Zahlungsverkehr

SEPA-Umstellung

Die Europäische Union strebt einen Binnenmarkt mit freiem Waren-, Personen- und Dienstleistungs- sowie Kapitalverkehr an. Hinter dem Punkt freier Kapitalverkehr kann faktisch ein Häkchen gemacht werden. Die individuellen Systeme der einzelnen Mitgliedsstaaten, die sich zwar im nationalen Einsatz als effizient erwiesen hatten, waren untereinander nicht kompatibel. Ein grenzüberschreitender Zahlungsverkehr war bisher schwierig und aufwändig. Im März 2012 verabschiedete daher das EU-Parlament einheitliche Regeln zum internationalen Zahlungsverkehr. Mit der verbindlichen Einführung des SEPA-Systems (Single Euro Payments Area) zum 1. Feburar 2014 wurden die bisherigen nationalen Verfahren für Überweisung und Lastschrift durch das SEPA-Verfahren ersetzt. Für Unternehmen, Banken und Verbraucher hat das weitreichende Konsequenzen.

Die wichtigsten Änderungen:

  • Die Kontonummer und die Bankleitzahl werden durch IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) ersetzt.
  • Bisherige Inlandsüberweisungen werden durch die SEPA-Überweisung abgelöst. Ab 1. Februar 2016 erfolgt keine Umrechnung der Kontonummer und Bankleitzahl durch die Kreditinstitute. Alle Zahlungsaufträge müssen daher dahingehend geprüft werden, ob die IBAN hinterlegt ist.
  • Für Euro-Lastschrifteinzüge sind nur noch die SEPA-Basislastschrift und die SEPA-Firmenlastschrift zulässig. Einzugsermächtigungs- und Abbuchungsauftragslastschriften können seit 1. August 2014 nicht mehr verwendet werden. Es besteht eine Ausnahme für das elektronische Lastschriftverfahren bis zum 31. Januar 2016.
  • Mit den neuen Verfahren gelten die technischen SEPA-Standards. Auch Unternehmen müssen diese erfüllen.

Vorteile für Unternehmen

  • Die Laufzeiten für Überweisungen innerhalb Europas betragen nur noch ein Arbeitstag.
  • Sogenannte Exportkonten, die zur Zahlung in anderen europäischen Ländern benötigt wurden, können aufgelöst werden.
  • Das europaweite Lastschriftverfahren vereinfacht die Steuerung von Konten und Liquidität durch eine kontoführende Stelle.
  • Die Angabe eines Fälligkeitsdatums ermöglicht taggenaue Liquiditätsplanung und -steuerung.
  • Die einheitliche Fristenregelung vereinfacht den Einzugs- und Rückgabeprozess.
  • Die Preistransparenz für Finanztransaktionen im europäischen Binnenmarkt ist erhöht.

Ansprechpartner

Consulting Unternehmensförderung | Geschäftsfeldmanager Existenzgründung und Unternehmensförderung

Stefan Heilmann

E-Mail heilmann@leipzig.ihk.de
Telefon 0341 1267-1379
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