Ausbildung behinderter und benachteiligter Menschen

Fachpraktiker-Berufe sind ausschließlich für Menschen gedacht, für die wegen Art und Schwere der Behinderung eine Ausbildung in einem anerkannten Beruf nicht in Betracht kommt. Ziel ist es, behinderten und benachteiligten Menschen ebenso eine Teilhabe an der beruflichen Bildung und am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

  • Formloser Antrag vom Menschen mit Behinderung oder seinem gesetzlichen Vertreter
  • Nachweis einer möglichen Ausbildungsstätte
  • Bestätigung durch die Agentur für Arbeit, dass eine Ausbildung nach § 66 BBiG erfolgen kann
  • Eignung der Ausbilder, die im Rahmen einer Ausbildung nach § 66 BBiG tätig werden (u. a. AEVO, mehrjährige Ausbildungserfahrung sowie der Nachweis über eine zusätzliche behindertenspezifische Qualifikation) 
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Aus- und Weiterbildungsberatung

Evelyn Reinboth

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Andreas Schulz

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Förderung für Arbeitgeber zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Für Unternehmen, die Menschen mit Behinderung ausbilden, einstellen oder beschäftigen stehen verschiedene Förderungen zur Verfügung. Zum Beispiel können sie für die Neueinstellung behinderter und schwerbehinderter Menschen oder zur Unterstützung der behinderungsgerechten Einrichtung des Arbeitsplatzes Förderung erhalten.

  • Regelförderung an Arbeitgeber für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung
  • Regelförderungen für Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung
  • Sonderprogramme zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben

Leistung

Ansprechpartner/Kostenträger

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung für behinderte Auszubildende: bis zu 60 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung des letzten Ausbildungsjahres. Agentur für Arbeit sowie verschiedene Rehabilitationsträger
Zuschuss zur Ausbildungsvergütung für schwerbehinderte Auszubildende: bis zu 80 Prozent der monatlichen Ausbildungsvergütung des letzten Ausbildungsjahres.

Agentur für Arbeit

Zuschuss oder Darlehen für neue Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen: bis zur Höhe der notwendigen Kosten bei angemessener Beteiligung des Arbeitgebers.

Integrationsamt

Zuschuss oder Darlehen für die behinderungsgerechte Ausstattung von Ausbildungsplätzen: bis zur Höhe der notwendigen Kosten je nach Einzelfall.

Rehabilitationsträger, Agentur für Arbeit, Integrationsamt

Zuschuss zu Gebühren; insbesondere Prüfungsgebühren. Integrationsamt

Zuschuss zu Kosten der Berufsausbildung für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene, die für die Zeit der Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen gleichgestellt worden sind: Prämien und Zuschüsse.

Integrationsamt

Neben der Regelförderung ergänzen Landesprogramme das gesetzliche Instrumentarium zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben.

Quelle: www.einfach-teilhaben.de (Internetangebot herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Leistung

Ansprechpartner/Kostenträger

Probebeschäftigung: Die Personalkosten für eine befristete Probebeschäftigung eines behinderten oder schwerbehinderten Menschen können bis zu drei Monate von der Agentur für Arbeit oder vom Rehabilitationsträger übernommen werden.

Agentur für Arbeit sowie verschiedene Rehabilitationsträger

Eingliederungszuschuss für behinderte und schwerbehinderte Menschen: Arbeitgeber, die behinderte oder schwerbehinderte Menschen einstellen, können einen Zuschuss von bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für bis zu 24 Monate erhalten. Nach 12 Monaten ist der Zuschuss je nach Zunahme der Leistungsfähigkeit des Beschäftigten, mindestens aber um zehn Prozentpunkte, zu mindern.

