Auf den Spuren der Leipziger Wirtschaftsgeschichte

Die Kramermeister | Biogramme

  • Ferdinand Traugott Flinsch
  • Heinrich von Seelen
  • Christian Hetzer
  • Friedrich Koehlau
  • Heinrich Konrad Brummer
  • Sebastian Otto
  • Hartmann Winckler d. Ä.
  • Johann Rudolf
  • Johann Konrad Plitz

Geb. 19. August 1792 in Blankenberg an der Saale
Gest. 11. November 1849 in Leipzig


Vater: Adam Erdmann (1757–1828), Papiermacher in Blankenberg
Mutter: Dorothea (1761–1851), Tochter des Papiermachers Johann Barthold Schleicher in Kasendorf bei Coburg


Flinsch ging in Blankenberg zur Schule, begann 1805 seine Lehre in einem Materialwarengeschäft in Hof und Schleiz. In Leipzig bekam er eine kaufmännische Ausbildung im Bankhaus Küstner.

1819 gründete Flinsch in Leipzig das Papierhandelshaus Flinsch, welches später nach Frankfurt am Main expandierte.

Später übernahm er die Papiermühle Käferstein in Penig, in der er mit neuester Technik große Mengen an standardisiertem, in Stoff, Qualität und Farbe einheitlichem Papier herstellte. Ab 1842 baute er die väterliche Papiermühle in Blankenberg ebenfalls zu einem Produktionsstandort modernster Prägung aus.

Er war in den 1830er Jahren Kramermeister in Leipzig sowie später mehrfach Vorsteher der Handelslehranstalt.

Flinsch gründete die Leipziger Arbeitsnachweisungsanstalt und beteiligte sich an der Gründung der Pestalozzi-Stiftung.

Ab 1820 war Flinsch verehelicht mit Henriette (geb. Winkler). Mit ihr zeugte er drei Söhne.

 

Quellen:
Kutzner, Hans Georg, "Flinsch, Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 248-249 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133107108.html#ndbcontent [Zugriff am 31.03.2022].
Friedrich W. Süs: Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch: Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869. Mahlau & Waldschmidt, Frankfurt am Main 1869. Digitalisat.
Heino Castorf: Die Patentpapierfabrik zu Penig. Ein Beitrag zur Geschichte des Papiers. Wohlfeld, Magdeburg 1897.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Traugott_Flinsch?_sm_au_=iVVnVRFV6WH1tpq52cB8WLH38fp3q [zugriff am 31.03.2022]

Vater: Heinrich von Seelen, Bürger und Handelsmann
Mutter: Anna geb. Nossemann


Nach dem frühen Tod seiner Eltern - die Mutter verstarb 1622, der Vater 1626, zog er nach Amsterdam zu seiner Stiefschwester, deren Mann ein angesehener Seidenhändler war. Ursprünglich wollte Heinrich sechs Jahre bei diesem als Handelsjunge dienen, aber sowohl seine Stiefschwester als auch ihr Mann fielen 1629 einer Pestepidemie zum Opfer. Danach verpflichtete er sich dem Amsterdamer Handelsmann Heinrich Repmacher und unternahm in dessen Auftrag viele Reisen, u. a. auch nach Leipzig. Bei seinen Handlungsreisen war sehr hilfreich, dass er seit seiner Kinderzeit Niederländisch und Französisch beherrschte.

Er heiratete am 27. Januar 1640 Ottilie, Witwe von David Mörlin, Handelsmann und Stadtfähnrich in Leipzig und zeugte mit ihr zwei Söhne und zwei Töchter.

1666 wurde er als Nachfolger von Carl Günther Born zum Kramermeister gewählt.

Quelle:
Carpzov, Johann Benedict. Ein wohlerfahrner Geistlicher Kauffmann, über den Spruch des XC. Ps. v. 13. Lehre uns bedencken, daß wir sterben müssen, auff daß wir klug werdenUntertitelbey ... Leichbestattung Des... Heinrichs von Selen, wohlbenahmten Bürgers, berühmten Kauff- und Handelsmanns, und Cramermeisters zu Leipzig, den 24. Mai, Anno 1674, Leipzig 1674.

Geb. 10. August 1600 in Torgau
Gest. 15. März 1659 in Leipzig


Vater: Johann Hetzer aus Torgau
Mutter: Magdalena geb. Vogt


Sein Vater starb als er 15 Jahre alt war. Ein Jahr später ging er nach Leipzig und begann eine Lehre beim Moyse Bohlmann, Handelsmann, und blieb acht Jahre als Junge und weitere acht Jahre als Handelsdiener.

Er wurde 1654 zum Kramermeister gewählt.

Im Februar 1634 heiratete er Maria geb. Schmied († 1636), Witwe des Bartholomäus Meyer, Bacc. der Theologie und Diakon zu St. Nikolei in Leipzig. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Eine zweite Ehe ging er im Juli 1637 mit Susanna, Tochter des Leipziger Rats- und Handelsmann Zacharias Cramer, ein. Zusammen hatten sie sechs Söhne und drei Töchter.
 

