Außenwirtschaftsnachrichten 05/2022

Norafin Industries (Germany) GmbH Firmensitz: Mildenau Gründungsjahr: 1995 www.norafin.com 5 Fragen an ... ... André Lang, seit 1997 Geschäftsführer/Mitgesellschafter der Norafin Industries (Germany) GmbH 1. Seit wann sind Sie im Auslandsgeschäft und in welchen Ländern sind Sie aktiv? Norafin als Vliesstoffhersteller ist bereits seit der Neugründung im Jahr 1995 europaweit tätig. Damals waren drei von fünf Gesellschaftern aus den Niederlanden. Sie brachten ein ausgeprägtes Netzwerk und Erfahrung auf dem europäischen Markt mit. Dies war eine gute Kombination mit dem Produktions- und Technologie-Know-how der Mildenauer Vliesstoffexperten, um europaweit erfolgreich zu agieren. Im Jahr 2000 wurde Norafin in die dänische Jacob Holm Gruppe mit Stammsitz im Elsass integriert. Somit ging die Internationalisierung weiter voran. 2005 expandierte Jacob Holm in die USA und erarbeitete sich den Einstieg auf dem technischen Markt mit Produkten aus verschiedensten Spezialfasern und diversen Materialstrukturen. Das war auch für Norafin der Einstieg als Nischenplayer und der Beginn der Produktion von Vliesstoffen für Feuerwehrschutzbekleidung. In Mildenau produzierte Vliesstoffe werden seitdem in die USA, für Schutzbekleidung amerikanischer Feuerwehrleute, geliefert. Mittlerweile hat Norafin Kunden in 30 Ländern, geführt von den Exportländern Niederlanden, USA, Belgien und Frankreich. 2. Haben Sie den internationalen Einstieg geplant und wie sind Sie vorgegangen? Von Anfang an war dem Management klar, dass Norafin nicht ausschließlich vom deutschen Kundenbedarf existieren kann. 80 Prozent des Umsatzes wird mit internationalen Kunden generiert, auch das meiste Umsatzwachstum wurde in den vergangenen Jahren durch Auslandsgeschäfte erzielt. 3. Worauf führen Sie Ihren Erfolg zurück? Unsere Erfolgsfaktoren sind: Offenheit, Neugierde und Innovationsfreude. Wir haben zusammen mit unseren Kunden immer wieder aktiv neue Herausforderungen gesucht. Zum Thema interkulturelle Zusammenarbeit konnten wir in den vergangenen Jahren einiges lernen. Es gab Zeiten, da hatte Norafin ein französisches Mutterunternehmen, das Management in der Schweiz und einen dänischen Geschäftsführer. Für die Mitarbeiter bieten wir seit vielen Jahren Englischsprachkurse und haben auch einige Kollegen mit Auslandserfahrung unter uns. Als weiteren Faktor sehen wir unser Durchhaltevermögen, welches wir zum Beispiel bei Qualifizierungen unserer Vliesstoffe beim Einsatz in Schutzbekleidung unter Beweis stellen mussten. 4. Welche Herausforderungen haben Sie bewältigt und welche sehen Sie aktuell im Auslandsgeschäft? Eine der größten Herausforderungen war der Aufbau eines zweiten Produktionsstandortes in den USA, der heute den nordamerikanischen Markt beliefert. Um Währungsrisiken zu minimieren, hat unser Team mittlerweile viel Erfahrung, z. B. im Hedging von Währungsrisiken. Aktuell fordern uns die Themen Logistik und Energie heraus. Beispielsweise ist die Koordinierung einer Faserlieferung von Japan in die USA mit hohem Aufwand verbunden. Neben den eingeschränkten globalen Lieferketten ist unsere Wasserstrahltechnik sehr energieintensiv, und 90 Prozent unserer Produkte sind an Gas gebunden. 5. Was empfehlen Sie Export- Einsteigern? Aus unserer Sicht ist eine offene Haltung gegenüber Neuem ganz wichtig und man sollte sich bewusst auf das Land und die Gepflogenheiten der Menschen einstellen. Foto: Norafin Industries (Germany) GmbH André Lang Fotos: Norafin Industries (Germany) GmbH 23 Außenwirtschaftsnachrichten 05/2022 Sächsische Unternehmer in der Welt

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