Außenwirtschaftsnachrichten

Das Unternehmen erwirtschaftete im Ende September abgelaufenen Bilanzjahr einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro und kämpft sich aus einer Schwächeperiode heraus. Nach einem schwachen Jahr sagt der Vorstand einen neuen Umsatzrekord voraus. Gleichzeitig nimmt das Unternehmen für aggressive Investitionen in neues Wachstum weniger Gewinn in Kauf. Zu den Initiativen gehört die Wette auf einen möglichen Riesenmarkt der Zukunft: Fusionsreaktoren zur Stromerzeugung. Hamamatsu hat sich dazu mit Ex-Fusion, einem Spin-off der Universität Osaka, zusammengetan. Dieses setzt auf Laserbeschuss statt auf konstante Plasmafelder. Ex-Fusion will bis 2030 beweisen, dass mit dieser Kettenzündung eine kommerzielle Stromproduktion möglich ist. Im Juli gelang dem Team ein Durchbruch: Sie schafften es, die sogenannten Pellets eine Stunde lang zu treffen – ein Rekord! Hamamatsu Photonics könnte nun auch zusätzlich zu einer Größe im Kraftwerksgeschäft werden. Besonders aktiv sind auch die Zulieferer der Chipindustrie. Selbst Taiwans TSMC sucht ihre Nähe, um neueste Packaging-Technologien zu entwickeln. Das Chemieunternehmen Resonac geht einen Schritt weiter: Es trommelt ein eigenes globales Konsortium zusammen – ein in dieser Form beispielloser Schritt. Resonac ist einer der größten Lieferanten bestimmter Chemikalien und Harze für die Chipindustrie. Eineinhalb Jahre lang sprachen die Verantwortlichen mit zahlreichen ähnlich wichtigen Zulieferern. Anfang September war es soweit: Unter Führung Resonacs bildeten 27 Unternehmen aus den USA, Japan, Deutschland und anderen westlich orientierten Ländern das Konsortium Joint 3. Bis 2030 wollen sie gemeinsam Materialien und Technologien für die nächste Generation von Verpackungen entwickeln – in Japan, bei Resonac. Management nach Marktprinzipien Disco, ein Hersteller von Schleifmaschinen, ist ein weiterer erfolgreicher „versteckter Sieger“. Zwischen 2020 und 2024 hat er seinen Umsatz auf 2,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Gewinnmarge ist von 29 auf 42 Prozent gestiegen und bleibt bis heute stabil. International berühmt wurde das Unternehmen 2011 mit der Einführung eines Managementsystems, das auf Marktprinzipien basiert. Mitarbeitende können täglich entscheiden, was sie tun wollen, und sogar Teams wechseln. Ermöglicht wird dies durch eine interne Währung: den Will. Über die Will-App sehen sie, mit welchen Aufgaben sie wie viel Will verdienen können. Allerdings zahlen die Mitarbeiter aber auch Will für Dinge, die die Produktivität nicht fördern oder die die Dienste anderer oder des Unternehmens selbst in Anspruch nehmen, zum Beispiel Raucherpausen oder das Buchen eines Sitzungsraums. Der Will-Saldo bestimmt dann den vierteljährlichen Bonus. Dieses System wurde viel studiert, aber wenig kopiert. Bei Disco funktioniert es. Fundgrube für M&A Der hohe Reformdruck, den neue Technologien, die alternde Gesellschaft, der wachsende internationale Wettbewerb und die immer stärkere Rolle von Anteilseignern ausüben, ist für Japan eine Herausforderung. Als Reaktion darauf stoßen Unternehmen Firmenteile ab, internationalisieren sich – und in manchen Fällen kommt es auch zu Pleiten. Das eröffnet gerade ausländischen Unternehmen Chancen. Das zeigen Fusionen und Firmenkäufe (M&A), die dieses Jahr wieder auf Rekordkurs sind. Unter den Geldgebern sind neben Investmentfonds auch viele japanische Unternehmen, die sich neu orientieren. Aber auch ausländische Unternehmen sind aktiv, um sich durch gezielte Akquisitionen Zugang zu japanischen Kunden, Lieferketten oder Technologien zu verschaffen. „Japan ist eine wahre Fundgrube für M&A“, sagt Nicolas Smith, Japan-Stratege des Investmenthauses CLSA. Laut der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ machen Hedgefonds, die in japanische Aktien investieren, 70 Prozent mehr Gewinn als im globalen Durchschnitt. Es sind längst nicht mehr die verschrienen „Heuschrecken“, die auf schnelle Gewinne aus sind. Stattdessen boomen aktivistische Fonds, die mit konstruktiven Vorschlägen die Unternehmensergebnisse langfristig verbessern wollen. Dabei nehmen selbst globale Großinvestoren nicht mehr nur Großkonzerne, sondern auch mittelgroße und kleinere börsennotierte Werte ins Visier, die den Großteil der Tokioter Börse aus14 Außenwirtschaftsnachrichten 3 | Juni / Juli 2026 Weltweit erfolgreich

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