Quelle:
Geier, Martin, Der Gläubigen/ 1. Außerlesene/ 2. Ruhige/ 3. Selige Hoffnung/ Aus dem 39. Psalm/ v. 8. 10. Nun Herr wes sol ich mich trösten/ [et]c., Leipzig 1659.

Geb. 1656 in Merseburg
Gest. 26.10.1705 in Leipzig


Vater: 
Mutter: 


Seit dem 17. Juni 1683 war er mit Barbara geb. Höffer (1655-1694) verheiratet, der Tochter des Bürgermeisters und Vorsteher des Hospitals in Döbeln. Es war ihre dritte Ehe. Zuvor war sie mit David Papst, Handelsmann in Rochlitz († 1673), und mit Elias Mauffen, Handelsmann in Leipzig († 1682) verehelicht. Friedrich Köhlau zeugte mit ihr fünf Kinder.
 

Quelle:
Carpzov, Johann Benedict, Außerlesene Trost- und Leichen-Sprüche : bey unterschiedenen begräbnissen Christselig entschlaffener Personen/ in denen damahligen Leichpredigten fleißig erkläret/ und ... zu gemeiner erbawung überlassen…, Leipzig 1697, Nr. XV. Betrübter Christen tägliches Wolleben/ bey Christlicher Leichbestattung Frauen..., S. 518 ff.

geb. 26. Aug. 1647 in Leipzig
gest. 2. Okt. 1684 in Leipzig


Vater: Michael Brummer, Handelsmann und Kramermeister in Leipzig
Mutter: Maria geb. Conrad


Er erlernte Lateinisch und Französisch. 1661 begann er seine Ausbildung im von Heinrich Cramer geführten Geschäft. 1666 reiste er in die Niederlande, um dort den Einkauf für Cramers Geschäft zu übernehmen. Mit dem Einverständnis seiner Eltern unternahm er eine Reise über Amsterdam, durch Brabant, Flandern, England, Frankreich und die Schweiz. Als sein Vater 1669 verstarb, kehrte er nach Leipzig zurück. Daraufhin gründete er 1671 gemeinsam mit Michael Balduin Brummer, seinem Bruder, und Christian Brummer eine Handelsgesellschaft, die aber bereits im folgenden Jahr nach dem Tod des Letzteren wieder aufgelöst wurde. Danach führte er ein Handelsgeschäft gemeinsam mit seinem Bruder.

Am 23. Mai 1676 heiratete er Marie Regine, die zweite Tochter des Andreä Winckler auf Dölitz und Stüntz, Ratsherr und Vorsteher des Hospitals St. Georg. Sie starb am 22. Januar 1678. Aus dieser Ehe entstammten zwei Töchter.

Am 27. Oktober 1679 heiratete Heinrich Konrad ein zweites Mal. Aus der Ehe mit Johanna Regina, Tochter des Leipziger Kramermeisters Gottfried Hennig, gingen zwei früh verstorbene Söhne und eine Tochter hervor.

1683 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Heinrich Cramer zum Kramermeister gewählt.

 

Quelle:
Carpzov, Johann Benedict, Gottes Denckzedel für die Gottesfürchtigen bey Christlicher Leich-bestattung des ... Heinrich Conrad Brummers ... in damahliger Leichen-predigt ... vorgestellet, Leipzig [1684].

Geb. 9. Oktober 1590 in Tages
Gest. 19. Februar 1656 in Leipzig


Vater: Sebastian Otto
Mutter: Clara geb. Kupfer


1601 kam er zum Besuch der Thomasschule nach Leipzig. 1608 begann er eine Lehre beim Leipziger Tuchhändler Hans Schlägel, die für sechs Jahre geplant war, aber bereits nach einem Jahr durch den Tod des Tuchhändlers endete. Es folgte ein einjähriger Aufenthalt in Halle, bevor er sich erneut für sechs Jahre bei Georg Pantzer in Leipzig verpflichtete, die er dann auch abdiente. Weitere vier Jahre war er beim Händler Antonie Sommer angestellt.

Am 20. August 1621 heiratete er Elisabeth, Tochter Kramermeisters Hans Müller. Aus der Ehe gingen sechs Jungen und fünf Töchter hervor

Quelle:
Hülsemann, Johann, Der Himmels-Weg/ Beschrieben im XXXVII. Psalm Davids vers. V. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auff Ihn/ Er wirds wol machen…, Leipzig 1656.

