Außenwirtschaftsnachrichten

Die sächsischen Exporte gingen 2025 leicht zurück, während die Importe auf einen Höchststand anstiegen. Dadurch verringerte sich der Exportüberschuss erheblich. Wichtigstes Exportland wurden trotz rückläufiger Zahlen die USA, da die Exporte nach China stark einbrachen. Der Fahrzeugsektor blieb dominierend, während bei den Importen vor allem Elektronik und stark wachsende Luftfahrzeugimporte hervorstechen. Insgesamt gewannen europäische Märkte an Bedeutung, während außereuropäische Märkte an Gewicht verloren. Die sächsischen Exporte haben im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen, und zwar um ein Prozent. Während im Vorjahr noch Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro exportiert wurden, waren es 2025 nur knapp 50,6 Milliarden. Die sächsischen Importe nahmen dagegen deutlich zu. Von 34,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 stieg der Wert der importierten Güter nach Sachsen um zwölf Prozent auf fast 39 Milliarden Euro an. Die Importwerte erreichten damit im Jahr 2025 in Sachsen einen neuen historischen Höchststand. Die Handelsbilanz des Landes Sachsen verringert sich dementsprechend. Der Exportüberschuss sinkt von reichlich 16,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 11,6 Milliarden Euro im letzten Jahr. Trotz der erratischen Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump rücken die Vereinigten Staaten im Jahr 2025 auf Platz eins der wichtigsten sächsischen Exportländer. Der Trend ist jedoch eindeutig rückläufig. Die Exporte lagen vor allem im ersten Jahresdrittel deutlich über den Vorjahreswerten – ein Grund für die gute Platzierung – , um in den Folgemonaten spürbar zu sinken und sichtlich unter den Vorjahreswerten zu notieren. Obwohl in die Vereinigten Staaten aus Sachsen 2025 sechs Prozent weniger exportiert wurde, ist ein weiterer Grund für den Spitzenplatz des Landes, dass die sächsischen Exporte nach China, dem sächsischen Hauptexportzielland aus dem Jahr 2024, 2025 um mehr als ein Viertel einbrachen. Das Vereinigte Königreich bleibt mit nur geringfügigem Rückgang auf Platz drei der sächsischen Exportländer. Stabilität an der Spitze Bei der Einfuhr nach Sachsen, die insgesamt deutlich stieg, bleibt es bei den wichtigsten Herkunftsländern zunächst bei der alten Reihenfolge. China und Tschechien dominieren mit jeweils zwei Prozent Steigerung die Importe, gefolgt von Polen, das elf Prozent mehr nach Sachsen einführte. Sehr starke Zuwächse gab es jedoch bei den Importen aus den Vereinigten Staaten. Hier wurden im Jahr 2025 172 Prozent mehr eingeführt als im Vorjahr. Rückgänge unter den Top 20 Importländern gab es lediglich bei Frankreich (-23 Prozent, Rang 10), der Schweiz (-5 Prozent, Rang 14), Japan (-4 Prozent, Rang 15) und dem Vereinigten Königreich (-18 Prozent, Rang 16). Exportgüter: Fahrzeugsektor bleibt dominierend Wichtigste Exportgüter Sachsens bleiben die Personenkraftwagen und Wohnmobile. Die Rückgänge hier in Höhe von minus acht Prozent im Jahr 2025 tragen aufgrund der deutlichen Dominanz dieser Warengruppe (15,9 Milliarden Euro) wesentlich zum zurückgegangenen Exportergebnis Sachsens bei. Nennenswerte Änderungen gab es ansonsten noch bei den Halbwaren (+51 Prozent), den pharmazeutischen Erzeugnissen (-18 Prozent) und den chemischen Vorerzeugnissen (-32 Prozent). Importgüter: Elektronik vorn, Luftfahrzeuge mit Wachstum Bei den importierten Waren blieben 2025 die Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung die wichtigste Warengruppe. Der importierte Wert stieg weiter um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr und macht nun knapp 5,5 Milliarden Euro aus. Bei Fahrgestellen, Karosserien, Motoren, Teilen und Zubehör für Kraftfahrzeuge und dergleichen gab es keine Änderung. An dritter Stelle bei den importieren Waren stehen Luftfahrzeuge mit einer Steigerung zum Vorjahr um fast 600 Prozent. Europa gewinnt, außereuropäische Märkte verlieren Der Blick auf die absoluten Veränderungen der Handelswerte zeigt, dass Sachsen vor allem den Export in europäische Zielländer steigern konnte (Spanien +282 Mio. Euro, Frankreich +278 Mio. Euro, Italien +264 Mio Euro). Die größten Rückgänge betrafen China (-1,6 Mrd. Euro), Belgien (-304 Mio. Euro) und die Vereinigten Staaten (-292 Mio. Euro) und auch sonst waren die größten Rückgänge in außereuropäischen Zielmärkten zu verzeichnen. Bei den Importen nach Sachsen kommt der größte absolute Zuwachs aus den Vereinigten Staaten (zwei Mrd. Euro). Den stärksten absoluten Rückgang verzeichneten Importe aus Frankreich (-277 Mio. Euro). Die Abnahme der Exporte Sachsens in die Vereinigten Staaten bei gleichzeitig extrem gesteigerten Importen von dort reduziert deutlich den Exportüberschuss Sachsens dahin. Von Platz eins rutschen diese an die dritte Stelle hinter dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Damit hat sich die vor einem Jahr an dieser Stelle gemachte Prognose realisiert: Die Zollpolitik der Vereinigten Staaten hinterlässt ihre Spuren auch in Sachsen. Ungarn bleibt das Land, in das Sachsen am deutlichsten weniger exportiert als importiert (Exportdefizit reichlich 1,7 Mrd. Euro), gefolgt von Tschechien (Exportdefizit reichlich 1,3 Mrd. Euro), welches nun auf Platz zwei folgt. Mit großem Abstand folgt Polen. Das sächsische Exportdefizit beträgt hier rund eine halbe Milliarde Euro. Sachsens Außenhandel 2025 3 Außenwirtschaftsnachrichten 3 | Juni / Juli 2026 Weltweit erfolgreich

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