohen Auftragsvolumen widerspiegelt. Da Taiwan weltweit zu den wichtigsten Innovationszentren der Halbleiterindustrie gehört und dort entstehende Technologien oft Maßstäbe für die gesamte Branche setzen, wird sich die Insel auch mittelfristig auf die technologische Marktführerschaft konzentrieren. Für uns bietet dies die ideale Chance: Durch unser Innovationszentrum vor Ort können wir gemeinsam mit unseren Kunden die Umwelttechnologien der nächsten Generation entwickeln und diese zukunftsweisenden Ansätze frühzeitig in andere internationale Projekte überführen. Sie haben im letzten Jahr Ihre Aktivitäten in den USA ausgebaut und ein Innovations- und Supportzentrum eröffnet. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Mit unserem Innovation & Support Center in Arizona haben wir bewusst die Nähe zu einem der weltweit wichtigsten Standorte der Halbleiterindustrie gesucht. Für uns war dieser Schritt weit 12 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich INTERVIEW „Internationale Märkte lassen sich langfristig am erfolgreichsten entwickeln, wenn technologische Kompetenz mit lokaler Präsenz und partnerschaftlicher Zusammenarbeit verbunden wird.“ René Reichardt, CEO der DAS Environmental Expert GmbH

Hauptsitz der DAS Environmental Expert GmbH in Dresden Einblicke in den DAS-Unternehmenscampus in Dresden Anlagen und Lösungen für saubere Luft ÜBER DAS ENVIRONMENTAL EXPERTS DAS Environmental Experts, 1991 in Dresden gegründet, ist ein international aktiver Anbieter für industrielle Abgasreinigung und Wasseraufbereitung. Seine innovativen Lösungen unterstützen Unternehmen aus der Halbleiter-, Solar-, Chemie-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie bei Umweltkonformität und nachhaltigem Ressourcenmanagement. Mit über 950 Mitarbeitenden und acht Niederlassungen verbindet das Unternehmen globales Know-how mit lokaler Präsenz. Die Produkte entstehen in Deutschland. Ergänzt wird das Portfolio durch umfassenden Service für Abgas- und Abwasserbehandlung sowie durch Innovations- und Supportzentren in Dresden, Taiwan und den USA. DAS Environmental Experts investiert kontinuierlich in nachhaltige Forschung auf dem eigenen Innovationscampus in Dresden und teilt technologische Fortschritte mit Kunden, Mitarbeitenden und der Gesellschaft. Mehr unter: www.das-ee.com 13 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich mehr als die Eröffnung eines weiteren US-Standorts – er ist Ausdruck unseres langfristigen Engagements auf dem nordamerikanischen Markt. Unsere bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Die direkte Präsenz vor Ort ermöglicht einen noch engeren Austausch mit unseren Kunden und Partnern, ein besseres Verständnis der regionalen Anforderungen und natürlich ein qualitativ hochwertigeres Training unserer Serviceteams. Insgesamt bestätigt uns der Standort in Arizona in unserer Strategie: Internationale Märkte lassen sich langfristig am erfolgreichsten entwickeln, wenn technologische Kompetenz mit lokaler Präsenz und partnerschaftlicher Zusammenarbeit verbunden wird. Was empfehlen Sie Exporteinsteigern? Internationalisierung beginnt aus unserer Sicht lange vor dem ersten Auftrag. Erfolgreiches Auslandsgeschäft erfordert die Nähe zum Markt, Geduld, Investitionsbereitschaft, ein tiefes Verständnis für die jeweiligen Zielregionen und die Bereitschaft, langfristige Beziehungen aufzubauen. Wer hier erfolgreich sein will, sollte nicht beim Produkt anfangen, sondern beim Markt: Wer sind die Kunden, was treibt sie an und mit wem lässt sich vertrauensvoll zusammenarbeiten? Das entscheidet