Neues Gesetz zur Maklerprovision ab 23. Dezember 2020

Dienstleistungen | Standortpolitik

16.09.2020

Das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (veröffentlicht am 23. Juni 2020 im Bundesgesetzblatt) tritt am 23. Dezember 2020 in Kraft.

Aufgrund des neuen Gesetzes werden die Vorschriften im BGB betreffs der Maklerprovision neu gefasst. Ziel des Gesetzgeber ist es, private Käufer von Wohnimmobilien von Kaufnebenkosten zu entlasten.

Die wichtigsten Varianten der Maklervergütung beim Immobilienkauf im Überblick (Quelle: immobilienwirtschaft 9-2020)

Variante 1Variante 2Variante 3Variante 4
Doppelmakler
§ 656c BGB n. F.
Maklervertrag mit Verkäufer mit Abwälzungsvorbehalt
§ 656d BGB n. F.
Maklervertrag mit Verkäufer ohne Abwälzungsvorbehalt
§ 652 BGB
Suchauftrag des Käufers
§ 652 BGB
Doppelprovision
Paritätische Aufteilung
Provisionslast bei Verkäufer
Käufer trägt bis zu 50 % durch Übernahmevereinbarung
Provisionslast bei VerkäuferProvisionslast bei Käufer
Provisionsansprüche werden mit Abschluss des Kaufvertrages fällig
kein Zahlungsnachweis notwendig; deklaratorische Maklerklausel empfehlenswert
Käufer muss erst zahlen, wenn Verkäufer oder Makler nachgewiesenhaben, dass Auftraggeberanteil gezahlt wurde (Überweisungsträger, Bankbeleg)Verkäufer zahlt, wenn Hauptvertrag zustande kommtKäufer zahlt, wenn Hauptvertrag zustande kommt

Künftig ist es nicht mehr möglich, die Maklercourtage vollständig dem Käufer aufzubürden, wenn auch der Verkäufer den Makler beauftragt hat.

Wird ein Makler aufgrund zweier Maklerverträge für Käufer und Verkäufer tätig, kann er eine Vergütung nur von beiden Parteien zu gleichen Teilen verlangen. Vereinbart der Makler mit einer Partei, für diese unentgeltlich tätig zu sein, kann er auch von der anderen Partei keine Vergütung beanspruchen.

Wird der Makler nur von einer Partei beauftragt, muss diese Partei auch die Maklercourtage zahlen. Vereinbarungen mit dem Ziel, die Kosten an die andere Partei weiterzureichen, sind nur dann wirksam, wenn die weitergereichten Kosten maximal 50 % der insgesamt zu zahlenden Courtage ausmachen. zudem muss der Auftraggeber des Maklers nachweisen, dass er die Courtage gezahlt hat, bevor er von der anderen Partei dren Anteil verlangen kann.

Die Neuregelung gilt nur, wenn der Immobilienkäufer ein Verbraucher ist. Sie gilt nicht für Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäuser. Die Neuregelung gilt auch nicht für die Vermittlung von Mietverträgen.

Ein Maklervertrag, der den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Kaufvertrages über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus (einschl. solchen mit Einliegerwohnung) oder die Vermittlung eines solchen Vertrags zum Gegenstand hat, bedarf künftig der Textform (z. B. E-Mail).

Ansprechpartner

Ansiedlung | Immobilienwirtschaft | Sicherheit in der Wirtschaft

Matthias Weiland

E-Mailweiland@leipzig.ihk.de
Telefon0341 1267-1265
Fax0341 1267-1422

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