Regionale Wirtschaft trotz hoher geschäftlicher Risiken weiter auf Wachstumskurs

Presse

15.06.2018

Die gewerbliche Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig bleibt auch im Frühjahr 2018 auf Wachstumskurs. Bei etwas schwächerer Geschäftslage sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen so gut wie nie. Der IHK-Geschäftsklima-Index steigt auf die neue Bestmarke von 138 Punkten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, an der sich 629 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen mit mehr als 32.000 Beschäftigten beteiligt haben.

"Die regionale Wirtschaft setzt ihren Wachstumskurs unbeirrt fort – abermals sind die Geschäftserwartungen unserer Unternehmen besser als je zuvor. Es stimmt optimistisch, dass die wirtschaftliche Dynamik in unserer Region weiter auf hohem Niveau anhalten wird", sagt Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig. "Die heute blendende Konjunkturlage darf aber nicht verblenden: Die Herausforderungen für die Unternehmen sind groß und steigende Risiken drohen, sich als Wachstumshemmnisse von morgen herauszukristallisieren. In der Industrie kühlt sich die Stimmung bereits leicht ab, nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden globalen handelspolitischen Unsicherheiten. Die Fachkräftegewinnung wird für immer mehr Unternehmen – und zwar branchenübergreifend – zur großen Herausforderung. Dazu kommt das Mega-Thema Digitalisierung, für das die Infrastruktur der Breitband-Netze immer noch den Anforderungen der Unternehmen hinterherhinkt. Diese Herausforderungen sind ernst zu nehmen und müssen Politik und Wirtschaft gleichermaßen antreiben."

Lage: Aufgrund saisonaler und witterungsbedingter Einflüsse im ersten Quartal 2018 beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage geringfügig schwächer als zu Jahresbeginn. 59 Prozent der Unternehmen bewerten die Lage als gut, 5 Prozent als schlecht. Der entsprechende Saldo ging von seinem zuletzt erreichten Allzeithoch leicht um zwei auf +54 Punkte zurück. Die Situation der gewerblichen Wirtschaft bleibt damit ausgesprochen gut. In fast allen Wirtschaftsbereichen ist die Geschäftslage besser als vor einem Jahr.

Erwartungen: Die insgesamt gute Stimmung spiegelt sich vor allen in den branchenübergreifend optimistischen Prognosen der Unternehmen wider. Der Saldo der Geschäftserwartungen legt nochmals um zwei auf +23 Punkte zu und übertrifft damit die zum Jahresbeginn erzielte Bestmarke. Die Exporterwartungen der Industrie erfahren aktuell jedoch einen deutlichen Dämpfer – die Sorgen vor einem weltweiten Handelskonflikt wiegen offenbar schwerer als die eher günstigen Wachstumsaussichten im Welthandel und der aktuelle, exportfreundliche Eurokurs.

Investitionen: Die Investitionsplanungen der Unternehmen zeigen weiter nach oben. Nicht nur der anhaltende Konjunkturaufschwung, auch die fortschreitende Digitalisierung in der Wirtschaft löst zusätzliche Investitionen aus. Gut jede vierte Firma hebt ihre Investitionsausgaben an. Dementsprechend steigt auch der Investitionssaldo um weitere vier auf +20 Prozentpunkte und liegt damit 9 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

Personal: Die Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften der Unternehmen ist ungebrochen. Zusätzliches Personal wird ebenso gesucht wie Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter. Die Zahl der unbesetzten offenen Stellen steigt daher, was den Druck auf den Beschäftigungsmarkt weiter erhöht. Mit 29 Prozent planen nun schon fast fünfmal mehr Unternehmen ihren Personalbestand zu erhöhen, als zu verringern. Der Beschäftigungszuwachs im gewerblichen Sektor dürfte daher weiter gehen, sofern die Fachkräftesituation dies noch erlaubt.

Risiken: Im Risikoradar der Unternehmen manifestiert sich der Fachkräftemangel auch aktuell als meistgenannter Risikofaktor unter den Betrieben im IHK-Bezirk Leipzig. Knapp die Hälfte der befragten Firmen sieht ihre Geschäftsentwicklung durch das schwindende Angebot an Fachkräften beeinträchtigt. Für einzelne Betriebe wirken sich die Besetzungsprobleme bereits wachstumshemmend aus. Auf den weiteren Rängen folgen unverändert die Entwicklung der Arbeitskosten und mit größerem Abstand die Inlandsnachfrage sowie die Entwicklung der Energie-, Rohstoff- und Kraftstoffpreise. Die Exportwirtschaft sieht sich zudem neuen Handelshemmnissen gegenüber. Mit den Importzöllen durch die USA und den durch die Trump-Administration verhängten Iran-Sanktionen sind die Gefahren eines internationalen Handelskrieges erheblich gestiegen und führen bereits zu einer deutlichen Verunsicherung der Unternehmen. Auch der aktuell steigende Ölpreis trägt eher zu einer Verringerung der weltweiten konjunkturellen Wachstumschancen bei.

Detaillierte Ergebnisse nach Branchen und gesonderte Auswertungen für die Landkreise Nordsachsen und Leipzig online unter: www.leipzig.ihk.de/konjunktur

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