Direkt zu
Konjunkturentwicklung stagniert – Stimmung bleibt gedämpft
Die gewerbliche Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig kann zum Jahresbeginn 2026 mit ihrer geschäftlichen Situation nicht zufrieden sein. Gegenüber der vorherigen Umfrage haben sich die aktuellen Befragungsergebnisse kaum verändert. Die Lage bleibt für einen Großteil der 518 an der Umfrage teilgenommenen Unternehmen angespannt und die Geschäftserwartungen lassen auch in den kommenden Monaten kaum Besserung erwarten. Der IHK-Geschäftsklima-Index1 stagniert weiter bei 105 Punkten. Die Befragung fand im Zeitraum vom 16. Dezember 2025 bis 23. Januar 2026 statt.
Aktuelle Geschäftslage
Im letzten Quartal 2025 hat sich die geschäftliche Lage für viele Unternehmen nicht gebessert. Vielmehr ist der Lagesaldo² gegen-über der Herbstumfrage sogar noch leicht gesunken und liegt nun bei 15 Punkten. Gegenüber dem Jahresbeginn 2025 bedeutet dies lediglich einen Anstieg um zwei Punkte. Damit verharrte die gewerbliche Wirtschaft auch im vergangenen Jahr im konjunkturellen Tief. Entsprechend verhalten ist die branchenübergreifende Stimmung in vielen Unternehmen. Aufgrund des anhaltend hohen Kostendrucks hat sich die Ertragslage in über 40 Prozent der Betriebe verschlechtert.
Rückgang um 2 Punkte
SALDO: 15
Grafik: Anteil der Unternehmen in %
Aktuelle Geschäftslage
- gut (34 %)
- befriedigend (47 %)
- schlecht (19 %)
gut: 34 %
befriedigend: 47 %
schlecht: 19 %
Geschäftserwartungen
Die Geschäftsaussichten der Unternehmen sind auch zum Jahresbeginn 2026 von großer Skepsis, Zurückhaltung und Verunsicherung geprägt. Während 20 Prozent der Betriebe mit besseren Geschäften rechnen, bleiben 24 Prozent pessimistisch gestimmt. Der Erwartungssaldo2 von -4 Punkten liegt damit nur um einen Punkt über den Ergebnissen im Herbst bzw. zum Jahresbeginn 2025. Damit werden Hoffnungen auf eine nachhaltige konjunkturelle Erholung auch diesmal wieder enttäuscht. Die bisherigen Reformen reichen nicht aus bzw. zeigen bisher kaum Wirkung. Die hohen Kosten bremsen die Wettbewerbsfähigkeit.
Anstieg um 1 Punkt
Saldo: -4
Grafik: Anteil der Unternehmen in %
Geschäftserwartungen
- besser (20 %)
- gleich (56 %)
- schlechter (24 %)
besser: 20 %
gleich: 56 %
schlecher: 24 %
Personalplanungen
Die schwächelnde Nachfrage und der anhaltende Kostendruck führen immer häufiger zum Personalabbau in Unternehmen. Auch durch Insolvenzen gehen vermehrt Arbeitsplatz verloren. In vielen Branchen ist mittlerweile eine restriktive Personalpolitik zu beobachten. Momentan gehen jeweils 17 Prozent der Betriebe von steigenden bzw. sinkenden Mitarbeiterzahlen in den kommenden Monaten aus. Der Saldo² von 0 Punkten liegt 6 Punkte unter dem Vorjahresergebnis. Aufgrund des Stellenabbaus im vergangenen Jahr ist auch 2026 ein Beschäftigungsrückgang in der gewerblichen Wirtschaft nicht auszuschließen.
