GRW Investitionszuschuss

Hinweis

Die GRW-Förderung wird ab 2022 neu ausgerichtet. Für die Förderperiode 2022 bis 2027 wurde eine Neuordnung der GRW-Fördergebiete vorgenommen, der die EU-Kommission zugestimmt hat ( Link zur sächsischen Fördergebietskulisse (PDF, 129 kB) ). Nachdem seit dem 1. Januar 2022 ein neuer Koordinierungsrahmen gilt, wird aktuell die sächsische Förderrichtlinie RIGA 2022 erarbeitet. Dieser Prozess soll im Mai 2022 abgeschlossen und die Förderrichtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr dann rückwirkend zum 1. Januar 2022 in Kraft gesetzt werden, damit sie als Rechtsgrundlage für Bewilligungen zur Verfügung stehen kann. Änderungen wird es u.a. bezüglich der Festlegung der Fördersätze und einiger Fördervoraussetzungen geben. Wir werden Sie informieren, sobald die neue Richtlinie in Kraft getreten ist.

Für Anträge, die vor dem Inkrafttreten der Richtlinie gestellt sind, ist aufgrund der Änderungen der Rechtsgrundlagen mit der Notwendigkeit der Überarbeitung der Anträge zu rechnen. Im Einzelfall können die Änderungen der Rechtsgrundlagen auch zu einer Verschlechterung der Förderkonditionen führen bzw. eine Förderung ausschließen. Unabhängig davon, können Unternehmen ab Antragseingang bei der SAB auf eigenes Risiko mit dem Investitionsvorhaben beginnen, ohne dass dies Einfluss auf die nach Geltung der neuen Rechtsgrundlagen zu beurteilende Förderfähigkeit des Antrags hat.

Auch nach dem Inkrafttreten der RIGA 2022 können Förderbescheide erst dann erteilt werden, wenn die dafür erforderlichen Haushaltsmittel nach Beschluss des Bundestages zum Bundeshaushalt 2022 zur Verfügung stehen.

Ziel

Mit den Zuwendungen sollen Investitionsanreize zur Schaffung und Sicherung von Dauerarbeitsplätzen gegeben werden, aber auch zur Erhöhung der Tarifbindung und Übernahme von Leiharbeitern. Außerdem werden  Unternehmen bei der Investition in digitale Produktions- und Arbeitsprozesse sowie exportorientierte Unternehmen unterstützt und damit im Wettbewerb gestärkt.

Empfänger

kleine, mittlere und große Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte im Freistaat Sachsen (Branchenausschlüsse beachten!) sowie gemeinnützige außeruniversitäre wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen

Ausgeschlossen sind Unternehmen in Schwierigkeiten und Unternehmen deren Gesellschafter zu mehr als 50 % Banken, Versicherungen, Bund, Land oder Kommunen sind.

Gegenstand der Förderung

Förderfähige Investitionsvorhaben bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind:

  • Errichtungsinvestitionen
  • Erweiterungsinvestitionen
  • Diversifizierung der Produktion in vorher nicht hergestellter Produkte
  • Grundlegende Änderung des Produktionsprozesses
  • Erwerb von unmittelbar mit der Betriebsstätte verbundenen Vermögenswerten, sofern die Betriebsstätte geschlossen wurde oder ohne diesen Erwerb geschlossen worden wäre.

Bei großen Unternehmen:

  • Errichtungsinvestition
  • Diversifizierung der Tätigkeit einer Betriebsstätte
  • Erwerb von unmittelbar mit der Betriebsstätte verbundenen Vermögenswerten, sofern die Betriebsstätte geschlossen wurde oder ohne diesen Erwerb geschlossen worden wäre.
  • Erstinvestition zur Diversifizierung durch Hinzunahme neuer Produkte oder neuer Prozessinnovationen

Folgende Fakten müssen gegeben sein:

  • es müssen neue Dauerarbeitsplätze geschaffen oder bestehende gesichert werden
  • Sitz/Betriebsstätte des Unternehmens in Sachsen
  • Investitionsvolumen von mind. 50.000 € bei Vorhaben in den Landkreisen und 70.000 € bei Vorhaben in den Städten Leipzig, Dresden, Chemnitz
  • Primäreffekt (auf Dauer nicht unwesentliche Erhöhung des Gesamteinkommens eines Wirtschaftsraums)
  • Erfüllen des Arbeitsplatzkriteriums (mind. 10 % mehr Dauerarbeitsplätze nach Abschluss des Investitionsvorhabens) oder Erfüllen des Abschreibungskriteriums (Investitionsbetrag übersteigt mind. 50 % der durchschnittlichen Abschreibung der letzten drei Jahre)
  • Bei Errichtungsinvestitionen oder dem Erwerb einer stillgelegten/von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte gelten Abschreibungs- und Beschäftigtenkriterium als erfüllt.
  • mind. 25 % subventionsfreier Eigenbeitrag zur Finanzierung (bei mind. 10 % Eigenmitteln)
  • Bindung von fünf Jahren nach Abschluss des Vorhabens an Arbeitsplatzziele und Verbleib der geförderten Wirtschaftsgüter
  • Durchfinanzierungsbestätigung der Hausbank

