Damit Engagement Wirkung entfalten kann
05. Februar 2026Wenn sich am frühen Abend Unternehmerinnen und Unternehmer im großen Sitzungssaal der IHK zu Leipzig versammeln, geht es um Energiepreise, Fachkräftesicherung, neue gesetzliche Vorgaben, Verkehrsprojekte – Themen, die den Wirtschaftsstandort Leipzig samt Umland unmittelbar betreffen.
Was hier sachlich, engagiert und manchmal kontrovers diskutiert wird, prägt die wirtschaftspolitischen Positionen der IHK und beeinflusst die Entwicklung der Region. Getragen wird diese Arbeit von ehrenamtlich engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern, deren Praxiswissen die Grundlage für die Arbeit der Vollversammlung und ihrer 13 Fachausschüsse bildet. Hier werden inhaltliche Leitplanken gesetzt, die der Kammer Legitimation gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit verleihen.
Zudem zeigt sich ehrenamtliches Engagement der IHK im Prüfungswesen, wo Expertinnen und Experten ihr Fachwissen einbringen und somit die Qualität von Ausbildungs- und Weiterbildungsabschlüssen sowie im Bereich der Fach- und Sachkunde sichern.
Vom Praxiswissen zur gemeinsamen Linie
Was nach außen als Stimme der IHK hörbar wird, entsteht im engen Zusammenspiel von Ehrenamt und Hauptamt. An der Schnittstelle im Geschäftsbereich Ehrenamt und Kommunikation bündeln Geschäftsführerin Sarah Sieber, Referentin Heike Hachmeister sowie Claudia Töteberg ihre Kompetenzen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Themen aus der Praxis ihren Weg in die Entscheidungsprozesse finden und dort ankommen, wo sie Wirkung zeigen. „Unsere ehrenamtlichen Gremien sind Orte, an denen fachliche und politische Leitlinien entstehen. Gerade in einer zunehmend schnelllebigen Zeit wird die enge Abstimmung immer bedeutsamer – und sie gelingt heute so gut, dass wir als gestaltender Akteur in Politik und Verwaltung wahrgenommen werden“, sagt Sarah Sieber. Aufgabe des Hauptamts sei es, dieses Engagement zu bündeln und begleitend weiterzuentwickeln: von der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher über die Gremienarbeit bis zur Kommunikation nach außen. So werde aus vielen Einzelstimmen eine gemeinsame Linie.
Entscheidungsräume und Beratungsgremien
Als höchstes Gremium gibt die Vollversammlung die Richtung vor. Sie legt Grundsatzentscheidungen fest, verabschiedet Satzung und Wirtschaftsplan, wählt Präsidium und Präsidentin oder Präsidenten.
Die Vollversammlung wird von den 13 Fachausschüssen beraten. Sie spiegeln das wirtschaftliche Profil der Region wider – von Energie und Klimaschutz über Außenwirtschaft, Handel und Verkehr bis hin zur Kreativwirtschaft. Sie analysieren Gesetzesvorhaben, erarbeiten Berichte und geben Empfehlungen. „Ausschussarbeit heißt, sich tief in komplexe Themen einzuarbeiten, externe Expertise einzubinden und am Ende Positionen zu formulieren, die für unsere rund 70. 000 Mitgliedsunternehmen tragfähig sind“, so Sieber.
Im Maschinenraum des Ehrenamts
Die Fäden zwischen dieser Gremienarbeit, der Geschäftsführung und den Fachbereichen halten Heike Hachmeister und Claudia Töteberg zusammen. Als Referentin Ehrenamt ist Hachmeister erste Ansprechpartnerin. „Mir ist es wichtig, Kontakte zu knüpfen und die Kammer nach außen sichtbar zu vertreten“, sagt sie. Sie ist in nahezu allen Ausschusssitzungen präsent, spiegelt Impulse und unterstützt die Ausschussbetreuerinnen und -betreuer kommunikativ, zudem koordiniert sie das Onboarding neuer Mitglieder. Dabei ist es entscheidend, dass Engagierte von Anfang an einschätzen können, worauf sie sich einlassen: „Durch klare Orientierung stärken wir Motivation und Verbindlichkeit.“
Themen erreichen die Ausschüsse aus verschiedenen Richtungen: direkt aus der unternehmerischen Praxis oder als Auftrag der Vollversammlung, wenn spezielles Fachwissen gefragt ist. Manche Themen begleiten die Gremien über Jahre – etwa, wenn Gesetze unklar sind und Konkretisierungen dauern. „Die Diskussionskultur ist offen und konstruktiv, manchmal auch recht kontrovers“, sagt Hachmeister. „In unseren Ausschüssen treffen sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Diese Vielfalt ist für uns unbeschreiblich wertvoll.“
Zu ihrem Arbeitsalltag gehören auch Außentermine in Unternehmen und Messeauftritte einzelner Ausschüsse. Dort sammelt sie Eindrücke aus der Praxis, die später in Sitzungen und Abstimmungen einfließen – ein wichtiger Teil der Verbindung zwischen Wirtschaft, Gremien und Hauptamt.
Unsichtbare Fäden im Hintergrund
Auch Claudia Töteberg sorgt dafür, dass ehrenamtliches Engagement bei der IHK gelingt. Vieles, was sie bewegt, läuft fast unsichtbar im Hintergrund – von der Pflege von Daten und Budgets über Reisekosten und Berufungsverfahren zur Abstimmung mit dem Präsidium bis hin zu administrativen Prozessen, die das Ehrenamt kontinuierlich tragen und im Vor- und Nachfeld der anstehenden Wahlen deutlich an Umfang gewinnen. „Je besser wir organisieren, desto mehr Freiraum bleibt für Inhalte“, sagt Töteberg. Seit der Einrichtung ihrer Stellen vor zwei Jahren haben sie und ihre Kolleginnen Transparenz geschaffen und dem Ehrenamt im Haus ein gut wahrnehmbares Gesicht gegeben – die Gremien sind dadurch näher gerückt.
Blick nach vorn
Mit der Wahlperiode 2026 gewinnt die Einbindung neuer Mitglieder der Gremien an Bedeutung. „Wer sich engagiert, gestaltet nicht nur Rahmenbedingungen, sondern gewinnt selbst – durch Netzwerke und neue Perspektiven. Vieles davon wirkt auch über die Gremienarbeit hinaus“, sagt Sieber. Für sie ist das Ehrenamt tragender Kern wirtschaftlicher Selbstverwaltung.
Die neue Vollversammlung wird Bewährtes fortführen und zugleich frische Impulse setzen. „Ich freue mich auf die Mischung aus Erfahrung und Neugier“, ergänzt Hachmeister. „Das bildet die Basis für eine lebendige, zukunftsorientierte Gremienarbeit.“
Zu den Kandidatinnen und Kandidaten
Ihre Ansprechpartnerinnen:
Heike Hachmeister: heike.hachmeisternoSpam@leipzig.ihk.de
Claudia Töteberg: Claudia.ToetebergnoSpam@leipzig.ihk.de
Bei Fragen hilft Ihnen die Redaktion der WIRTSCHAFT ONLINE gerne weiter.