Außenwirtschaftsnachrichten

Erfolgreich starten in Japan: Praxisnahe Tipps für sächsische Unternehmen Ob Mikroelektronik, Robotik oder Konsumgüter – der japanische Markt bietet vielfältige Optionen für sächsische Unternehmen. Was es dabei zu beachten gibt und wo besondere Chancen bestehen, erläutert Fumihiro Asano, Beauftragter der WFS für Japan. Zum Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 im April in Chemnitz stand er auch für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Was sind aktuell die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit zwischen Japan und Sachsen? Die aktuellen Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Japan und Sachsen liegen in den Bereichen Halbleiter und Robotik. In Sachsen ist ein deutlicher Anstieg der Investitionen im Bereich der Halbleiterfertigung zu verzeichnen. Auch in Japan wird dank starker staatlicher Unterstützung erwartet, dass die Produktion von Halbleitern – einschließlich modernster Chips für KI-Anwendungen – in den nächsten Jahren erheblich zunehmen wird. Da beide Regionen den Ausbau ihrer Halbleiterindustrie vorantreiben, werden sich für Unternehmen aus Japan und Sachsen wahrscheinlich mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in diesem Bereich ergeben. Im Bereich der Robotik ist „physische KI“ in Japan zu einem wichtigen Thema geworden. Wie Deutschland ist auch Japan seit langem führend in der Industrierobotik. Mit der Integration von KI in die Robotik erweitert sich nun das Anwendungsspektrum, und es wird erwartet, dass die Nachfrage weiter wächst. In Japan ist der Arbeitskräftemangel bereits ein ernstes Problem, und es wird erwartet, dass der Einsatz von KIgestützten Robotern eine immer wichtigere Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderung spielen wird. Im letzten Jahr war Sachsen wieder auf der International Robot Exhibition (IREX) in Tokio vertreten und hat den Robotikstandort präsentiert. Welche weiteren Anknüpfungspunkte sehen Sie für dieses Technologiefeld? Auf der letztjährigen IREX in Tokio lag der Schwerpunkt Sachsens auf der Industrierobotik, doch wie bereits erwähnt, wird erwartet, dass die Kombination aus Robotik und KI das Anwendungsspektrum von Robotern erheblich erweitern wird. Über die Fertigungsindustrie hinaus besteht erhebliches Potenzial für Kooperationen in Bereichen wie Verkehr, Gesundheits- und Pflegewesen, Bauwesen und Landwirtschaft. In Japan besteht aufgrund des gravierenden Arbeitskräftemangels in all diesen Sektoren eine starke Nachfrage nach Automatisierung und Robotik. Wenn Sachsen über neue Ideen oder Technologien in diesen Bereichen verfügt, könnte eine Zusammenarbeit mit japanischen Robotikunternehmen neue Werte und innovative Lösungen schaffen. Auch das Thema Mikroelektronik spielt bei den derzeitigen Aktivitäten eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahr war eine Unternehmensdelegation in Japan zu Gast und hat verschiedene Firmen besucht. Welchen Mehrwert haben solche Reisen für beide Seiten? Seit 2023 besuchen jedes Jahr Wirtschaftsdelegationen aus Sachsen Japan und besichtigen dort verschiedene japanische Unternehmen. Diese Besuche bieten für beide Seiten einen erheblichen Mehrwert. Sie bieten eine einzigartige Gelegenheit zum direkten Austausch von Informationen, Ideen und Best Practices zwischen führenden Vertretern der Industrie und Experten beider Seiten. Durch den direkten Dialog können die Teilnehmer ein tieferes Verständnis für die Stärken, Bedürfnisse und Innovationsansätze der jeweiligen Region gewinnen. Solche Reisen tragen zudem dazu bei, Vertrauen und persönliche Beziehungen aufzubauen, die für eine erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit unerlässlich sind. INTERVIEW „Die aktuellen Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen Japan und Sachsen liegen in den Bereichen Halbleiter und Robotik.“ Fumihiro Asano 16 Außenwirtschaftsnachrichten 3 | Juni / Juli 2026

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