MENSCHEN DER WIRTSCHAFT | Romy Wuttke
MENSCHEN DER WIRTSCHAFT

Romy Wuttke

19. Juni 2024

In unserer Serie „Menschen der Wirtschaft“ stellen wir Persönlichkeiten vor, die der regionalen Wirtschaft Impulse geben. In dieser Woche ist dies Romy Wuttke, Co-Gründerin der get a MINT GmbH.

Sie arbeitet, wie sie selbst sagt, leidenschaftlich an der Professionalisierung sämtlicher HR-Prozesse ihrer Kunden, immer individuell und auf Augenhöhe. Dabei deckt sie den gesamten HR-Lifecycle ab, von Sourcing und Recruiting über Onboarding und Mitarbeiterbindung bis hin zum Outplacement. Sie hat ein Faible für HR-Marketing und arbeitet besonders gern an der Umsetzung von Employer Branding Kampagnen.

Wirtschaft ist für mich …

… das Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure und gerade mit einem regionalen Blick: eine große Verantwortung. Get a MINT gibt mir die Möglichkeit, das wirtschaftliche Geschehen aktiv mitzugestalten und dabei persönlich zu wachsen.

Welches war mein größter Erfolg in meiner unternehmerischen Karriere?

Zunächst einmal die Gründung selbst, die, wie sich im Nachhinein herausstellte, weder für meinen Freundes- noch Familienkreis so selbstverständlich war wie für mich und meine Co-Gründerin. Während ich schon früh, noch zu meiner Zeit als Angestellte in Start-ups, wusste, dass ich irgendwann mein eigenes Unternehmen gründen möchte, hielt das mein engster Bekanntenkreis eher für eine Schnapsidee – noch dazu mit nicht mal 30 Jahren. 
Rückblickend muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich mit dieser Skepsis erst nach der Gründung konfrontiert wurde. Und heute, mehr als sieben Jahre später, bin ich sehr stolz darauf, wie wir uns mit get a MINT entwickelt haben: Das Geschäftsmodell nach zwei Jahren einmal auf links gedreht, Corona-Pandemie wirtschaftlich überlebt, zwei Kinder bekommen und ein kleines Team aufgebaut, welches mittlerweile für tolle Kunden in ganz Deutschland arbeiten darf.

Was würde ich aus heutiger Sicht anders machen und warum?

Ich würde von Anfang an mehr auf mein Bauchgefühl hören. Dieses hat sich, gerade in schwierigen Zeiten, als allerbester Berater bewiesen. Dazu gehört viel Mut, den ich am Anfang der Selbständigkeit nicht immer hatte.

Wenn ich in entscheidender Struktur der Politik und Verwaltung agieren würde, wo und wie würde ich nachjustieren? Welche Hebel würde ich drücken?

Auf jeden Fall würde ich mir das Bildungssystem vornehmen und grundsätzlich zukunftsfähiger gestalten. Schule läuft immer noch viel zu analog und geradlinig, das hat wenig mit der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt zu tun. Die Fähigkeiten, die Kinder in der Schule fördern sollten, sind für mich: digitale Medienkompetenz, analytisches und kritisches Denken, Kooperationsvermögen, kreative Lösungskompetenz sowie Entschlussfähigkeit.
Die Hebel, die ich bedienen würde, wären die Öffnung des Curriculums dahingehend, dass die Lerninhalte fächerübergreifender vermittelt werden, die Schülerinnen und Schüler viel mehr miteinander statt gegeneinander arbeiten und die Arbeit mit digitalen Tools eine Selbstverständlichkeit ist. Sofern das WLAN flächendeckend vorhanden und funktionstüchtig ist …
Wenn ich einen Buchtipp abgeben darf: Großartige Impulse hierzu und zu weiteren gesellschaftsrelevanten Veränderungen Richtung Zukunft liefert das Buch „Das neue Land“ von Verena Pausder.

Bei wem wollte ich mich immer einmal schon bedanken auf meinem Weg?

Erst spät habe ich erkannt, welch großen Einfluss meine Urgroßmutter auf meinen heutigen Lebensweg hat. Als Kind habe ich sehr viel Zeit mit und bei ihr verbracht und sie war die gutmütigste Frau, die ich jemals kennenlernen durfte. Hineingeboren in den 1. Weltkrieg, geflohen aus Ostpreußen allein mit drei Kindern im 2. Weltkrieg. Wenn ich mir das vergegenwärtige, kommen mir meine eigenen Probleme oft so lächerlich und klein vor. Ich weiß nicht, woher sie diesen unbändigen Optimismus nahm, aber sie hat immer zu mir gesagt: „Romy, du machst das schon!“ Und so ist es bis heute, ich mache das schon. Danke Oma Hanna!

Woraus schöpfe ich Kraft?

Das Zusammenspiel von Familie, Business und Me-time muss für mich stimmen. Einerseits schöpfe ich aus der bewussten Zeit mit den Kids Energie. Dann gibt es Zeiten, da sind es vor allem die beruflichen Erfolge, die mir richtig Aufwind geben. Doch diese Phasen müssen auch immer von Zeit nur für mich durchbrochen werden. Dieser Dreiklang gibt mir Kraft.

get a MINT

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