Magazin wirtschaft 07/08/2018 der IHK zu Leipzig

Editorial KRISTIAN KIRPAL Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig Die Titelseite dieses Hefts zeigt einen leeren Frachtcontainer als Symbol für einen ins Stocken geratenen Welthandel. Glück- licherweise ist dies derzeit eher die Ausnahme als die Regel. In- ternationale Institutionen wie die Welthandelsorganisation und die Weltbank gehen für dieses Jahr von einer anhaltenden Erho- lung des globalen Handels aus und erwarten ein Wachstum des weltweiten Handelsvolumens. Auch die gerade veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes, wonach das sächsische Exportvolumen im ersten Halbjahr 2018 um ein Prozent gegen- über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen ist, bestä- tigen diese Entwicklung. Gleichwohl wird immer wieder auf die große Unsicherheit der Pro- gnosen verwiesen – vor allem im Zusammenhang mit der Zunahme handelspolitischer Spannungen in vielen Regionen der Welt. Im Zentrum stehen hier der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen den USA und China beziehungsweise dem Iran, aber auch die nach wie vor bestehenden Krisen zwischen Russland und der Ukraine, innerhalb der Türkei sowie im Nahen und Mittleren Osten. Es ist also kein Wunder, dass derzeit viele auslandsaktive Unter- nehmen über wachsende Erschwernisse bei ihren Geschäften rund um den Globus klagen. Der aktuellen Umfrage „Going Inter- national“ des DIHK unter international agierenden Unternehmen zufolge haben 40 Prozent der befragten Firmen in den zurück- liegenden zwölf Monaten eine Zunahme der Handelshemmnisse registriert – neun Prozent mehr als im Vorjahr. (Weitere Umfrage- ergebnisse finden Sie in diesem Heft auf den Seiten 6/7.) Bei den genannten Hindernissen geht es nicht nur um die viel zitierten hö- here Zölle, sondern beispielsweise auch um zusätzliche Zertifizie- rungserfordernisse für Exportgüter, einen erschwerten Zugang zu öffentlichen Aufträgen im Ausland oder um schwer durchschau- bare länderspezifische Sicherheitsanforderungen. Angesichts der Vielfalt der Vorschriften und Bestimmungen, die es im Auslandsgeschäft zu beachten gilt, sind gerade kleinere Unternehmen schnell überfordert. Hier kann die IHK wertvolle Unterstützung geben – sowohl in individuellen Beratungen mit Länderexperten als auch im Rahmen von Veranstaltungen. So findet beispielsweise am 9. Oktober eine gemeinsame Veranstal- tung mit dem Bundesministerium der Finanzen und der General- zolldirektion zum Thema „Brexit und Zoll“ statt, auf der erläutert wird, was passiert, wenn das Vereinigte Königreich ab 30. März 2019 zum zollrechtlichen Drittland wird. Welche außenwirtschaftlichen Dienstleistungen der IHK zu Leipzig ihren Mitgliedsunternehmen darüber hinaus zur Verfügung stellt, erfahren Sie ebenfalls in diesem Heft (Seite 14) und auch im Inter- net unter www.leipzig.ihk.de > Geschäftsfeld International. Trotz aller gegenwärtigen Unsicherheiten bleibt die Erschlie- ßung von Auslandsmärkten nach wie vor lukrativ. Denn Produkte beziehungsweise Dienstleistungen „made in Germany“, die jen- seits der Grenzen marktfähig sind, sorgen auch hierzulande für Wachstum sowie Beschäftigung und sichern damit die Zukunft der Unternehmen. Ihr Kristian Kirpal Trotz globaler Unsicherheiten Auslandsmärkte nicht aus dem Blick verlieren · 1 · Juli/August 2018 wirtschaft

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