neuen Handelskonflikten sowie technologischen Umbrüchen wie der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz umgehen. Demografische Trends wie Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung greifen ihre Grundlagen noch stärker an als die von Japans Großunternehmen, da es für KMU schwerer ist, im Ausland nach Wachstum zu suchen. Die Zahl der Pleiten nimmt daher zu und damit auch der Handlungsdruck für Japan, gerade den Mittelstand am Leben zu halten. Das KMU-Weißbuch 2025 des Wirtschaftsministeriums setzt hohe Erwartungen an ihre „Wachstums- und Transformationsleistung“. Der KMU-Berater Hirotaka Mizutani, der Unternehmen daheim und bei der Expansion ins Ausland berät, betont ihre Rolle noch deutlicher. „Diese Unternehmen sind nicht nur das Rückgrat der japanischen Wirtschaft, sondern auch dynamische Impulsgeber für Innovation, hochwertige Handwerkskunst und einzigartiges Nischen-Know-how.“ Damit stellt sich nicht nur für ihn die Frage, wie sich die KMU-Landschaft Japans im nächsten Jahrzehnt verändern wird, sondern auch, welche Chancen ausländische Unternehmen haben. „Hidden Champions“ der japanischen Art Die große Bedeutung von KMU ist eine Parallele zu Deutschland. Der deutsche Mittelstand ist jedoch technologisch oft höher entwickelt und ein wichtiger Teil der Exportwirtschaft, während japanische Hidden Champions vor allem in Japans Lieferketten eine wichtige Rolle spielen. Das deutet schon ein Vergleich des Informationsdienstes der deutschen Wirtschaft an: In der jüngsten, öffentlich zugänglichen Analyse von 2022 lag Deutschland mit 1.573 dieser Hidden Champions mit weitem Abstand auf dem ersten Platz. Japan reihte sich mit 283 Unternehmen hinter den USA auf dem dritten Rang ein. Die Besonderheit: Die japanischen globalen Hidden Champions scheinen größer zu sein, und stärker auf die Auto-, Elektronik- und insbesondere die Halbleiterindustrie fokussiert. Dort haben sie eine wichtige Rolle als Technologie- und Materiallieferanten inne. Disco hält zum Beispiel einen Marktanteil von rund 70 Prozent bei Schleif- und Schneidemaschinen für Chips. Ibiden und Shinko Electric Industries sind bei bestimmten Substraten für das Chip-Packaging, also der Kombination von verschiedenen Halbleitern, praktisch konkurrenzlos. JSR, Tokyo Ohka Kogyo und weitere Unternehmen kontrollieren den Großteil des weltweiten Marktes für Fotolacke, die beim Ätzen von Schaltkreisen zum Einsatz kommen. Wie die Regierung Japans KMU helfen will Die Regierung setzt daher verstärkt auf die Halbleiterproduktion, um Japans langfristige Wachstumsaussichten zu verbessern. Zum einen verspricht sie sich davon in der kommenden KI-Welt ein besonders hohes wirtschaftliches Potenzial. Zum anderen hat Japan zwar die Weltmarktführerschaft in der Chipherstellung verloren. Aber viele Zulieferer, die oft großen deutschen Mittelständlern entsprechen, konnten ihre Spitzenstellung aufgrund ihres hohen Know-hows verteidigen. Darauf will die Regierung aufbauen. Im ersten Schritt unterstützte sie 2022 die Ansiedlung des weltweit führenden Chipherstellers TSMC aus Taiwan. Nun hilft sie mit hohen Subventionen auch Rapidus, einem der ambitioniertesten Halbleiter-Start-ups der Welt, auf die Sprünge. Mit Hilfe von Subventionen, Investitionen von Konzernen wie Toyota und Sony sowie der Kooperation mit IBM und dem belgischen Chipanlagenhersteller Imec will Rapidus innerhalb weniger Jahre eine 20-jährige Technologielücke überspringen. Ab 2027 soll die Fabrik auf Hokkaido Halbleiter der neuesten Generation ausliefern. 12 Außenwirtschaftsnachrichten 3 | Juni / Juli 2026 Weltweit erfolgreich
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