WIRTSCHAFT Digital

Seite 11 Wie gut dieser direkte Austausch funktionieren kann, zeigt sich an Viktoria Block. Sie lernt im dritten Ausbildungsjahr Medientechnologin Druck und kam selbst über eine Messe zu ihrer Ausbildung. „Ich konnte mich direkt mit den Azubis austauschen und offene Fragen klären“, erzählt sie. Gerade dadurch konnte sie sich ein konkretes Bild vom Beruf machen, den sie vorher nicht kannte. Gereizt habe sie, „dass der Beruf technisch und handwerklich ist, ohne ein klassischer Handwerksberuf zu sein.“ Heute steht sie selbst am Messestand und erklärt Schülerinnen und Schülern, was sie in der Ausbildung lernt. Nach Angaben des Unternehmens wird rund die Hälfte der Ausbildungsplätze über Messen vergeben. Schon im März waren alle Stellen besetzt. Öffnung nach außen Neben Ausbildungs- und Jobmessen öffnet sich G+D auch verstärkt über Formate wie „SCHAU REIN! Woche der offenen Unternehmen Sachsen für Schülerinnen und Schüler. „Das ist eine bewusste Öffnung nach außen“, erklärt Kutzler, „vor wenigen Jahren kam hier aus Sicherheitsgründen niemand rein.“ Ergänzend arbeitet das Unternehmen eng mit Schulen und Lehrkräften zusammen. Im März 2026 wurde G+D mit dem Ausbildungszertifikat der Arbeitsagentur Leipzig ausgezeichnet. Ullmann freut sich: „Das zeigt, dass unser Engagement gesehen wird.“ Internationale Industrie aus Wurzen Auch LIFTKET in Wurzen engagiert sich in der Berufsorientierung für Jugendliche und setzt auf frühe Ansprache in Schulen. Das Familienunternehmen entwickelt Elektrokettenzüge für Industrie, Windkraft und Entertainment und ist mit elf Standorten weltweit aktiv. Dass der Hauptsitz nach wie vor in Wurzen liegt, unterstreicht seine regionale Verwurzelung: Das Unternehmen unterstützt Vereine, Sportlerinnen und Sportler und pflegt intensiven Kontakt zu Schulen und ansässigen Unternehmen. Zudem engagiert sich LIFTKET bei der regionalen Karrieremesse KaWumZ. „Wir wollen die regionalen Unternehmen hier im Fokus behalten und die eigenen Ausbildungspotenziale nutzen“, sagt Marketingleiterin Ulrike Veit. Dabei hilft der ländliche Standort: Viele Bewerbende kommen aus Wurzen oder den umliegenden Orten. „Wir gestalten die Zukunft der Region aktiv mit – als einer der größten Arbeitgeber und Steuerzahler vor Ort gehört die Förderung von Nachwuchskräften für uns ganz selbstverständlich dazu“, erklärt Franziska Pöche, Personalleiterin und mitverantwortlich für die Nachwuchsgewinnung. Aktuell bildet LIFTKET 18 Auszubildende in gewerblichen, technischen und kaufmännischen Berufen sowie zwei dual Studierende aus. Gerade die technischen Berufe seien kaum bekannt: Zerspanungsmechaniker/in oder Industriemechaniker/in müssten den jungen Menschen erklärt werden, erzählt Daniel Bräunig, Leiter Aus- und Weiterbildung. Technik zum Anfassen Dafür setzt er auf frühe Einblicke: bei Schulbesuchen, Bewerbungstrainings, Betriebsbesuchen und dem „AzubiDay“. So sollen Jugendliche besser einschätzen können, was hinter einem technischen Beruf steckt. „Die jungen Leute müssen Praxis erleben“, erklärt er. Wie das aussieht, zeigt das Projekt „LIFTKET zum Anfassen“: Hier fahren Auszubildende in Schulen und arbeiten mit Achtklässlern an einem Elektrokettenzug: auseinanderbauen, zusammensetzen, verstehen, wie Technik funktioniert. Parallel zeigen kaufmännische Azubis, wie Präsentationen oder Flyer entstehen. Nach einem ersten Ausbildungsversuch in einem holzverarbeitenden Beruf fand Jonas Voigt (links) über ein Praktikum zu LIFTKET – und zur Ausbildung zum Industriemechaniker.

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