Agentur für Arbeit und Träger der Grundsicherung nach dem SGB II

Eingliederungszuschuss für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen*: Arbeitgeber, die besonders betroffene schwerbehinderte Menschen einstellen, können einen Zuschuss zu den Lohnkosten von bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für bis zu 60 Monate erhalten. Bei besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, kann der Zuschuss sogar bis zu 96 Monate geleistet werden. Agentur für Arbeit und Träger der Grundsicherung nach dem SGB II

Behinderungsgerechte Ausstattung von Arbeitsplätzen: Für die behinderungsgerechte Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätten behinderter oder schwerbehinderter Auszubildender und Beschäftigter können Arbeitgeber einen Zuschuss oder ein Darlehen erhalten. Die Einrichtung des Arbeitsplatzes umfasst dabei insbesondere die Ausstattung mit den notwendigen technischen Arbeitshilfen und Maßnahmen, durch die eine dauerhafte behinderungsgerechte Beschäftigung ermöglicht, erleichtert oder gesichert wird.

Rehabilitationsträger, Agentur für Arbeit, Integrationsamt

Zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen:. Für die Schaffung neuer Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen**  einschließlich der behinderungsgerechten Gestaltung ihres Arbeitsplatzes können Arbeitgeber Zuschüsse oder Darlehen erhalten.

Integrationsamt

Neben der Regelförderung ergänzen Landesprogramme das gesetzliche Instrumentarium zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben.

Quelle: www.einfach-teilhaben.de (Internetangebot herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Zudem legen Bund und Länder jeweils noch Sonderförderprogramme auf, um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für Arbeitgeber attraktiver zu gestalten.

Aktuell handelt es sich dabei um das Bund-Länder Programm „Initiative Inklusion“ und für Sachsen das "Sächsische Arbeitsmarktprogramm". Die Leistungen aus dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm sind gegenüber denen der "Initiative Inklusion" vorrangig.

Für die Förderung auf der Basis der beiden Förderprogramme sind die Agenturen für Arbeit zuständig. Die sächsischen Arbeitsagenturen führen ein einheitliches Förderverfahren für die "Initiative Inklusion" und das "Sächsische Arbeitsmarktprogramm" durch.

Die Ausgestaltung in Sachsen sieht folgende Förderung vor:

1. Sächsisches Arbeitsmarktprogramm

Die Förderung aus dem "Sächsischen Arbeitsmarktprogramm" ist unabhängig von der Erfüllung der Beschäftigungspflicht gemäß § 71 SG B IX. Ergänzend ist eine Förderung aus der "Initiative Inklusion" möglich.

Anträge auf die Förderung von Ausbildungsverhältnissen mussten bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden.

Bei Abschluss eines Ausbildungsvertrages werden je Ausbildungsjahr 1.000 Euro gewährt, die am Beginn des Ausbildungsjahres ausgezahlt werden. Der Höchstbetrag von 4.000 Euro darf nicht überschritten werden.

Wenn der Auszubildende nach Abschluss der Ausbildung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen wird, werden 3.000 Euro für einen unbefristeten und 2.000 Euro für einen (mindestens für 12 Monate) befristeten Vertrag gezahlt.

Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen in einem sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis mit mindestens 15 Wochenstunden unbefristet oder befristet für mindestens 12 Monate einstellen, können Lohnkostenzuschüsse oder Prämien erhalten. Die Anträge sind bis zum 31. Dezember 2015 zu stellen.

Lohnkostenzuschüsse:

Es können bis zu 50 Prozent des Arbeitsentgeltes für maximal 12 Monate gewährt werden, wenn kein Eingliederungszuschuss nach § 221 I Nr. 2 SGB III durch die Arbeitsagentur gezahlt wird.