Förderfähig sind (sachkapitalbezogen oder lohnkostenbezogen):

  • die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des zum Vorhaben zählenden Sachanlagevermögens und Wirtschaftsgüter
  • Anschaffungskosten von immateriellen Wirtschaftsgütern, soweit diese aktiviert werden und abschreibungsfähig sind; bei großen Unternehmen nur bis zu einer Höhe von 50 %
  • gemietete oder geleaste Wirtschaftsgüter, wenn sie beim Leasingnehmer aktiviert werden
  • im Falle einer Übernahme die Anschaffungskosten der Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens bis zur Höhe des Marktpreises
  • Lohnkosten, die für neu eingestellte Personen (Dauerarbeitsplatz) während eines Zeitraums von zwei Jahren anfallen.
    Es gelten besondere Kriterien -> Jahresbruttolohnsumme mind. 35.000 € (einschl. Arbeitgeberanteil gesetzlicher Sozialabgaben) ausgehend von einer Vollzeitstelle, förderfähige Jahresbruttolohnsumme max. 70.000 €; Arbeitsplätze müssen entweder mit überdurchschnittliche Qualifikationsanforderung, hohe Wertschöpfung haben oder in einem Bereich mit besonders hohem techn. Innovationspotenzial sein.

Nicht gefördert werden:

  • Grundstückerwerbskosten
  • Investitionen, die der Ersatzbeschaffung dienen
  • Anschaffungskosten für Fahrzeuge
  • gebrauchte Wirtschaftsgüter (Ausnahme bei Bedrohung durch eine Stilllegung oder KMU in der Gründungsphase)
  • geringwertige Wirtschaftsgüter, wenn sie im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben werden
  • Investitionen in nicht betriebsnotwendige Einrichtungen (z. B. Betriebswohnungen)
  • Bauzeitzinsen
  • gemietete und geleaste Wirtschaftsgüter, sofern kein Kauf beabsichtigt ist
  • Wirtschaftsgüter mit Sale-and-Rent-back-Vertrag oder Sale-and-lease-back-Vertrag
  • Investitionen in Energieerzeugungslangen, für die ein Vergütungsanspruch besteht

Art, Umfang und Höhe

Die Gewährung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss bezogen auf die förderfähigen Kosten und in folgende Beihilfehöchstsätze gestaffelt (C-Fördergebiet):

  • Kleine Unternehmen 30 %
  • Mittlere Unternehmen 20 %
  • Große Unternehmen 10 %

Die Beilhilfesätze werden ausgeschöpft, wenn mit dem Vorhaben ein besonderer Struktureffekt erzielt wird. Dies ist der Fall bei:

  • Errichtungsinvestitionen und Erwerb einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte
  • Investitionen bei Schaffung von 10 % neuer Dauerarbeitsplätze
  • Investitionen bei Einhaltung des Abschreibungskriteriums 
  • Investitionen durch gemeinnützige außeruniversitäre wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung
  • Es wird ein Bonus gewährt, wenn bei der Anrechnung der gesicherten Dauerarbeitsplätze ein Tarifvertrag besteht oder tarifgleiche Vergütung bezahlt wird.

Für alle übrigen Investitionsvorhaben gelten folgende Beihilfesätze:

  • Kleine Unternehmen 25 %
  • Mittlere Unternehmen 15 %
  • Große Unternehmen 10 %

Für Investitionen über 50.000.000 € gelten herabgesetzte Beihilfehöchstsätze.

Bei Investitionsvorhaben in den Umweltschutz beträgt der Förderhöchstsatz 45 % der förderfähigen Ausgaben (Mehrausgaben bzw. Ausgaben zur Verbesserung des Umweltschutzes).

Verfahren

Anträge sind direkt bei der Sächsischen Aufbaubank vor Beginn des Vorhabens zu stellen.

Informationen

Weitere Fördervoraussetzungen und Informationen finden Sie auf der Internetseite der SAB.

Sächsische Aufbaubank - Förderbank
Pirnaische Str. 9, 01069 Dresden
Telefon: 0351 4910-4910
E-Mail: servicecenter@sab.sachsen.de

Ansprechpartner in der IHK zu Leipzig sind die Branchenbetreuer.