Umsatzsteuer auf elektronische Dienstleistungen ab 2015 neu geregelt

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08.10.2014

Für elektronische Dienstleistungen fällt die Umsatzsteuer ab 1. Januar 2015 im Land des Endabnehmers an.

Ab dem 1. Januar 2015 gelten in der EU neue Regelungen für elektronische Dienstleistungen, die an Privatpersonen erbracht werden. Hiernach bestimmt sich bei elektronischen Dienstleistungen, Rundfunk- und Telekommunikationsleistungen an nichtunternehmerische Leistungsempfänger der Ort dieser sonstigen Leistungen innerhalb der EU danach, wo der (private) Leistungsempfänger seinen Sitz, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat. Damit hat der Gesetzgeber die Vorgaben durch die EU umgesetzt und ein Verbrauchs- oder Bestimmungslandprinzip im nationalen Recht verankert.

Betroffen sind zum Beispiel Bereitstellung von Websites, Fernwartung von Programmen, Software, E-Books, Filme, Datenbanken, Bilder, Fernunterricht oder Online-Versteigerungen.

Unternehmer, die solche Leistungen erbringen, müssen sich daher grundsätzlich in dem Mitgliedstaat des Leistungsempfängers umsatzsteuerlich erfassen lassen und hier ihren Melde- und Erklärungspflichten nachkommen.

Alternativ können Unternehmen ab dem 1. Januar 2015 in Deutschland ihre in den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgeführten Umsätze mit Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und auf elektronischem Weg erbrachten Dienstleistungen zentral über das Bundeszentralamt für Steuern – im sogenannten Mini-One-Stop-Shop-Verfahren – auf elektronischem Weg erklären und die Steuer insgesamt an diese Stelle entrichten. Diese Verfahrenserleichterung gilt ab dem 1. Januar 2015 in allen Mitgliedstaaten der EU. Wird dieses neue Verfahren gewählt, ist es für alle EU-Staaten einheitlich anzuwenden.

Werden in mehreren EU-Staaten Leistungen an Privatpersonen erbracht, ist das „Mini-One-Stop-Shop“-Verfahren eine deutliche Vereinfachung, weil Meldepflichten und Zahlungen in mehreren EU-Staaten vermieden werden. Dieses Verfahren gilt nicht für in Drittland erbrachte Leistungen.

Besonders wichtig für die leistenden Unternehmer ist jedoch, dass die Leistungen an (private) Leistungsempfänger den jeweiligen nationalen Steuersätzen unterliegen und die steuerlichen Vorschriften der Rechnungserteilung des Verbraucherlandes bei der Rechnungserstellung beachtet werden müssen.

Die Teilnahme am „Mini-One-Stop-Shop“-Verfahren können deutsche Unternehmer auf elektronischem Weg beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen. Dies ist ab dem 1.10.2014 mit Wirkung zum 1.1.2015 möglich und gilt einheitlich für alle Staaten der EU. Für Anträge deutscher Unternehmer stellt das Bundeszentralamt für Steuern ein Online-Portal zur Verfügung.

Ansprechpartner

Consulting Steuern

Andrea Schäfer

E-Mail schaefer@leipzig.ihk.de
Telefon 0341 1267-1405
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