Außenwirtschaftsnachrichten

Hidden Champions im Umbruch – Japans Mittelstand sucht neue Wege Das Rückgrat von Japans Wirtschaft sind KMU, viele davon „Hidden Champions“ mit einzigartigem Nischen-Know-how. Demografischer Wandel, Digitalisierung und andere Herausforderungen zwingen sie nun zum Umdenken. Erste Beispiele zeigen, wie Tradition und Innovation sich verbinden lassen. Japans neue Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat mit ihrer Minderheitsregierung ambitionierte Pläne. Das machte sie bereits im ersten Satz ihrer Antrittsrede im Oktober deutlich. „Gestützt auf meinen festen und unerschütterlichen Glauben an die verborgene Kraft und Vitalität Japans und seines Volkes“ wolle sie „den Weg für die Zukunft Japans ebnen“. Die Schlagzeilen wurden durch ihre Pläne für die Stärkung der Wirtschaft, die Eindämmung der Inflation, die Erhöhung des Verteidigungsetats und ihre klare Haltung gegenüber China bestimmt. Doch Takaichi vergaß dabei auch das Rückgrat der japanischen Gesellschaft nicht: die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Für sie wird es ebenfalls größere Finanzspritzen und Reformen geben, um Lohnerhöhungen, Investitionen in moderne Maschinen, die Sicherung von Nachfolgern sowie Fusionen und Firmenkäufe zu unterstützen. Die Regierungschefin weiß, dass gerade dieses Wirtschaftssegment vor hohen Herausforderungen steht – und damit auch die Nation. Laut dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) machen KMU 99,7 Prozent aller japanischen Unternehmen aus, bieten etwa 70 Prozent der Arbeitsplätze und erwirtschaften rund die Hälfte der Wertschöpfung. Nur werden sie noch härter als Großunternehmen von einem mehrschichtigen, epochalen Wandel getroffen. Sie müssen nicht nur mit dem wachsenden internationalen Wettbewerb, steigenden Zinsen und Preisen, 11 Außenwirtschaftsnachrichten 3 | Juni / Juli 2026 Weltweit erfolgreich

RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTk=