IHK-Konjunktur: Geschäftslage der regionalen Wirtschaft so gut nie

Presse

27.01.2017

Die regionale Wirtschaft ist nach einem starken Jahresendspurt sehr erfolgreich ins Jahr 2017 gestartet. Zu Jahresbeginn beurteilen 55 Prozent der Unternehmen – mehr als je zuvor – ihre Geschäftslage mit gut. Nur sechs Prozent sind unzufrieden. Die Lagebeurteilung erreicht damit eine neue Bestmarke.

Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, an der sich 685 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen mit rund 42 000 Beschäftigten beteiligten.

„Das Lagehoch der hiesigen Wirtschaft darf über die zukünftigen Herausforderungen nicht hinwegtäuschen. Denn die positive wirtschaftliche Entwicklung wird vorwiegend durch privaten und staatlichen Konsum und Bauinvestitionen getragen. Für die investitions- und exportabhängige Industrie reicht es nur für ein leichtes Wachstum“, fasst Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig, zusammen und blickt voraus: „Dieses Jahr stehen sehr spannende Wahlen zum Deutschen Bundestag an. Hier fordere ich heute schon die zukünftigen Mitglieder auf, mutige Entscheidungen für eine positive wirtschaftliche Zukunft unserer Region und des ganzen Landes zu treffen.“

Lage: In allen Wirtschaftsbereichen hat sich die Geschäftslage gegenüber der vorherigen Umfrage im Herbst 2016 verbessert, was auf einen starken Jahresendspurt hindeutet. Neue Höchststände erreicht der Lagesaldo im Einzelhandel sowie im Verkehrs- und im Gast-/Tourismusgewerbe. Insgesamt 42 Prozent der Unternehmen konnten in den vergangenen Monaten ihre Umsätze steigern. Ein Drittel der Unternehmen konnte auch die Erträge gegenüber dem Vorjahr verbessern.

Erwartungen: Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich gegenüber der vorherigen Umfrage wieder aufgehellt und lassen auch für 2017 ein stabiles wirtschaftliches Wachstum erwarten. Ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung der Geschäftslage und nur jede zehnte Firma ist pessimistisch. Nahezu zwei Drittel der Firmen gehen von einer gleich bleibenden Geschäftslage auf aktuell hohem Niveau aus. Insbesondere in der Industrie haben sich die Geschäftsaussichten deutlich verbessert. Auch außerhalb der dominierenden Automobilbranche ist die Zuversicht in verschiedenen Industriebranchen gestiegen. Die Exporterwartungen legen nach einem Tiefpunkt im Frühjahr 2016 weiter zu.

Investitionen: Ein erfreuliches Bild zeigen aktuell die Investitionsplanungen der Unternehmen. Danach könnten die zuletzt eher schwachen Investitionsaktivitäten dieses Jahr wieder etwas Schwung erhalten. Inwieweit diese Entwicklung nachhaltig ist, wird der Jahresverlauf zeigen.

Personal: Die Personalplanungen der Unternehmen stimmen ebenfalls zuversichtlich. Der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen möchten, ist fast dreimal höher als der Anteil der Unternehmen, die mit rückläufigen Beschäftigtenzahlen planen. Sollten die Unternehmen ihre Planungen umsetzen, ist auch 2017 von einem weiteren Beschäftigungsaufbau im gewerblichen Sektor auszugehen.

Risiken: Trotz der insgesamt guten Situation bleiben die Risiken insbesondere für den Welthandel hoch. Neben der Vielzahl an regionalen Konfliktherden schüren nicht zuletzt der Brexit sowie die aktuell vorhandenen Unwägbarkeiten in der künftigen US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik die Unsicherheiten weiter.
Im Ranking der geschäftlichen Unternehmensrisiken werden nach wie vor die Arbeitskosten am häufigsten genannt, dicht gefolgt von der Inlandsnachfrage. Auf dem dritten Platz rangiert der Fachkräftemangel, deutlich vor der Entwicklung der Energie-, Kraftstoff- und Rohstoffpreise.

Zusatzbefragung zu Exportaktivitäten
Thema einer Zusatzbefragung waren die Exportaktivitäten der Unternehmen. Demnach exportieren zurzeit 52 Prozent der antwortenden Industrieunternehmen und gut 18 Prozent der Dienstleister. Die nicht exportierenden Unternehmen geben zu jeweils rund einem Viertel an, dass kein Bedarf an neuen Absatzmärkten besteht oder dass die eigenen Produkte und Dienstleistungen nicht für den internationalen Markt geeignet sind. Fehlende personelle Kapazitäten spielen immerhin noch für knapp zehn Prozent der Industrieunternehmen und für sieben Prozent der Dienstleister eine Rolle. In der Industrie nennen darüber hinaus jeweils gut acht Prozent fehlende Kenntnisse über Exportmöglichkeiten und Sprachbarrieren als Exporthemmnisse, in der Dienstleistungswirtschaft sind diese Anteile deutlich geringer. Von den derzeit nicht exportierenden Unternehmen planen lediglich drei Prozent binnen der nächsten zwei Jahre einen Einstieg ins Exportgeschäft. Dies zeigt, dass sowohl die Sächsische Staatsregierung als auch die Industrie- und Handelskammern gezielt weitere Unterstützungsarbeit zur Förderung der Außenwirtschaftskontakte der regionalen Wirtschaft leisten müssen, um deren Internationalisierungsgrad zu erhöhen.

 

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