Deutsche Ausbildung am Roten Meer Wie die IHK zu Leipzig in El Gouna Ausbildungsqualität sichert Es ist Mitte Mai 2026 in El Gouna am Roten Meer, rund 20 Kilometer nördlich von Hurghada. Zwischen Hotelanlagen und Lagunen besucht Patricia Siebert, Abteilungsleiterin Prüfungsorganisation der IHK zu Leipzig, die Deutsche Hotelschule El Gouna und mehrere Partnerhotels. Sie prüft dort, ob Ausbildung und betriebliche Praxis vor Ort den Anforderungen entsprechen, die auch in Deutschland für eine duale Ausbildung gelten. Qualität unter der Lupe Die Deutsche Hotelschule El Gouna arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten nach dem deutschen dualen Ausbildungsprinzip. Schülerinnen und Schüler absolvieren zunächst ein Jahr intensiven Deutschunterricht, anschließend folgt eine zweijährige fachliche Ausbildung im Gastgewerbe. Um am Ende ein IHK-Zeugnis zu erhalten, wird die Ausbildung nach deutschen Vorgaben durchgeführt. Und genau das muss regelmäßig überprüft werden. Siebert nimmt dafür nicht nur die Berufsschule in den Blick, sondern prüft auch die Partnerhotels, in denen die praktische Ausbildung stattfindet. „Wie in Deutschland werden auch in El Gouna alle Betriebe, die ausbilden möchten, auf Gleichwertigkeit geprüft – von der Qualifikation der Ausbilderinnen und Ausbilder bis zur materialtechnischen Ausstattung“, sagt Siebert. Ziel sei, dass alle Ausbildungsinhalte vermittelt werden können, die die deutsche Ausbildungsordnung vorsieht. Ein Abschluss mit internationaler Strahlkraft Für die jungen Menschen in El Gouna ist dieser Abschluss mehr als ein Zeugnis. Siebert spricht von einem deutschen IHK-Zeugnis als einem „Wertpapier der dualen Ausbildung“, das international bekannt und ein „Türöffner für den globalen Arbeitsmarkt“ sei. Gerade im Hotel- und Gastgewerbe verbessert ein IHK-Abschluss die Chancen auf dem ägyptischen Arbeitsmarkt und kann zugleich Wege zu internationalen Arbeitgebern und auch nach Deutschland eröffnen. Prüfungen nach deutschem Standard Parallel zu Sieberts Besuch legte der aktuelle Jahrgang seine Abschlussprüfungen ab. 64 von 65 Teilnehmenden bestanden die Prüfung. „Das ist ein beeindruckender Meilenstein für unsere Absolventinnen und Absolventen“, freut sich Siebert. Für sie ist diese Erfolgsquote kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Qualitätssicherung über Jahre hinweg. Die Prüfungen werden sowohl schriftlich als auch praktisch in deutscher Sprache abgenommen. Nur unter diesen Bedingungen kann am Ende – hier in El Gouna, am Roten Meer – ein deutsches IHK-Zeugnis vergeben werden. Mitgetragen wird das System zu einem wesentlichen Teil von ehrenamtlichen Prüfenden vor Ort. „Ohne dieses Engagement gäbe es keine Prüfungen – und damit auch keine qualitätsgesicherten Abschlüsse für den Arbeitsmarkt", betont Siebert. Dass damit ein „nachhaltiger Beitrag zur Entwicklung qualifizierter Fachkräfte für eine globale Branche“ geleistet werde, sei nur im Zusammenspiel mit allen Beteiligten möglich. „Mein besonderer Dank gilt unseren Partnern: der Sawiris Foundation, der Rahn Education und der Deutschen Hotelschule El Gouna, die dieses Projekt seit Jahren mit uns tragen.“ – Patricia Siebert 20 Seite INTERNATIONAL
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