Arbeiten mit Behinderung (Inklusion)

Die IHK zu Leipzig engagiert sich in der Sächsischen Allianz zur Beschäftigungsförderung von Menschen mit Behinderung (Allianz Arbeit + Behinderung), da sich die Unternehmen zunehmendem Fachkräfteengpässen gegenübersehen und gleichzeitig die Potenziale vieler Menschen mit Behinderung in den sächsischen Unternehmen noch nicht vollumfänglich genutzt werden.

Die Allianz Arbeit + Behinderung in Sachsen wurde gegründet, um die Chancen für Menschen mit Behinderung auf eine nachhaltige Teilhabe am Arbeitsleben zu erhöhen. Dazu hat die Allianz folgende Ziele definiert:

  • Das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Unternehmen und in der Öffentlichkeit schärfen.
  • Bestehende Beschäftigungsverhältnisse sichern; Arbeitgeber und Menschen mit Behinderungen über ein betriebliches Eingliederungsmanagement unterstützen.
  • In Unternehmen durch Kooperation mit Werkstätten für behinderte Menschen neue Arbeitsplätze schaffen.
  • Mehr Übergänge aus einer Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt sichern. Dazu sollen entsprechende Modellprojekte, betrieblich orientierte Praktika und Probebeschäftigung ausgebaut werden.
  • Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch verschiedene Modelle des Übergangs von Schule in Ausbildung und Arbeit möglichst passende Angebote entwickeln. Durch die Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit sollen die Chancen auf eine berufliche Eingliederung verbessert werden, insbesondere ist der Anteil von Schulabschlüssen zu erhöhen. Bestehende regionale und überregionale Netzwerke sollen dafür verstärkt genutzt werden.
  • Die Zusammenarbeit von Leistungsträgern verbessern, Kooperationsstrukturen vereinfachen und Bürokratie abbauen.
  • In Modellprojekten Beratungs-, Unterstützungs- und Vermittlungsangebote aus einer Hand erproben, transparente und einfach zugängliche Informationen sichern.

Ausgleichsabgabe

In Deutschland sind Unternehmen dazu verpflichtet, schwerbehinderte Menschen einzustellen, wenn es im Unternehmen mindestens 20 Arbeitsplätze gibt (§ 154 SGB IX). Grundsätzlich müssen fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden. Erfüllt das Unternehmen diese Quote nicht, muss eine monatliche Ausgleichsabgabe für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz entrichtet werden (§ 160 SGB IX).

Für das Erhebungsjahr 2021 hat sich die Ausgleichsabgabe mit Wirkung zum 31. März 2022 entsprechend der nachfolgenden Tabelle erhöht.

Erfüllungsquote

Ausgleichsabgabe für das Erhebungsjahr 2021 (monatlich)

3 bis unter 5 %

140 €

2 bis unter 3 %

245 €

0 bis unter 2 %

360 €

Arbeitgeber haben die Pflicht, bis spätestens zum 31. März eines jeden Jahres, ihre Beschäftigungsverhältnisse für das vorangegangene Kalenderjahr der zuständigen Agentur für Arbeit anzuzeigen. Sofern die Beschäftigungsquote an Schwerbehinderten nicht erfüllt ist, muss die entsprechende Ausgleichsabgabe ebenfalls bis spätestens zum 31. März an das Integrationsamt entrichtet werden. Die Pflicht zur Zahlung entsteht ohne besondere Zahlungsaufforderung.

Für kleinere Betriebe gelten darüber hinaus einige Erleichterungen:

Unternehmen mit mindestens 20 und weniger als 40 Mitarbeitern müssen lediglich einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Wird der Pflichtarbeitsplatz nicht besetzt, beträgt die Ausgleichsabgabe künftig 140 Euro statt 125 Euro. Bei Unternehmen mit 40 bis 59 Mitarbeitern müssen zwei Pflichtarbeitsplätze vorgehalten werden. Trifft dies nur auf einen Arbeitsplatz zu, beträgt die Ausgleichsabgabe künftig ebenfalls 140 Euro statt 125 Euro. Bleiben beide Pflichtarbeitsplätze unbesetzt, beträgt die Ausgleichsabgabe monatlich künftig 245 Euro statt 220 Euro pro unbesetzter Stelle.  

Bei der Gesamtanzahl der Arbeitsplätze ist stets der Jahresdurchschnitt zu Grunde zu legen. Auszubildende werden bei der Zählung der gesamten Arbeitsplätze nicht berücksichtigt. Schwerbehinderte Auszubildende werden jedoch auf zwei Pflichtarbeitsplätze angerechnet.

Mittelverwendung

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Kommunalen Sozialverbands Sachsen (Integrationsamt).


Internetplattform "Inklusion gelingt"

Mit der Internetplattform "Inklusion gelingt!" der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft ‒ dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ‒ soll vor allem kleinen und mittleren Unternehmen Informationen und Hinweise zum Thema Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt werden.

Zudem bietet die Plattform die Möglichkeit, gute Unternehmensbeispiele, aktuelle Themen sowie Tipps zu Veranstaltungen und zu neuen Publikationen zu recherchieren.


Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen? support berät!

Das Dienstleistungsnetzwerk support ist ein zentrales Angebot für kleine und mittlere Unternehmen.

Es bietet kostenfreie und umfassende Unterstützung bei der Besetzung eines Arbeitsplatzes sowie zu allen Fragen bezüglich der Beschäftigung behinderter und gesundheitlich beeinträchtigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an.

Seit Anfang 2015 verfügt support auch über ein Leipziger Büro (siehe Link) und setzt sich für einen inklusiveren Arbeitsmarkt in der Region ein.

Ansprechpartner

Beschäftigungspolitik und Fachkräftesicherung | Geschäftsfeldmanager Standortpolitik

Martin Steindorf

E-Mail martin.steindorf@leipzig-ihk.org
Telefon0341 1267-1322
Fax0341 1267-1422