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Berufsbildungsausschuss der IHK zu Leipzig Wo Theorie und Praxis zusammenfinden Nicht nur im Betrieb oder in der Berufsschule wird Ausbildung gestaltet. Wichtige Weichen dafür werden im Berufsbildungsausschuss gestellt. Im Berufsbildungsausschuss (BBA) geht es um die strukturellen Grundlagen der Berufsbildung. Als zentrales Beratungs- und Beschlussgremium der IHK zu Leipzig hat er eine besondere Stellung: Auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes kann der BBA eigene Rechtsvorschriften erlassen, etwa für das Prüfungswesen der Kammer. Damit gibt er nicht nur Empfehlungen, sondern setzt verbindliche Regeln. Seine Arbeit prägt so unmittelbar die Qualität und Weiterentwicklung insbesondere der dualen Berufsausbildung. Besetzt ist der BBA paritätisch aus Vertretern der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und der Berufsschulen. Diese Vielfalt an Perspektiven ist gewollt, denn tragfähige Lösungen entstehen dort, wo betriebliche Praxis und schulischer Alltag zusammen gedacht werden. Wie relevant diese Arbeit ist, zeigt sich beispielsweise in den Themen, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen: effektive Berufsorientierung, neue Anforderungen an Berufe, Qualität der Berufsausbildung und veränderte Prüfungsformate. Der Ausschuss übersetzt diese in konkrete Regelungen für die IHK sowie in bildungspolitische Forderungen. All das wird durch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt getragen. Die IHK strukturiert die Verfahren, die ehrenamtlichen Mitglieder bringen ihre Erfahrungen aus dem Ausbildungsalltag ein. Der Ausschuss tagt quartalsweise, teilweise direkt vor Ort in Unternehmen oder Berufsschulzentren. Dieser Arbeitsmodus verbindet Praxisnähe mit Verlässlichkeit und sorgt dafür, dass berufliche Bildung im Kammerbezirk Leipzig anschlussfähig bleibt. Warum ist der BBA für Unternehmen relevant? Rund 1.500 Betriebe in und um Leipzig bilden aktiv aus. Für sie ist entscheidend, dass die Ausbildung zur betrieblichen Praxis passt. Genau hier setzt die Arbeit des BBA an. Er gestaltet Rahmenbedingungen, etwa bei den Prüfungsordnungen der IHK, die von ihm mit entwickelt und beschlossen werden. Sein Engagement beeinflusst also direkt, wie die IHK die Qualität der Ausbildung in den Betrieben sichert. Welche Themen beschäftigen den Ausschuss derzeit besonders? Ein aktuelles Thema ist die Unterbringung von Auszubildenden. Über das Förderprogramm „Junges Wohnen“ konnten Mittel für den Aus- und Neubau von Wohnheimen in Leipzig gesichert werden. Jetzt geht es um tragfähige Lösungen für deren Betrieb und dessen Finanzierung. Außerdem begleitet der BBA gerade die Fortschreibung der sächsischen Berufsschulnetzplanung, denn deren Standorte müssen gut erreichbar sein und möglichst nah an den Ausbildungsbetrieben liegen. Was macht die Arbeit im BBA aus Ihrer Sicht besonders? Hohe Fachkompetenz und Praxiserfahrung aus gleich drei Perspektiven verbinden sich hier: denen der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Berufsschulleitenden. Wir wissen, wovon wir reden, und wir reden offen, respektvoll und auf Augenhöhe miteinander. Daraus ergibt sich ein breiter Blick auf unterschiedliche Aspekte beruflicher Bildung und die Chance, sach- und zielorientiert Akzente zu setzen – für die Arbeit der IHK, aber auch für die sächsische Ausbildungslandschaft. Das Gremium und seine Mitglieder sind da bestens vernetzt und werden seitens der Kammer hervorragend begleitet – organisatorisch und fachlich. Wie spiegelt sich das in den Ergebnissen wider? Durch nachhaltige Entscheidungen: Es entstehen Regelungen und Positionen, die nicht nur aus einer Perspektive gedacht sind. Nicht jeder Beschluss fußt auf einem schnellen Konsens, aber genau das macht ihn dann tragfähiger. Sicher gehen wir dabei Kompromisse ein – denn uns helfen keine einseitigen Lösungen. Berufliche Bildung entwickelt sich ja nicht im Labor und auf Knopfdruck. Die Ergebnisse, die wir anstreben, sind aus der beruflichen Praxis abgeleitet und langfristig angelegt. Dr. Gert Ziener Geschäftsführer Grundsatzfragen und Betreuer des Berufsbildungsausschusses der IHK zu Leipzig Frank-Thomas Suppee Ehrenamtlicher Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der IHK zu Leipzig, Leiter des MDR-BildungsCentrums Seite 21 AUSBILDUNG

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