Magazin wirtschaft 09/2019 der IHK zu Leipzig

Diese Frage kann eindeutig mit „JA“ beantwortet werden. In den kommenden Jahren werden sich die gesellschaftlichen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Prozesse in hoher Dynamik stetig ändern. Themen wie: Der Geprüfte Controller des Unternehmens – eine Investition in die Zukunft? • die weitere internationale Globalisierung der gesamten Wirtschaftsprozesse, • die alle Tätigkeiten durchdringende Digitalisierung innerhalb und zwischen Unternehmen und Institutionen, • die forcierte Automatisierung von Produktions- u. a. Prozessen auf der Grundlage neuester Entwicklungen (z. B. KI), • die wachsende Bedeutung sich beschleunigender Informationspro- zesse verbunden mit Themen wie Datensicherheit und -schutz, • die sich abzeichnende immer weiter erhöhende Ressourcenknappheit im Bereich qualifizierter Arbeitskräfte, • sowie viele weitere aktuelle wirtschaftsbeeinflussende Themen verlangen eine hohe Qualität in den Unternehmensbereichen der wichtigsten Geschäftsprozesse sowie ein umfassendes modernes IT-gestütztes Informati- ons- und Kommunikationssystem. Unternehmenssichernde Aufgaben in den Bereichen Controlling, strategische Planung, Risikominimierung, Entwicklung und Anpassung von Markt- und Produktstrategien nehmen zu und werden manchmal sogar existenziell. Was kann ein Unternehmer tun? Großunternehmen verfügen meist über ausreichend Rücklagen, die Sie in den finanzstarken Jahren mehren konnten und in umsatzschwächeren Zei- ten zum Fortbestand nutzen. Sie besitzen weiterhin Teams, die sich mit die- sen Szenarien auskennen und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Klein-und mittelständischen Unternehmen hingegen gelingt es nur im be- schränkten Maße, sich für schwere Zeiten oder Krisen zu wappnen. Control- ling- Aufgaben in kleinen und mittleren Unternehmen werden, wenn überhaupt realisiert, meist von der Geschäftsleitung bzw. einem Mitarbeiter des Rechnungswesens übernommen. Ein Grund darüber nachzudenken, eigene Mitarbeiter zu Controllern weiterzubilden. Dabei ist die Aufgabenwandlung des „Geprüften Controllers” in den letzten Jahren, vom Kontrolleur der ordnungsgemäß und korrekt verbuchten Ge- schäftszahlen eines Unternehmens zum Fachmann für Unternehmenspro- zesssteuerung , ein klarer Gewinn für jedes Unternehmen. Das „Moderne Controlling” konzentriert sich auf 1. die Steuerung der Wirtschaftlichkeit, Rentabilität sowie Liquidität der Un- ternehmung (operatives Controlling), wobei es andererseits Marktanalysen zur Vorbereitung von Planungen und strategischen Entscheidungen (stra- tegisches Controlling) nutzt. 2. Das Aufdecken von Schwachstellen und die daraus resultierend erarbei- teten Lösungsansätze, die der Geschäftsleitung vorgeschlagen werden, können von existenzieller Bedeutung sein. Der Einsatz von Controllern kann dem Unternehmer helfen, wettbewerbsfä- hig zu werden oder helfen, in schwierigen Zeiten am Markt zu bestehen. Letztendlich kann er Arbeitsplätze sichern oder sogar neu schaffen. Der Lehrgang zumGeprüften Controller startet in der ZAW Leipzig GmbH erst- mals am 24.04.2020. Für Rückfragen steht Ihnen Weiterbildungsmanagerin Petra Schlender gern zur Verfügung. Telefon: 0341 468639-16 Mail: petra.schlender@zaw-leipzig.de www.zaw-leipzig.de ZAW_09_2019.qxp_Layout 1 01.08.19 13:16 Seite 1 Anzeige FEHLEN GEEIGNETER BEWERBER VERSTÄRKT NACHWUCHSENGPASS Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Das untermauern einmal mehr die regionalen Ergebnisse einer bundeswei- ten Unternehmensbefragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Aus- und Weiterbildung. Eine rechtzeitige Berufsorientierung sollte deshalb weiterhin im Fokus stehen. Im Jahr 2018 konnte jedes dritte der an der Befragung teilnehmenden Unter- nehmen im IHK-Bezirk Leipzig nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze mit ge- eigneten Bewerbern besetzen. Haupt- grund dafür ist nach wie vor das Fehlen passender Kandidaten. In 50 Prozent der Fälle lagen den Unternehmen für die an- gebotenen Lehrstellen keine adäquaten Bewerbungen vor (Vorjahr 63 Prozent), in 41 Prozent gab es überhaupt keine Reak- tion auf die ausgeschriebene Stelle (Vor- jahr 31 Prozent). Umso bedeutsamer ist deshalb eine frühzei- tige Berufsorientierung . Die IHK zu Leipzig unterstützt dies beispielsweise durch ihre In- itiative „Unternehmen machen Schule“ oder durch den jährlich stattfindenden „Aktions- tag Lehrstellen“, auf dem sich die künftigen Auszubildenden direkt an den Ständen der Unternehmen über mögliche berufliche Per- spektiven informieren können. Häufig unklare Berufsvorstellungen Dazu passt, dass es 47 Prozent der Unter- nehmen begrüßen würden, wenn die Aus- zubildenden bei Ausbildungsantritt eine realistischere Vorstellung von ihrem künf- tigen Beruf hätten. 39 Prozent der Befrag- ten wünschen sich eine bessere Zusam- menarbeit zwischen Schule und Betrieb, 32 Prozent weniger Unterrichtsausfall in der Berufsschule und 31 Prozent würden kurze Entfernungen zur Berufsschule be- fürworten. Eine adäquate Berufsorientierung an Oberschulen und Gymnasien ist unab- dingbar, um den Jugendlichen die Inhalte und Anforderungen der jeweiligen Ausbil- dung zu vermitteln. Auch die Förderung der Kooperationen zwischen Betrieb und Schule bleibt wichtig. Ausbildungsreife: mangelhaft Bei der Ausbildungsreife heutiger Schul- abgänger stellen 93 Prozent der befrag- ten Unternehmen Defizite fest, allen vo- ran bei der Belastbarkeit (64 Prozent), bei Leistungsbereitschaft und Motivation (61 Prozent) sowie beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen (55 Pro- zent). Lediglich sieben Prozent der Unter- nehmen berichteten über keinerlei Män- gel bei der Ausbildungsreife. Um die Ausbildungsreife der Schulab- gänger zu verbessern, müssen allge- meinbildende Schulen weiterhin gestärkt werden, zum Beispiel durch eine bessere technische Ausstattung und eine ausrei- chende Anzahl gut qualifizierter Lehrer, wodurch sich der Unterrichtsausfall be- grenzen ließe. Bundesweite Befragung zum Thema Aus- und Weiterbildung Warum konnte der Ausbildungsplatz / konnten die Ausbildungsplätze nicht besetzt werden? 0 2 4 6 8 18 10 12 14 16 Andere Gründe Es lagen keine Bewerbungen vor. Der Ausbildungsvertrag wurde durch uns nach Beginn der Ausbildung aufgelöst. Die Ausbildungsverträge wurden von den Auszu- bildenden nach Beginn der Ausbildung aufgelöst. Die Ausbildungsplätze wurden von den Auszubildenden nicht angetreten. Es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor. An der vom 8. bis 31. Mai 2019 vom DIHK durchgeführten Onlinebefragung beteiligten sich im IHK-Bezirk Leipzig 132 Ausbildungsunternehmen (bundesweit: 12 467) Betriebe bieten Nachhilfeprogramme Am häufigsten reagieren die Unterneh- men (51 Prozent) auf die rückläufigen Be- werberzahlen mit der Erschließung neuer Bewerbergruppen, zum Beispiel von Stu- dienabbrechern. Gegen die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger steu- ern 33 Prozent der Unternehmen mit ei- nem eigenen Nachhilfeangebot. Knapp ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) nutzt ausbildungsbegleitende Hilfen der Agen- tur für Arbeit. Etwas weniger als ein Viertel (23 Prozent) gibt an, dass es in ihrem Be- trieb nicht möglich ist, leistungsschwächere Schulabgänger zu fördern und zu integrie- ren. 46 Prozent der Unternehmen passen sich den geringeren Bewerberzahlen an, indem sie Praktikumsplätze anbieten. Die Unternehmen sollten auch weiterhin Angebote für betriebliche Praktika vor- halten, um so möglichst frühzeitig po- tenzielle Auszubildende zu akquirieren und an das Unternehmen zu binden. Ins- besondere langfristige Schülerpraktika im Betrieb können schon im Vorfeld des Ausbildungsbeginns zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Schulabgängern bei- tragen. Die IHK zu Leipzig informiert die Unternehmen aktiv zur Durchführung von Praktika, zum Beispiel bei Betriebsbesu- chen. Praktikumsangebote können auch in die IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk- lehrstellenboerse.de eingestellt werden. Auch die Ausbildung von Geflüchteten bleibt für Unternehmen wichtig. 2018 gaben 13 Prozent der Unternehmen an, Geflüchtete auszubilden. Zudem absol- vieren Geflüchtete bereits in 14 Prozent der Unternehmen ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung. Kontakt in der IHK zu Leipzig: Katja Herrfurt Geschäftsfeldmanagerin Aus- und Weiterbildung Telefon: 0341 1267-1354 E-Mail: herrfurt@leipzig.ihk.de Anzahl der Antworten · 24 · · 25 · wirtschaft wirtschaft September 2019 September 2019 · Mitglieder · · Mitglieder ·

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