Seite 15 „Ich habe ein Ziel. Und wenn ich das Ziel erreiche, nehme ich mir das nächste.“ „Der IHK-Abschluss ist überall anerkannt - und das war mir wichtig.“ Immer das nächste Ziel Nach seinem Meister verantwortet Koschew zunächst die Elektrotechnik, später die komplette Instandhaltung mit Mechanik und Elektrik. Im Alter von 25 Jahren führt er erstmals einen ganzen Meisterbereich. „Das kann nicht jeder von sich behaupten“, sagt er lächelnd. Was er in seiner Führungsposition schnell lernt: „Theorie und Praxis sind trotzdem ein Unterschied.“ Auf die Frage, was ihn antreibt, antwortet er: „Ich habe ein Ziel. Und wenn ich das Ziel erreiche, nehme ich mir das nächste.“ So unaufgeregt beschreibt Koschew seinen Weg selbst. Nicht als großen Plan, sondern als Entwicklung in Etappen: Ausbildung, Meister, mehr Verantwortung. Schließlich folgt der Technische Betriebswirt. Koschews zweite Weiterbildung ist anspruchsvoll: „Der Technische Betriebswirt war noch mal eine andere Hürde“, betont er. Die Aufgaben sind weniger technisch. Es geht um Recht, Führung, Betriebswirtschaft. Dazu kommen Vollzeitjob, Familie, Lernen am Abend. Inzwischen ist Koschew zum zweiten Mal Vater geworden. Dass dieser Weg überhaupt möglich war, sagt er selbst, habe nicht nur mit Disziplin zu tun. „Wenn der Ehepartner nicht mitmacht, greifen die Zahnräder einfach nicht.“ Die Unterstützung seiner Frau sei unverzichtbar gewesen. Zwei Anläufe „Die Prüfung fiel mir ziemlich schwer“, räumt er ein. Die Durchfallquote beim Betriebswirt sei hoch. Es ist der höchste IHK-Abschluss. Koschew besteht die Prüfung nicht im ersten Anlauf. Was ihm hilft: Er kann die Prüfung noch einmal einsehen, erkennt seine Schwächen und arbeitet gezielt nach. Beim zweiten Versuch besteht er. Wichtig war ihm der Abschluss vor allem für sich selbst. „Der IHK-Abschluss ist überall anerkannt – und das war mir wichtig.“ Er habe seine Position auch fachlich rechtfertigen wollen: „Ich wollte nicht, dass mich hinterher jemand fragt: Wie bist du auf diese Position gekommen?“ Für das Unternehmen ist sein Weg auch deshalb wertvoll, weil er den Standort von Grund auf kennt. Für ihn ist genau das ein Vorteil: Wer Produktion und Instandhaltung selbst durchlaufen hat, beurteilt Abläufe, Probleme und Schnittstellen anders als jemand, der von außen in Führung kommt. Gelerntes selbst weitergeben Inzwischen gibt Koschew sein Wissen selbst weiter. Über die Jahre hat er rund dreißig Auszubildende begleitet: Mechatroniker, Fachkräfte für Lagerlogistik, Verfahrensmechaniker Steine und Erden. ETEX bildet nach Bedarf aus. Koschew betont: „Die Mitarbeitenden, die ich qualifiziere und ausbilde, will ich auch hierbehalten.“ Wichtig ist ihm, dass Ausbildung immer auch Verantwortung für die Entwicklung junger Menschen bedeutet. Dass sich Nachwuchsgewinnung verändert hat, ist auch bei ETEX ein wichtiges Thema. Früher, sagt er, habe ein Zeitungsartikel zur Stellenausschreibung gereicht. Heute müssten Unternehmen aktiver werden, auf Messen präsent sein, Berufe erklären und Praktika anbieten. Denn viele junge Leute wüssten nicht genau, was sich hinter bestimmten Berufen verberge. Gerade deshalb hält er es für wichtig, Einblicke zu ermöglichen – so früh und so konkret wie möglich. Der lange Weg durch die Hallen Ilja Koschew führt uns am Ende des Gesprächs durch die Produktionshallen, begrüßt Mitarbeitende und Auszubildende, zeigt uns, wo er selbst einmal angefangen hat. Über Karriere spricht er dabei nicht. Ihm geht es um Arbeit, Abläufe, Verantwortung: „So eine Position erfüllt man nicht nur nach bestem Gewissen, sondern man versucht, einen Schritt mehr zu machen.“ Ilja Koschew (links) beginnt bei ETEX in Lippendorf als Mechatroniker-Azubi. Heute verantwortet er dort Produktion und Instandhaltung.
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