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Lebensmitteltechnik: Die unsichtbare Branche Über eine Schleuse erreichen wir, mit desinfizierten Händen, Haarnetzen, Arbeitsschuhen und Schutzbrillen ausgestattet, die Produktionshalle. Die Gerüche sind so intensiv, dass man sie kaum zuordnen kann. „Wer hier arbeitet, muss Gerüche abkönnen“, sagt Thomas Bunge, Ausbilder für Lebensmitteltechnik. An den Decken verlaufen Rohre und Leitungen. Vor uns stehen riesige Extraktoren und Mischbehälter. „Das hier funktioniert wie ein großes Tee-Ei“, erklärt er und zeigt auf einen der Kübel. „Hier werden Aromen aus Naturprodukten wie Kaffee und Kräutern hergestellt.“ Passende Azubis zu finden, sei schwierig. „Manche erwarten eine Labortätigkeit, wir bereiten aber auf eine Produktionstätigkeit vor“, erklärt Volk. Zudem sei die Ausbildung sehr technisch und die Berufsschule in Dresden. „Dafür ist die Ausbildung hier sehr fundiert“, ergänzt Bunge. „Unsere Leute können danach überall in der Branche arbeiten.“ Beratung und Vermittlung Nach dem Rundgang sitzt Meyer wieder in der alten Bibliothek mit den Ausbildern zusammen. Hier geht es nicht mehr nur um formale Anforderungen, sondern um Erfahrungsaustausch. „Ich merke mir solche Beispiele“, sagt er. „Wenn ich andere Unternehmen berate, kann ich zeigen, wie man Ausbildung auch rechts und links vom Rahmenplan gestalten kann.“ Von 3.500 registrierten Ausbildungsstätten betreut die IHK zu Leipzig rund 1.700 aktive Ausbildungsbetriebe. Im vergangenen Jahr war Meyer bei 75 Unternehmen vor Ort. „Jede Firma ist anders. Manche brauchen eine kurze Beratung am Telefon, andere wünschen sich persönlichen Austausch.“ Zwischen Unternehmen und Azubis Neben der Beratung muss Meyer auch bei Konflikten zwischen Azubis und Unternehmen vermitteln. „Wir sind Interessenvertreter der Unternehmen, weil sie unsere Mitglieder sind“, erklärt Meyer. „Andererseits haben wir eine hoheitliche Aufgabe und müssen die Jugendlichen schützen.“ Bei Schwierigkeiten muss Meyer neutral bleiben „Wir hören immer beide Seiten. Notfalls suchen wir für Azubis aber auch ein neues Unternehmen.“ Bei Bell Flavors ist Meyer zum Routinebesuch. „Wenn ich von Unternehmen nichts höre, ist das meist ein gutes Zeichen“, lacht er. Netzwerke bilden – Ausbildungsmarkt stärken Seine Beobachtungen nimmt er mit – als Beispiel für andere Unternehmen. Dazu plant er mit seinem Team einen Ausbilderkreis, in dem sich Betriebe vernetzen können. „Viele Firmen wissen nicht, wie andere es machen“, sagt Meyer. „Dabei können wir nur voneinander profitieren.“ Bell Flavors könnte hier Vorbild sein. „Nach Bedarf ausbilden, sich Zeit nehmen für Unterstützung und damit langfristige Perspektiven schaffen; das ist nicht nur für die Azubis wichtig“, sagt Meyer. „Es stärkt auch den Ausbildungsmarkt insgesamt.“ Meyer verabschiedet sich von den Ausbildern. Beim Gang zum Parkplatz riecht es wieder nach Karamell und Kaffee. „Großartig, zu sehen, wie gut Ausbildung hier funktioniert.“ Daniel Szameitat und Maik Meyer (v. l. n. r.) in der großen Logistikhalle. Thomas Bunge (links) bildet in Lebensmitteltechnik aus: „Gerüche muss man hier gut abkönnen.“ Seite 9

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