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14 Seite „In manchen Kursen war ich ganz allein“ Die Anlage in Lippendorf kennt er wie kaum ein anderer: Abläufe, Schnittstellen, einzelne Stationen – und nach eigener Aussage „jede Schraube, jede Stelle, jede Position“. Als Schüler beginnt hier sein Weg. Er bewirbt sich um eine Ausbildung zum Mechatroniker am damaligen Lafarge-Gips-Standort in Lippendorf. Das Werk wurde im Jahr 2000 von Lafarge errichtet; später ging der Gipsbereich in der Marke Siniat auf. Heute gehört der Standort zur ETEX Building Performance GmbH. In manchen Kursen ist er der Einzige: „Es gab Kurse wie Steuerung oder Programmierung, da war ich allein. Ich saß vor dem Rechner und durfte die Anlage selbst programmieren.“ Rückblickend nennt er das lachend „Prinzenunterricht“. Dadurch ist er nah dran an der Technik, lernt zeitig, die Anlage allein zu bedienen, und beschäftigt sich mit der Frage, wie Prozesse genau funktionieren. Nach der Ausbildung wird er übernommen und arbeitet als Mechatroniker in der Produktion. Dort durchläuft er sämtliche Stationen der Gipskartonplattenherstellung: von Kalzinieren und Mahlen des Gipses bis hin zu Aufgaben als Kesselwärter und Schichtleiterassistenz. „Mein Interesse war immer: Wie funktionieren Prozesse, wo ist bei Störungen das Problem, was kann man verbessern?“ Ein Brief, mit dem alles anfängt … Seine Ausbildung schließt er so gut ab, dass sich die IHK zu Leipzig meldet: „Sie haben mir in einem Brief zu meinem guten Abschluss gratuliert und gefragt, ob ich nicht weitermachen möchte“, beschreibt Koschew diesen Moment. Sein damaliger Abteilungsleiter ermutigt ihn: „Genau das wollte ich Sie auch fragen." So habe alles mit diesem Brief angefangen, erinnert er sich. 2014, kaum ein Jahr nach der abgeschlossenen Ausbildung, beginnt er die Weiterbildung zum Geprüften Elektromeister beim Zentrum für Aus- und Weiterbildung (ZAW) Leipzig. Parallel arbeitet er weiter Vollzeit im Schichtbetrieb in der Produktion. Zwei- bis dreimal pro Woche Abendschule, gelegentlich samstags Unterricht. In dieser Zeit wird er Vater. Später wechselt er zurück in die Instandhaltung – und damit in die Tagschicht. „Das hat mich echt entlastet“, berichtet er. Das Unternehmen unterstützt ihn, wo es geht. Stellt ihn für die Abendschule frei, schenkt ihm großes Vertrauen. „Das hat mir starken Rückenwind gegeben.“

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