Business Improvement Districts (BIDs)

"Frage nicht, was die Stadt für Dich tun kann, sondern handle eigenverantwortlich für Dein Quartier!" - Mit dem Modell der BIDs in Deutschland ergeben sich neue Perspektiven für die Selbstorganisation von Hauseigentümern und Gewerbetreibenden.

BIDs stehen für ein Erfolg versprechendes städtebauliches Instrument zur Attraktivitätssteigerung, Stärkung und Revitalisierung von Innenstädten und Stadtteilzentren. Es sind lokale Unternehmensintiativen von Grundeigentümern, Einzelhändlern und Dienstleistern.
Diese schließen sich in einem örtlich klar abgegrenzten Bereich zusammen, um den Standort aufzuwerten, wettbewerbsfähig zu machen und dies auch selbst zu finanzieren.

Bei BIDs handelt es sich um einen privat initiierten Zusammenschluss und eine Organisation von Eigentümern und Gewerbetreibenden eines Straßenzugs oder eines Quartiers auf Zeit (max. 5 Jahre). Diese führen auf der Grundlage eines zuvor selbst gegebenen BID-(Geschäfts- und Finanzierungs-)Plans und nach Abstimmung mit der Stadt einzelne oder eine Vielzahl von Maßnahmen durch, vorrangig im öffentlichen Raum mit dem Ziel der Aufwertung des Quartiers/Straßenzuges, durch.

BIDs bewirken somit Maßnahmen in und für den öffentlichen Raum durch privates Engagement, nicht nur auf dem Gebiet von Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit, sondern insbesondere zur wirtschaftlichen Aufwertung des Bereiches z. B. durch Werbung und Marketing, Veranstaltungsmanagement, gezielte Attraktivitätssteigerungen (gemeinsame Verkaufsaktionen, Leerstands- und Vermietungsmanagement).

Durch die In-Aussicht-Stellung, dass mit einer BID-Gesetzgebung sich alle im Quartier befindlichen Eigentümer und Gewerbetreibenden an der Umsetzung des Geschäftsplanes beteiligen müssen (Beseitigung des Trittbrettfahrerproblems), existiert bereits eine höhere Bereitschaft zur Erst-Initiative.
Die so zu erreichenden höheren Besucherzahlen und bessere Kaufkraftbindung führen zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Aufwertung und trägt somit zur Stärkung der jeweiligen Stadt im Wettbewerb der Städte insgesamt bei.

In Sachsen gibt es seit August 2012 mit dem Gesetz zur Belebung innerstädtischer Einzelhandels- und Dienstleistungszentren (SächsBIDG) eine rechtliche Grundlage für die Gründung von Innovationsbereichen auf Basis der Idee der Business Improvement Districts (BIDs). Diese Form einer Partnerschaft zwischen Kommunen und privaten Akteuren eröffnet Immobilieneigentümern sowie Gewerbetreibenden und Angehörigen der freien Berufe die Möglichkeit, ihr Geschäftsumfeld unter Einbeziehung der so genannten „Trittbrettfahrer“ attraktiver und lebendiger zu gestalten. Dem „Trittbrettfahrer-Problem“ wird dadurch begegnet, dass sich im Ergebnis eines Meinungsbildungs- und Abstimmungsprozesses alle Grundstückseigentümer bzw. Gewerbetreibenden und Freiberufler zu einer finanziellen Beteiligung an der Quartiersentwicklung verpflichten. Das Sächsische BID-Gesetz schafft somit die rechtlichen Grundlagen zur Sicherung des finanziellen Rahmens für Verbesserungsmaßnahmen in innerstädtischen Einzelhandels- und Dienstleistungszentren durch private Initiativen.

Dazu wurde ein Handlungsleitfaden für BID-Initiativen mit Tipps und Hilfestellungen zur Anwendung des Sächsischen BID-Gesetzes erstellt. Den Leitfaden finden Sie unter www.chemnitz.ihk24.de/bid.

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern begleiten die Umsetzung des Sächsischen BID-Gesetzes und stehen als Ansprechpartner für BID-Initiativen zur Verfügung.

Ansprechpartner

Stadtentwicklung | Standortkooperation

Andrea Schötter

E-Mail schoetter@leipzig.ihk.de
Telefon 0341 1267-1236
Fax 0341 1267-1422