Prämien:

Nach Bestehen der Probezeit kann eine Erstprämie ausgezahlt werden. Wenn der Arbeitsvertrag ein Jahr besteht, wird eine Zweitprämie gezahlt. Die Höhe der Erstprämie ist nach Betriebsgröße gestaffelt:

  • Kleiner Betrieb (< 50 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte)
    2 000 EUR (für unbefristete Verträge), 1 400 Euro (für befristete Verträge)
  • Mittlerer Betrieb (< 250 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte)
    1 500 EUR (für unbefristete Verträge), 1 050 Euro (für befristete Verträge)
  • Großer Betrieb (≥ 250 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte)
    1 000 EUR (für unbefristete Verträge), 700 Euro (für befristete Verträge)

Die Zweitprämie beträgt für alle Betriebsgrößen 1 000 Euro (für unbefristete Verträge), 700 Eueo (für befristete Verträge)

2. Initiative Inklusion

Anträge auf Förderung aus dem Programm "Initiative Inklusion" sind bis 31. Dezember 2015 zu stellen.

Arbeitgeber, die einen betrieblichen Ausbildungsplatz erstmals mit einem schwerbehinderten Jugendlichen unter 27 Jahren besetzen, können für bis zu drei Ausbildungsjahre insgesamt bis zu 10.000 Euro erhalten.

Die Förderhöhe richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Leistungen aus dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm sind vorrangig und werden auf die Förderung aus der Initiative Inklusion angerechnet. Die Prämie von 3.000 Euro bei Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis wird weiterhin gezahlt.

Gefördert wird auch die Einstellung schwerbehinderter oder gleichgestellter arbeitsloser oder arbeitssuchender Menschen ab 50 Jahren, insbesondere die Einstellung von schwerbehinderten Frauen und schwerbehinderten Empfänger/-innen von Leistungen der Grundsicherung.

Die maximale Förderung je Arbeitsplatz beträgt über drei Jahre insgesamt 10.000 Euro.

Art und Höhe der Förderung richten sich nach der Betriebsgröße und dem Einzelfall. Dabei wird auch berücksichtigt, inwieweit der Arbeitgeber seine Beschäftigungspflicht nach § 71 SGB IX erfüllt.

Bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen können für das erste Beschäftigungsjahr folgende Erstprämien gewährt werden:

  • Kleine Betriebe (weniger als 50 Beschäftigte): bis zu 5.000 Euro
  • Mittlere Betriebe (weniger als 250 Beschäftigte): bis zu 4.000 Euro
  • Größere Betriebe (über 250 Beschäftigte): bis zu 3.000 Euro

Nach jeweils einem weiteren Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses können auf Antrag Zweit- und Drittprämien in Höhe von bis zu 2.500 Euro gezahlt werden.

Bei befristeten Arbeitsverhältnissen mit einer Mindestdauer von 1 Jahr beträgt die

  • Erstprämie für das erste Jahr maximal 70 Prozent der oben genannten Prämien
  • Zweit- und Drittprämie maximal 2.000 Euro.

Die Fördermittel ergänzen das gesetzliche Instrumentarium zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben.

Prämien aus dem "Sächsischen Arbeitsmarktprogramm" sind vorrangig und werden auf die Förderung aus der Initiative Inklusion angerechnet. Wurden Lohnkostenzuschüsse aus dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm gewährt, können nach Ablauf der Förderung je Arbeitsplatz für das zweite und dritte Jahr des Beschäftigungsverhältnisses Leistungen aus der Initiative Inklusion von bis zu insgesamt 5.000 Euro gezahlt werden.

Quelle: www.talentplus.de/arbeitgeber/Foerderung/Sonderfoerderprogramme/index.html(Internetangebot unter Verantwortung des Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.)


Arbeitgeber, die lernbehinderte junge Menschen ausbilden möchten, können sich zur allgemeinen Beratung und zu Fördermitteln auch direkt an die Arbeitsagentur wenden:

Agentur für Arbeit Leipzig
Andrea Tischer
Georg-Schumann-Straße 150
04159 Leipzig
Telefon: +49 341 913-10270

Hinweis

Der leichteren Lesbarkeit wegen geben wir der männlichen Form den Vorzug. Mit diesem einfacheren sprachlichen Ausdruck sind selbstverständlich immer Damen und Herren gemeint.