Geb. 25. September 1677 in Leipzig
Gest. 1. November 1752 in Leipzig


Vater: Heinrich Winckler (Ratsmitglied, Baumeister, Vorsteher zu St. Nikolei in Leipzig)
Mutter: Anne Sibylle geb. Hennig


Hartmann wurde 1690 mit gerademal 13 Jahren nach Nürnberg zu Veit Richter geschickt, um dort eine erste Ausbildung zu erfahren. 1692 wechselte er nach Augsburg, um bei Benedict Winckler in einer „größeren Handlung“ zu dienen, wo er vier Jahre blieb. Die nächste Station seiner Ausbildung war Lucca in der Toskana. Hier war ein gewisser Andreas Guitotti sein Lehrmeister. Von dort aus unternahm er Reisen durch Italien. 1698 kehrte er nach Leipzig zurück, um bald darauf eine Reise durch die Niederlande zu unternehmen. In Leipzig arbeitete er zunächst beim Kramermeister Christoph Andreas Gulden, dessen Geschäfte er nach seinem Tod gemeinsam mit seinem Bruder Daniel Winckler übernahm. 1712 wurde er zum Kramermeister gewählt. Der Stadt diente er zunächst als Stadtfähnrich, dann als Leutnant im Hallischen Viertel und ab 1726 als Ratsmitglied. 1728 wurde er Hauptmann im Petersviertel, 1731 Vorsteher des Willigen Almosens und des Lazaretts und 1734 Baumeister der Stadt. Schließlich wurde er 1743 zum Deputierten der Einnahmestube bestellt.

1704 heiratete er Johanna Sophia, Tochter des Paul Wincklers, Ratsherr, Vorsteher des Hospitals St. Johannis und Besitzer zahlreicher Rittergüter im Leipziger Umland. Mit ihr hatte er acht Söhne und eine Tochter.

Quelle:
Entwurf des rühmlich geführten Wandels Herrn Hartmann Wincklers des ältern des Raths und Baumeisters wie auch Vorstehers des willigen Almosens zu Leipzig, hrsg. von Ulrich Christian Saalbach, Leipzig 1753.

Geb. 1. September 1652 in Leipzig
Gest. 28. März 1694 in Leipzig


Vater: Johann Rudolf, Bürger und Handelsmann in Leipzig
Mutter: Anna Catharina geb. Blatze


Nach dem Schulbesuch begann er ein Studium der freien Künste, doch nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1669 sollte er dessen Geschäfte übernehmen. Mit Unterstützung „eines getreuen Consorten“ gelang es, das Geschäft erfolgreich fortzuführen und Handelsbeziehungen bis nach Italien, Frankreich, Belgien (Spanischen Niederlande), England und Niederlande zu unterhalten.

Er heiratete 22. Januar 1677 Regine Sophie, Tochter des Wurzener Stifts-Rats und Domdechanten zu Zeitz Johann Martin Luther und damit eine Nachfahrin des Reformators. Mit ihr hatte er zwei Kinder. Bereits im Jahr 1679 verstarb Regine Sophie.

Am 27. Februar 1682 ging er mit Amalie, Tochter des Leipziger Ratsmanns und Baumeister Georg Ulrich Welsch, eine zweite Ehe ein, der sieben Kinder entstammten.

Quelle:
Carpzov, Johann Benedict, Der Kinder des lebendigen Gottes Liebe unter sich : bey Christlicher Leichbestattung des ... ... , Leipzig 1694.

Geb. 17. März 1606 in Weiden in der Oberpfalz
Gest. 16. April 1678 in Leipzig


Vater: Stephan Plitz, Bürger und Baumeister in Weiden
Mutter: Anna Maria geb. Wolf


Johann Conrad Plitz und seine Geschwister wuchsen bei der Großmutter auf, da ihr Vater 1618 verstarb. Doch bereits 1620 zog Johann Conrad nach Nürnberg und ging dort bei Hans Stahl, Bürger, Handelsmann und Ratsmitglied, in die Lehre. Im Jahr 1625 kam er nach Leipzig und begann seinen sechsjährigen Dienst bei den Materialisten Bernhard Elsasser und Daniel Planck. 1632 wurde er Handelsdiener bei der Witwe von Johann Leonhard Weickmann und half ihrem Geschäft über die wirtschaftlich schwere Zeit während des 30jährigen Kriegs.

Am 20. Mai 1634 heiratete er die Witwe und zeugte mit ihr drei Kinder, die aber alle früh verstarben. Bereits drei Jahre später, also im Jahr 1637, verlor er auch seine Frau und weitere Leipziger Familienmitglieder durch die Pest.  Am 26. Februar 1639 heiratete er erneut. Seine zweite Frau war Magdalena, Tochter von Zacharias Finsinger, Handelsmann in Leipzig. Aus dieser Ehe gingen sechs Söhne und zwei Töchter hervor, bevor 1654 auch seine zweite Ehefrau verstarb. Am 7. März 1656 heiratete er als dritte Frau Getraude, die Witwe von Zacharia Kramer, eine geb. Platz.

1634 wurde er zum Leipziger Defensionswerk gezogen und diente als Pikeniere. Erst 1642 konnte er sich durch die Stellung eines Ersatzmanns davon befreien.

24. Juli 1644 wurde er zum Kramermeister gewählt.
 

Quelle:
Müller, Daniel: Seelen-Stillung und Zufrieden-Stellung Königes Davids/ Auß diesen ... : Bey ... Leichbestattung Des ... Herrn Johann ... , 1679.

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Abteilungsleiterin Servicecenter

Ute Doffing

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