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Evelyn Reinboth/ Bild: © Volker Hartmann-Tanner/ IHK zu Leipzig

Aktualisierung von Berufen in der Gastronomie und Hotellerie

Gespräch mit Evelyn Reinboth, IHK zu Leipzig, Ausbildungsberaterin

Die Zeiten ändern sich und genauso ändern sich auch die Anforderungen im Berufsleben. Wo anno irgendwann der Schänkenkoch im dunklen Wald noch zuvorderst wissen musste, welche Pilze man wirklich in den großen Topf werfen durfte, geht es heute in diesem Bereich um Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesundheitsfördernde Ernährung. Also muss umgesteuert werden. Oder aktualisiert. WIRTSCHAFT ONLINE sprach mit Evelyn Reinboth, die in der IHK zu Leipzig genau dafür zuständig ist, über die Bekanntmachung der neugeordneten Berufsbilder.

WIRTSCHAFT ONLINE: Welche Berufsbilder betrifft die Neukonzeption?

Evelyn Reinboth: Es betrifft die Berufsbilder der Gastronomie und Hotellerie. Für die Küchen-, Restaurant- und Hotelberufe sowie die der Systemgastronomie.

WIRTSCHAFT ONLINE: Und was hat sich ganz konkret in jedem dieser Berufsbilder geändert?

Evelyn Reinboth: Alle Berufe wurden grundlegend aktualisiert. Speziell in den 3-jährigen Berufen werden die Auszubildenden besser auf ihre zukünftige Rolle vorbereitet, z.B. indem sie bereits in der Erstausbildung Einblicke in Themen wie Anleitung von Mitarbeitern, Kalkulation, Verkaufsförderung und Vertrieb sowie wirtschaftliches Denken erhalten. Aktuelle Trends, z.B. veränderte Ernährungsgewohnheiten der Gäste, werden in der Ausbildung aufgegriffen.

Die Fachkräfte für Gastronomie, deren Bezeichnung bislang „Fachkraft im Gastgewerbe“ lautete, werden die Allrounder im Gastgewerbe mit dem Fokus auf den Verkauf und die Gästebetreuung.

Die Restaurantfachleute heißen künftig „Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie. Die neue Berufsbezeichnung macht deutlich, dass es sich hier künftig um die Veranstaltungsspezialisten der Branche handelt.

Die Hotelfachleute bleiben die Generalisten in Beherbergungsbetrieben und betreuen Gäste auch weiterhin von der Ankunft bis zur Abreise.

Der Ausbildungsberuf „Hotelkaufmann/Hotelkauffrau“ wird umbenannt in „Kaufmann/Kauffrau für Hotelmanagement. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt künftig noch stärker im kaufmännischen Bereich und stellt somit eine Alternative zu praxisorientierten Bachelor-Studiengängen dar.

WIRTSCHAFT ONLINE: Es gibt aber auch ganz Neues. Was denn?

Evelyn Reinboth: Erfreulicherweise gibt es einen neuen Kochberuf. Ich gebe zu, die Berufsbezeichnung „Fachkraft Küche“ ist gewöhnungsbedürftig, aber ich nenne ihn liebevoll den „Kleinen Koch“. Dieser Beruf ist theoriereduzierter und sehr gut geeignet für unsere praktisch begabten Jugendlichen und/oder für diejenigen, die etwas schneller einen Berufsabschluss in der Tasche haben wollen. Zudem ist er ideal für viele unserer Ausbildungsbetriebe, welche nicht unbedingt eine weitere Führungskraft in der Küche benötigen oder über eine umfangreiche Speisekarte verfügen. Hinzu kommt: nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung steht diese junge Fachkraft dem Arbeitsmarkt bereits nach zwei Jahren zur Verfügung.

Eine weitere tolle Neuerung ist nicht nur die zweijährige Ausbildung im Service. Auch die Systemgastronomie wird um den Beruf Fachkraft Gastronomie“ bereichert. Dieser beinhaltet eine einjährige Grundausbildung und teilt sich im Anschluss an diese in zwei Schwerpunkte: in den Restaurantservice und den der Systemgastronomie. Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung nach zwei Jahren und die Auszubildenden hätten sogar noch die Möglichkeit, in nur einem Jahr einen weiteren Beruf zu erlernen beziehungsweise abzuschließen. Dies wäre, je nach Schwerpunkt, der Fachmann für Systemgastronomie oder der Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie.

WIRTSCHAFT ONLINE: Nach knapp 20 Jahren erfahren die Berufe jetzt eine Neuausrichtung. Was waren und sind die Gründe?

Evelyn Reinboth: Die Inhalte waren nicht mehr zeitgemäß. Und dabei meine ich nicht, dass sie „altmodisch“ waren.

Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, moderne Technologien- kurz: die modernisierte Arbeitswelt konnte man in den Ausbildungsplänen nur noch bedingt ableiten.

WIRTSCHAFT ONLINE: Wo kann man sich denn, wenn man mag, intensiver informieren?

Evelyn Reinboth: Zum einen über unsere Homepage. Dort haben wir zu jedem einzelnen Ausbildungsberuf die wichtigsten Informationen zusammengestellt, aber auch der Berufsverband DEHOGA hat sowohl für die Ausbildungsbetriebe als auch für (zukünftige) Auszubildende eine sehr ansprechende Kampagne initiiert (https://www.dehoga-ausbildung.de/).

WIRTSCHAFT ONLINE: Welche Prämissen gibt es eigentlich, um im Gastronomie- und Hotelbereich ausbilden zu dürfen? Da braucht es doch bestimmte Qualifikationen, denke ich mal. Können Sie uns da schlauer machen?

Evelyn Reinboth: Jawohl, die sind wichtig und Voraussetzung, um unsere Fachkräfte von morgen ausbilden zu können.

Das Unternehmen an sich muss geeignet und in der Lage sein, das Berufsbild, entsprechend der Verordnung, zu vermitteln und dieses muss einen fachlich und persönlich geeigneten Ausbilder stellen. Grundlage hierfür ist das Berufsbildungsgesetz.

WIRTSCHAFT ONLINE: Und Sie, Frau Reinboth – welches sind Ihre Aufgaben in der IHK zu Leipzig? Womit befassen Sie sich und wer kann sich an Sie mit seinen Problemstellungen und Fragen wenden?

Evelyn Reinboth: Ich bin Ausbildungsberaterin für verschiedene Branchen und deren Berufsbilder. Wie beispielsweise der Hotellerie und Gastronomie, für die Tourismus- und Veranstaltungsbranche, für die Versicherer und vieles mehr. Ich bin demzufolge Ansprechpartnerin im Verlauf der Ausbildung für die Unternehmen und ihre Auszubildenden. Selbstverständlich auch für die Unternehmen, welche planen, zukünftig auszubilden.

Weitere Informationen:https://www.leipzig.ihk.de/artikel/modernisierung-der-berufe-in-der-hotellerie-und-gastronomie/

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Tel.: 0341 1267 - 1359
evelyn.reinboth@leipzig.ihk.de

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