später über Tempo und Erfolg im Auslandsgeschäft. Unser Rat lautet daher: Klein anfangen, genau zuhören und den Markt Schritt für Schritt entwickeln. Dabei gibt es viele hilfreiche sächsische Initiativen, wie beispielsweise Delegationsreisen oder Matchmakings auf europäischen Messen. Internationalisierung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine strategische Investition in die Zukunft des Unternehmens. Gerade technologieorientierte Unternehmen aus Sachsen bringen dafür hervorragende Voraussetzungen mit. Unsere Region steht für Innovationskraft, technische Expertise und hohe Qualitätsstandards – das sind Eigenschaften, die auf internationalen Märkten geschätzt werden und beispielsweise unter der Marke Silicon Saxony bekannt sind. Die Fragen stellte Sandra Lange/WFS. Anlagen und Lösungen für sauberes Wasser

Jubiläumsfeier: 25 Jahre Kontaktzentrum Polen der IHK Dresden Im Jahre 2001 befand sich Polen noch mitten in den Beitrittsverhandlungen zur EU. Aber bereits in diesem Jahr entschied sich die IHK Dresden, ein strategisches Kontaktzentrum zwischen der sächsischen und polnischen Wirtschaft aufzubauen. Seitdem vermittelt das Kontaktzentrum Polen der IHK Dresden Unternehmen über die Grenze hinweg, organisiert Fachkonferenzen, Unternehmerreisen, Netzwerkveranstaltungen und unterstützt bei rechtlichen Fragen und Existenzgründungen. Am 31. August feierte das Kontaktzentrum in der IHK-Geschäftsstelle Görlitz deshalb sein Jubiläum mit über 70 deutschen und polnischen Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung, die die Zusammenarbeit maßgeblich mitgeprägt haben und blickten gemeinsam zurück auf 25 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Podiumsdiskussion mit Moderator Manuel Schubinski, IHKPräsident Dr. Andreas Sperl, Botschaftsrat Marcin Król und stellvertretender Generalkonsul Torsten Göhler (v.l.n.r.) in der Geschäftsstelle Görlitz 2. Konferenz „GERMAN-POLISH BUSINESS 2030 – KI im KMU“ Unternehmen und Experten aus Sachsen und Polen zeigen auf der Konferenz, wie Künstliche Intelligenz bereits heute konkrete betriebliche Herausforderungen löst. Anhand erfolgreicher Praxisbeispiele erhalten die Teilnehmer Einblicke in bezahlbare und direkt umsetzbare KI-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen und erfahren, wie der Einstieg in die Nutzung von KI gelingen kann. Polen hat sich zu einem der dynamischsten Technologie- und ITStandorte Europas entwickelt. Mit seiner starken Softwarebranche, einer lebendigen Start-up-Szene und gezielten Investitionen in KI bietet das Land zahlreiche Impulse für Unternehmen. Projekte wie das Sprachmodell PLLuM unterstreichen den Anspruch, eigene KI-Kompetenzen und digitale Souveränität weiter auszubauen. Die Konferenz bietet die Gelegenheit, von deutschen und polnischen Experten zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und potenzielle Geschäftspartner kennenzulernen. Darüber hinaus werfen wir einen Blick auf die Technologien von morgen: Welche Entwicklungen werden die kommenden Jahre prägen und welche Chancen ergeben sich daraus für kleine und mittlere Unternehmen? Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird simultan in deutscher und polnischer Sprache gedolmetscht. Zielgruppe: KMU aus dem produzierenden Gewerbe, Verwaltung sowie Logistik und Transport Datum: 3. Dezember 2026 Beginn: 14:00 Uhr Ort: IHK Dresden, Geschäftsstelle Görlitz, Jakobstraße 14, 02826 Görlitz KONTAKT Manuel Schubinski 0351 2802-913 schubinski.manuel@dresden.ihk.de Anmeldung: events.dresden.ihk.de 15 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Business as usual? – Nicht auf dieser Reise! Mosambik rückt als Zukunftsmarkt für deutsche Unternehmen in den Fokus. Eine Delegationsreise der IHK Chemnitz zeigt vor Ort: Rohstoffreichtum, milliardenschwere Investitionen und der Aufbau eigener Industrien eröffnen neue Geschäftschancen. Zugleich wird deutlich, dass internationale Wettbewerber den Markt bereits für sich entdecken. „Wir sind cool hier“, sagt Geschäftsführer Parveen Guleria und führt die deutsche Delegation durch die Hallen seines Unternehmens Godrej. Tatsächlich ist es angenehm kühl an der Südostküste Afrikas um diese Jahreszeit. Doch der indische Firmenchef spricht nicht über das Wetter. Um ihn herum sitzen rund 1.000 Frauen und ziehen künstliches schwarzes Haar von Rollen, bürsten, bündeln und verpacken es. Im Obergeschoss entstehen daraus Zöpfe – von weißblond bis kupferrot, je nachdem, was die Mode verlangt. „Die Nachfrage reißt nie ab“, sagt Guleria. Wenn der Absatz der beliebten Braids in Mosambik einmal stockt, liefert Godrej in die Nachbarländer. Es ist ein Bild, das hängen bleibt: moderne industrielle Produktion mitten in Mosambik. Standortvorteile kommen hinzu. Zollerleichterungen und Steuernachlässe, fertige Infrastruktur und Fachkräfte im Gewerbegebiet Beluluane der MozParks vor den Toren der Hauptstadt Maputo tragen dazu bei, die mehr als 70 ansässigen Firmen zufriedenzustellen. Neben Godrej zählt auch das deutsche Unternehmen Bosch Rexroth zu ihnen. Eindrücke wie diese zeichnen ein anderes Bild von einem Land, das auf der Karte potenzieller Auslandsmärkte in Deutschland häufig einem weißen Fleck gleicht. Seit drei Jahren pflegt die IHK Chemnitz gemeinsam mit der Bergbaukammer Mosambik eine Kammerpartnerschaft. Nun soll aus den entstandenen Kontakten und Netzwerken mehr werden: Aus dem Wissen über Einstiegsmöglichkeiten und staatliche Erleichterungen sowie guten Verbindungen zur mosambikanischen Botschaft in Berlin, Regierung und Ministerien sollen konkrete Geschäftsanbahnungen für Mitgliedsunternehmen in Südwestsachsen und darüber hinaus entstehen. Mit einer 19-köpfigen Delegation ist IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph Neuberg daher Ende August nach Mosambik gereist. Mit dabei waren unter anderem Stefan Lorenz, Vertriebsleiter der CAC Engineering Chemnitz, Simone Wilson, Geschäftsführerin von IDT-Dichtungen, Undine Schmalfuß, Institutsleiterin des MIKOMI an der Hochschule Mittweida, und Fred Haferkamp, Geschäftsführer von Globex Food. Auch Vertreter der IHK GießenFriedberg und Halle-Dessau erkundeten als Multiplikatoren in den deutschen Mittelstand den Markt. Ein Land vor dem Wachstumsschub Schon nach wenigen Gesprächen wird deutlich: Mosambik steht an der Schwelle zu einer neuen wirtschaftlichen Ära. Bis zu 60 Milliarden US-Dollar könnten in den kommenden zehn Jahren über die Flüssiggasförderung internationaler Konsortien ins Land fließen. Zu den Investoren gehören TotalEnergies sowie das Rovuma-Konsortium mit ExxonMobil und Eni. Hinzu kommen geplante Wasserkraft-Großprojekte und Logistikkorridore, die das Hinterland der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) mit den Häfen an der rund 2.700 Kilometer langen Küste verbinden. Noch ist ein großer Teil der daraus entstehenden Chancen ungenutzt. „Was mich in Mosambik besonders beeindruckt hat, ist das Missverhältnis zwischen dem enormen Rohstoffreichtum und der bislang geringen industriellen Wertschöpfung“, sagt Stefan Rund 1.000 Frauen verarbeiten in der Fabrikhalle von Godrej künstliches Haar 16 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

Lorenz von CAC-Engineering. Gerade darin sieht er Chancen für deutsche Unternehmen. „Deutschland und insbesondere Sachsen genießen in Mosambik seit Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf als verlässlicher Partner in Wirtschaft, Entwicklung und Bildung. Diese langjährigen Beziehungen schaffen Vertrauen und bieten eine gute Grundlage, um den Aufbau von Chemie-, Energie- und Verarbeitungsindustrien mit deutschem Engineering und technologischem Know-how zu unterstützen.“ Mosambik verfügt über große Erdgasvorkommen und bedeutende mineralische Rohstoffe. Doch vieles davon verlässt das Land bislang weitgehend unverarbeitet. Gleichzeitig werden daraus hergestellte Produkte importiert – darunter Kraftstoffe, Düngemittel und Industriechemikalien. Lorenz sieht darin ein strukturelles Defizit, aber auch eine Perspektive: „Positiv ist, dass die Regierung diesen Handlungsbedarf erkannt hat und den Aufbau eigener Industrie- und Wertschöpfungsketten gezielt vorantreibt. Gelingt es, diesen politischen Willen mit internationalen Investitionen zu verbinden, kann Mosambik weit mehr werden als ein reiner Rohstofflieferant.“ Die Konkurrenz ist bereits da Die deutsche Delegation ist nicht die einzige, die sich frühzeitig einen Überblick über die Möglichkeiten verschafft. Das zeigt auch die industrielle Großmesse FACIM, die zeitgleich mit dem Delegationsbesuch stattfindet. Unter anderem reiste der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate an. Das Land ist über DP World am größten Hafen Mosambiks in Maputo beteiligt. Noch ein Dutzend weiterer ausländischer Delegationen nutzten die Messe, um Kontakte zu knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten auszuloten – von Brasilien bis Portugal, von China bis Indien. „Business as usual? – Nicht auf dieser Reise“, sagt Simone Wilson, Geschäftsführerin der IDT-Dichtungen, und fasst einen Eindruck zusammen, der sich durch die Delegationsreise zieht. „Internationale Entwicklung verläuft selten geradlinig – Umwege und Rückschläge gehören mit dazu und genau das macht die Aufgabe so anspruchsvoll.“ Wer sich auf einen Markt wie Mosambik einlässt, muss bereit sein, den eigenen – oft eurozentrisch geprägten – Blick zu hinterfragen. „Diese Reise mit der IHK Chemnitz hat mir noch einmal vor Augen geführt, was solche Delegationsreisen leisten können“, sagt Wilson. Sie seien Türöffner in eine neue Welt, die man von Deutschland aus so nicht sieht. Aus abstrakten Marktchancen werden konkrete Eindrücke. Plötzlich steht man in einer Produktionshalle, in der 1.000 Frauen Braids für einen wachsenden afrikanischen Markt fertigen. Und wo ein Geschäftsführer sagt: „Wir sind cool hier.“ Stephanie von Aretin Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz (3. v. r.), überreicht dem mosambikanischen Bergbauminister Estevão Pale einen Bildband über Chemnitz. Er wurde begleitet von Inga Tessendorf, Chargé d´affaires an der Deutschen Botschaft in Mosambik (2. v. l.), Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, (l.), Stefan Lorenz und Simone Wilson. NÄCHSTER TERMIN: GERMAN-AFRICAN BUSINESS SUMMIT Vom 23. bis 25. November 2026 nimmt die IHK Chemnitz im Rahmen ihrer Kammerpartnerschaft mit der Bergbaukammer Mosambik am German-African Business Summit in Accra, Ghana, teil und richtet dort gemeinsam mit der IHK Gießen-Friedberg ein Side Event aus. Unternehmen, die sich anschließen möchten, finden weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter: GABS 2026 | German-African Business Summit 17 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTk=