Außenwirtschaftsnachrichten

Lorenz von CAC-Engineering. Gerade darin sieht er Chancen für deutsche Unternehmen. „Deutschland und insbesondere Sachsen genießen in Mosambik seit Jahrzehnten einen ausgezeichneten Ruf als verlässlicher Partner in Wirtschaft, Entwicklung und Bildung. Diese langjährigen Beziehungen schaffen Vertrauen und bieten eine gute Grundlage, um den Aufbau von Chemie-, Energie- und Verarbeitungsindustrien mit deutschem Engineering und technologischem Know-how zu unterstützen.“ Mosambik verfügt über große Erdgasvorkommen und bedeutende mineralische Rohstoffe. Doch vieles davon verlässt das Land bislang weitgehend unverarbeitet. Gleichzeitig werden daraus hergestellte Produkte importiert – darunter Kraftstoffe, Düngemittel und Industriechemikalien. Lorenz sieht darin ein strukturelles Defizit, aber auch eine Perspektive: „Positiv ist, dass die Regierung diesen Handlungsbedarf erkannt hat und den Aufbau eigener Industrie- und Wertschöpfungsketten gezielt vorantreibt. Gelingt es, diesen politischen Willen mit internationalen Investitionen zu verbinden, kann Mosambik weit mehr werden als ein reiner Rohstofflieferant.“ Die Konkurrenz ist bereits da Die deutsche Delegation ist nicht die einzige, die sich frühzeitig einen Überblick über die Möglichkeiten verschafft. Das zeigt auch die industrielle Großmesse FACIM, die zeitgleich mit dem Delegationsbesuch stattfindet. Unter anderem reiste der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate an. Das Land ist über DP World am größten Hafen Mosambiks in Maputo beteiligt. Noch ein Dutzend weiterer ausländischer Delegationen nutzten die Messe, um Kontakte zu knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten auszuloten – von Brasilien bis Portugal, von China bis Indien. „Business as usual? – Nicht auf dieser Reise“, sagt Simone Wilson, Geschäftsführerin der IDT-Dichtungen, und fasst einen Eindruck zusammen, der sich durch die Delegationsreise zieht. „Internationale Entwicklung verläuft selten geradlinig – Umwege und Rückschläge gehören mit dazu und genau das macht die Aufgabe so anspruchsvoll.“ Wer sich auf einen Markt wie Mosambik einlässt, muss bereit sein, den eigenen – oft eurozentrisch geprägten – Blick zu hinterfragen. „Diese Reise mit der IHK Chemnitz hat mir noch einmal vor Augen geführt, was solche Delegationsreisen leisten können“, sagt Wilson. Sie seien Türöffner in eine neue Welt, die man von Deutschland aus so nicht sieht. Aus abstrakten Marktchancen werden konkrete Eindrücke. Plötzlich steht man in einer Produktionshalle, in der 1.000 Frauen Braids für einen wachsenden afrikanischen Markt fertigen. Und wo ein Geschäftsführer sagt: „Wir sind cool hier.“ Stephanie von Aretin Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz (3. v. r.), überreicht dem mosambikanischen Bergbauminister Estevão Pale einen Bildband über Chemnitz. Er wurde begleitet von Inga Tessendorf, Chargé d´affaires an der Deutschen Botschaft in Mosambik (2. v. l.), Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, (l.), Stefan Lorenz und Simone Wilson. NÄCHSTER TERMIN: GERMAN-AFRICAN BUSINESS SUMMIT Vom 23. bis 25. November 2026 nimmt die IHK Chemnitz im Rahmen ihrer Kammerpartnerschaft mit der Bergbaukammer Mosambik am German-African Business Summit in Accra, Ghana, teil und richtet dort gemeinsam mit der IHK Gießen-Friedberg ein Side Event aus. Unternehmen, die sich anschließen möchten, finden weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter: GABS 2026 | German-African Business Summit 17 Außenwirtschaftsnachrichten 5 | Oktober / November 2026 Weltweit erfolgreich

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