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Seite 19 „Wenn es nicht genügend Prüfende gibt, finden in Leipzig keine Prüfungen mehr statt.“ Marko Hubert Ehrenamtlicher Prüfer | IHK zu LEIPZIG | Meister & Ausbilder bei KEMNA BAU Ost GmbH & Co. KG Seit Ende 2024 engagiere ich mich ehrenamtlich als Prüfer bei der IHK zu Leipzig. Damals sprach mich ein Kollege an, weil es an Prüferinnen und Prüfern mangelte, und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mitzumachen. Seitdem bin ich Mitglied der Prüfungskommission für Straßenbau und Rohrleitungsbau und begleite dort die praktischen Prüfungen. Unsere Aufgaben bestehen darin, die handwerkliche Umsetzung der Prüfungsaufgaben zu beaufsichtigen, zu bewerten und die Ergebnisse bekanntzugeben. Pro Jahr sind das etwa fünf bis zehn Prüfungstermine – jeweils komplette Arbeitstage, an denen ich im eigenen Betrieb fehle. Viele dieser Termine fallen in die betriebliche Hauptsaison, sodass eine Freistellung ohne Rückendeckung der Geschäftsführung gar nicht möglich wäre. Meine Motivation entsteht vor allem aus dem Wunsch, die Ausbildung zu verbessern und die Prüfungsvorbereitung im eigenen Betrieb gezielter zu gestalten. Durch die Vernetzung mit anderen Ausbildern und Betrieben – und natürlich durch die aktive Mitarbeit an den Prüfungen – gewinnen wir Einblicke in die Bewertungskriterien. Dadurch können wir unsere Auszubildenden deutlich gezielter auf die Prüfungen vorbereiten. Außerdem schätze ich die kollegiale Zusammenarbeit in der Kommission. Im Gegensatz zum Marktgeschehen sind wir dort keine Konkurrenten, sondern begegnen uns auf Augenhöhe und tauschen wertvolle Tipps für die Ausbildung aus. Ein besonderes Erlebnis in meinem Berufsalltag war die Ausbildung eines Azubis mit einer 80-prozentigen Behinderung – er war seh- und hörgeschädigt. Für ihn war es wichtig, dass wir ihm andere Handgriffe beigebracht haben: Wo andere einfach die Wasserwaage anlegen, reichte das bei ihm nicht aus. Viele Außenstehende waren skeptisch, ob er das Ausbildungsziel erreichen würde. Weil er äußerst motiviert war und jede freie Minute zum Lernen nutzte, bestand er schließlich alle Prüfungen auf Anhieb. Solche Erlebnisse bleiben in Erinnerung. Ich kann allen, auch den Arbeitgebern, empfehlen, Prüferinnen und Prüfer zu stellen. Der Zeitaufwand ist natürlich da. Doch wenn wir nicht genügend ehrenamtliche Prüfende haben, können in Leipzig bald keine Prüfungen mehr stattfinden. Und wir brauchen gute Fachkräfte für morgen – auch für unsere eigenen Betriebe. Dafür lohnt sich das Ehrenamt. „Wir begegnen uns auf Augenhöhe und tauschen wertvolle Tipps für die Ausbildung aus.“

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