Rückgang um 2 Punkte
Saldo: 0
Grafik: Anteil der Unternehmen in %
Personalplanungen
- steigen (17 %)
- gleich (66 %)
- fallen (17 %)
steigen: 17 %
gleich: 66 %
fallen: 17 %
Investitionsplanungen
Auch beim Investitionsgeschehen sind kaum Änderungen zu vermelden. Die Investitionsaktivitäten der Unternehmen sind und bleiben ausgesprochen niedrig. Aktuell liegen diese sogar noch leicht unter denen den letztjährigen Umfrageergebnissen. So planen nur 16 Prozent der Unternehmen ihre Investitionsausgaben aufzustocken, 22 Prozent werden diese zurückfahren. Damit sinkt der Saldo² auf -6 Punkte. Knapp jeder vierte Betrieb verzichtet ganz auf Investitionen. Neben notwendige Ersatzbeschaffungen liegen die Schwerpunkte der Investitionen bei Innovationen und Rationalisierungsmaßnahmen.
Rückgang um 2 Punkte
Saldo: -6
Grafik: Anteil der Unternehmen in %
Investitionsplanungen
- steigen (16 %)
- gleich (38 %)
- fallen (22 %)
- keine (24 %)
steigen: 16 %
gleich: 38 %
fallen: 22 %
keine: 24 %
Geschäftliche Risiken der gewerblichen Wirtschaft
Nachdem sich die globale Konjunktur 2025 robust zeigte, wird für 2026 angesichts vieler Unsicherheitsfaktoren mit einer Abschwächung der Wachstumsdynamik gerechnet. Insbesondere der US-Protektionismus belastet den Welthandel und schmälert die globale Nachfrage. Ebenso bergen geopolitische Spannungen – insbesondere der Krieg in der Ukraine – sowie die potenzielle Unterbrechung internationaler Lieferketten weitere Unsicherheit. Insgesamt wird mit einer Verlangsamung des globalen Waren- und Dienstleistungshandels gerechnet.
Auch auf die deutsche Exportwirtschaft wirken die US-Zölle direkt wachstumsdämpfend. Aufgrund der gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte dürften die deutschen Exporte auch 2026 dem Welthandel hinterherhinken. Die große Abhängigkeit von den USA und China erweist sich ebenso als äußerst risikoreich. Daher ist die Diversifizierung der Absatzmärkte hin zu wachstumsstarken Regionen zwingend notwendig. Darüber hinaus sind wirtschaftspolitische Reformen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen, unabdingbar.
Die Entwicklung der Arbeitskosten ist mit 65 Prozent weiterhin mit Abstand das meistgenannte Geschäftsrisiko für die hiesigen Unternehmen. Der Anteil ist gegenüber dem Vorjahr noch gestiegen. Mit jeweils 53 Prozent folgen auf den Rängen 2 und 3 die Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, unter denen wiederum am häufigsten die Themen Bürokratie und Regulierung, Steuer- und Energiepolitik, Lohn- und Lohnnebenkosten sowie internationale Handels- und Geopolitik genannt werden. Für die Hälfte der Betriebe stellen die Energiepreise ein Geschäftsrisiko dar.
Konjunktur nach Branchen
- Industrie
- Baugewerbe
- Dienstleistungsgewerbe
- Einzelhandel
- Großhandel
- Verkehrs-/Logistikgewerbe
- Gast-/Tourismusgewerbe
Fußnoten
1 Der IHK-Geschäftsklima-Index ist der geometrische Mittelwert der Salden aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen. Die extremen Indikatorwerte liegen bei 200 bzw. 0 Punkten. Diese würden erreicht, wenn jeweils 100 Prozent der befragten Unternehmen sowohl ihre gegenwärtige Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartungen positiv bzw. negativ beurteilen würden.
2 Saldo – ergibt sich aus der Differenz der Anteile der „gut“/“schlecht“-, „besser“/schlechter“- bzw. „steigen“/“fallen“-Antworten
Die Druckdatei (nicht barrierefrei) des aktuellen Konjunkturreports Leipzig können Sie über nachfolgendem Button gerne herunterladen:
KONJUNKTURREPORT LEIPZIG