Magazin wirtschaft 11/2017 der IHK zu Leipzig

Derzeit zahlen schon 37 Prozent der Händ- ler über elf Cent je Rolle, oft aber auch feste Gebühren pro Jahr und Münzaus- gabe bei ihrer Hausbank. Der durch- schnittliche Rollenpreis liegt bei 36,3 Cent pro Rolle und variiert stark je nach Be- schaffungsquelle. Wertdienstleister bieten in der Regel die geringsten Rollenpreise an, bedienen aber hauptsächlich Großabneh- mer und nicht die kleine Boutique in der Fußgängerzone. Neue Formen der Münz- beschaffung für die Händler sind also ge- fragt – nicht zuletzt auch, damit dem Kun- den im Geschäft die Wahlfreiheit bei der Bezahlungsart erhalten bleibt. Die Leipzi- ger ALVARA Cash Management Group AG hat beispielsweise den ersten freien Markt- platz für Münzgeld im Internet entwickelt. „Unternehmer sind damit grundsätzlich in der Lage, deutschlandweit Wechselgeld zu beziehen. Der ‚kleine Händler‘ ist nicht mehr auf die bestehenden Angebote vor Ort von der Hausbank oder gegebenenfalls dem Wertdienstleister angewiesen. Die Angebote an Münzen direkt vor Ort liegen unter Umständen wesentlich über dem Marktdurchschnitt, weil zum Beispiel kein Münzüberschuss vorhanden ist und die Münzen von einer weit entfernten Bun- desbankfiliale geholt werden müssen. So spart der Händler bei der Münzgeldbe- schaffung“, sagt Bernd Hohlfeld, Vorstand der ALVARA AG. Dazu wurde die gesamte AUF DIGITALEM WEG ZUM WECHSELGELD Wechselgeldbeschaffung vereinheitlicht „Angefangen bei der digitalen Bestellung auf dem MünzMarktplatz, statt zum Bei- spiel ‚auf Zuruf‘ am Bankschalter, über das standardisierte Bezahlverfahren bis hin zur Logistik, die über Versanddienstleister und kostengünstig über Spezialfahrzeuge ab- gewickelt wird“, erklärt Steven Schwarznau, Prokurist und Leiter Softwareentwicklung bei ALVARA. „Der MünzMarktplatz wird auf einem zertifizierten Rechenzentrum betrieben. Das Web-Frontend mit flexiblem Webdesign ermöglicht einen Zugriff vom PC, vom Tablet oder vom Smartphone aus.“ Quer durch Deutschland nutzen auch Spar- kassen in Fürstenfeldbruck, Magdeburg, Eberswalde oder Herford sowie verschie- dene Wertdienstleister den MünzMarkt- platz für ihre Kunden. „Vor demHintergrund, dass jeder Euro Umsatz im Münzbereich bei Banken in der Regel wesentlich höhere Kosten als einen Euro verursacht, ist das auch für Banken eine günstige Alternative. Darüber hinaus ermöglicht der MünzMarkt- platz der Bank auch, bundesweit Dritt- kunden zu bedienen“, erklärt Hohlfeld. Bargeld bleibt (noch) die Nummer eins Im Bargeldmanagement ist Digitalisierung der Schlüssel für Kostensenkung und mehr Kundennähe. So lautete kürzlich auch das Credo der diesjährigen ALVARA INNOVA- TIONSTAGE, die unter dem Motto „Digi- talisierung kennt keine Grenzen – Bargeld- prozesse 2.0“ in Leipzig stattfanden. Der Fachkongress unterstrich einmal mehr, dass der Umsatzanteil mit Bargeld seit Jahren konstant rückläufig und bislang keine Trendwende in Sicht ist. Der Anteil der Barzahlungen vom Umsatz liegt bei 51,3 Prozent und der Anteil der unbaren Zahlungen bei 48,7 Prozent. Dennoch do- miniert laut einer Erhebung des EHI Retail Institute für das Jahr 2016 am Point of Sale das Bargeld noch immer klar mit 77,9 Pro- zent. Zahlungen von Kleinbeträgen bis 20 Euro machen den Hauptanteil der Bar- zahlungen von Verbrauchern im Laden aus. Modernes Bargeldmanagement Noch bezahlt die Hälfte der Händler keine Entgelte bei der Rollenbeschaf- fung ihres Münzgeldes, doch ihre Zahl wächst. Ein Grund dafür ist der Kosten- druck für Bargeld bei den Banken. Was also tun, wenn die Kosten des Münzgeldmanagements für den Händler stetig steigen? Der Fachkongress wurde von einer Hightech-Ausstellung, die Technik zum Anfassen bot, begleitet. · 44 · wirtschaft November 2017 · Service ·

RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTk=