Gewerbliche Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig in Hochkonjunktur

Presse

13.11.2017

Die gewerbliche Wirtschaft im IHK-Bezirk Leipzig (Stadt Leipzig sowie Landkreise Nordsachsen und Leipzig) befindet sich im Herbst 2017 weiterhin im Stimmungshoch.

Eine aktuelle Geschäftslage auf Topniveau und nur geringfügig schwächere Prognosen lassen den IHK-Geschäftsklima-Index erneut auf seinem erst im Frühjahr erreichten Allzeithoch von 133 Punkten einpegeln. Die regionale Wirtschaft bleibt damit auf Expansionskurs. Dieses Fazit lässt sich anhand der aktuellen Konjunkturergebnisse der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig ziehen. An der Befragung beteiligten sich 621 im IHK-Bezirk ansässige Unternehmen aller Branchen und Größenklassen mit mehr als 41.000 Beschäftigten.

"Die Stimmung unter den Unternehmen ist vielversprechend. Abgesehen von saisonalen Schwankungen ist der Geschäftsausblick in allen Wirtschaftsbereichen positiv. Jetzt muss auch die Politik ihren Beitrag zur Gestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen leisten und so die Voraussetzungen für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum schaffen", sagt Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig, und fügt an: "Nun sind die Parteien aufgefordert, zügig eine handlungsfähige Regierung zu bilden."

Lage
Der breitangelegte Konjunkturaufschwung hält an. In allen Wirtschaftsbereichen laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Im Ergebnis steigt der Saldo zur aktuellen Geschäftslage nochmals an und erzielt mit +51 Prozentpunkten eine neue Bestmarke. Dieser Wert liegt um 10 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und verdeutlicht eindrucksvoll die nochmals anziehende konjunkturelle Dynamik in den vergangenen 12 Monaten.

Erwartungen
Die Geschäftsaussichten der Unternehmen verfehlen ihren zuletzt erreichten Höchstwert mit einem Saldo von +17 Prozentpunkten nur unwesentlich um einen Prozentpunkt und bestätigen die ausgesprochen optimistische Grundstimmung in der gewerblichen Wirtschaft. Die hohe Wachstumsdynamik basiert auf einem breiten Fundament - der private Konsum wächst, die Binnen- und die Auslandsnachfrage steigen und auch die Investitionen kommen nach einer längeren Phase der Zurückhaltung jetzt in Schwung.

Exporte
Die Exporterwartungen der Industrieunternehmen sind nicht mehr ganz so euphorisch wie im Frühjahr, dennoch befinden sich die Ausfuhren weiter im Aufwind. Der Export-Saldo liegt mit +14 Prozentpunkten etwa auf dem Vorjahresniveau (+13 Prozentpunkte). Trotz vieler regionaler Konfliktherde profitieren die Unternehmen von einem Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung und einer damit verbundenen anziehenden Auslandsnachfrage.

Investitionen
Äußerst lebhaft entwickeln sich derzeit die Investitionen. Der anhaltend hohen Nachfrage sowie der zunehmenden Kapazitätsauslastung geschuldet, ziehen sowohl die Ausrüstungs- als auch die Bauinvestitionen kräftig an. Der Saldo der Investitionsplanungen liegt mit +17 Prozentpunkten um 10 Prozentpunkte über dem Vorjahresstand. Abgesehen vom Baugewerbe selbst, steigen die Investitionsabsichten in allen Wirtschaftsbereichen deutlich. Knapp die Hälfte der Firmen plant Ausgaben für notwendige Ersatzbeschaffungen und jeder vierte Betrieb für Kapazitätserweiterungen und für Innovationen.

Personal
Der Personalbedarf der Unternehmen bleibt ebenfalls ausgesprochen hoch. Mit 25 Prozent planen gut dreimal mehr Firmen ihren Personalbestand zu erhöhen, als zu verringern. Damit stehen die Chancen für einen weiteren Beschäftigungszuwachs in der gewerblichen Wirtschaft sehr gut. Aufgrund bereits bestehender Personalengpässe in einigen Branchen verschärft sich jedoch der Wettbewerb um die besten Fachkräfte in der Region weiter.

Risiken
Trotz vieler ungelöster regionaler Konflikte (u.a. Krim, Nahost, Nordkorea) halten sich deren Auswirkungen auf den Welthandel in überschaubaren Grenzen. Die weltweite Wirtschaftsleistung wächst stabil. Insbesondere in Japan und im Euroraum beschleunigte sich zuletzt das Expansionstempo. Auch in China, den USA und vielen Schwellenländern blieb der Konjunkturverlauf günstig. Ebenso hatte die kräftige Aufwertung des Euros bislang kaum negative Auswirkungen auf die Auslandsnachfrage. Dennoch ist die Liste der Unsicherheiten lang. Unter anderem stehen nach wie vor die unabsehbaren Auswirkungen des Brexit sowie protektionistische Tendenzen in verschiedenen Ländern im Raum.

Im Ranking der geschäftlichen Risiken der Unternehmen hat sich indes nichts geändert. In der Auflistung der am häufigsten genannten Risikofaktoren steht, wie schon im Frühjahr, die Entwicklung der Arbeitskosten (inkl. der Lohnkosten) oben an. Auf Rang 2 – mit jedoch deutlich mehr Nennungen als noch vor einem Jahr – liegt der Fachkräftemangel. So konnten viele Firmen in den vergangenen 12 Monaten ihren gestiegenen Personalbedarf nicht mehr zur Zufriedenheit decken. Dementsprechend schnellt der Anteil der Firmen, die ihre offenen Stellen nicht innerhalb von zwei Monaten mit einem qualifizierten Bewerber besetzen konnten, von 32 auf nunmehr 40 Prozent nach oben. Mit deutlichem Abstand folgen im Ranking der Risikofaktoren auf Rang 3 die Entwicklung Inlandsnachfrage und auf den Plätzen 4 bis 6 unverändert die Entwicklung der Energie-, der Rohstoff- sowie der Kraftstoffpreise.

Konjunkturelle Situation in den Landkreisen
Erstmals hat die IHK zu Leipzig gesonderte Ergebnisse für die Landkreise Leipzig und Nordsachsen vorgelegt, die zeigen: Die gesamte Region befindet sich in sehr guter wirtschaftlicher Verfassung.

Im Landkreis Leipzig haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen seit dem Tiefpunkt zur Finanzkrise 2009/2010 kontinuierlich verbessert und erreichen in 2017 jeweils ein Spitzenniveau. Der IHK-Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 137 Punkten nur geringfügig unter der im Frühjahr 2017 erzielten bisherigen Bestmarke von 139 Punkten. An der aktuellen Konjunkturbefragung beteiligten sich im Landkreis Leipzig 166 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen.

Auch im Landkreis Nordsachsen befindet sich die gewerbliche Wirtschaft im Stimmungshoch. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen bewegen sich 2017 auf sehr hohem Niveau. Der IHK-Geschäftsklima-Index liegt mit aktuell 128 Punkten ebenfalls nur knapp unter der bisherigen Bestmarkte vom Jahresbeginn mit 130 Punkten. An der aktuellen Konjunkturbefragung beteiligten sich im Landkreis Nordsachsen 127 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen.

Die detaillierten Konjunkturergebnisse finden Sie online hier: www.leipzig.ihk.de/konjunktur

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Leiter Kommunikation | Öffentlichkeitsarbeit

Jörg Hübner

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