Außenwirtschaftsnachrichten 01-02/2019

3 Außenwirtschaftsnachrichten 01-02/2019 Länder und Märkte Innerhalb des verarbeitenden Gewer- bes hat sich in den letzten Jahren die Nahrungsmittelproduktion zum wich- tigsten Zweig entwickelt. Nahrungsmit- tel und Getränke standen 2017 für fast 46 Prozent des Gesamt-Outputs im ver- arbeitenden Sektor. Nächstgrößerer Be- reich ist die Veredelung von Steinkohle, gefolgt von der Herstellung von Textili- en und Bekleidungsartikeln. Speziell die hochwertige Kaschmirwolle verarbeiten mongolische Firmen auch zu Beklei- dungsartikeln. Im Dienstleistungssektor kommt die größte Bedeutung dem Groß- und Ein- zelhandel zu. Dieser stand laut Angaben des nationalen Statistikamtes 2017 für gut ein Drittel aller servicebezogenen Umsätze. Mit knapp 32.000 Unterneh- men gingen nahezu vier von zehn Fir- men, die in der Mongolei offiziell als ak- tiv registriert waren, Handelsaktivitäten nach. Als Hauptumsatzträger des Bergbaus gelten der Abbau von metallischen Er- zen und die Kohleerzeugung. Von den aktuell knapp 3.300 erteilten Genehmi- gungen zu Abbau und Erkundung lagen etwa 80 Prozent bei mongolischen Ak- teuren. Chinesische Unternehmen hiel- ten etwa die Hälfte der an Ausländer vergebenen Lizenzen. Ulan-Bator ist das unbestrittene Zen- trum des Landes in wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht. Die Einwohnerzahl von 1,5 Mio. entsprach 2017 immerhin 46 Prozent der Ge- samtbevölkerung. Die Hauptstadt trägt seit Jahren jeweils knapp zwei Drittel zur Entstehung des landesweiten BIP bei. Im Jahr 2017 entfielen 93 Pro- zent der offiziell erfassten Umsätze im mongolischen Groß- und Einzelhandel auf Ulan-Bator. Vor allem dank der fortschreitenden Er- schließung neuer Rohstoffvorkommen werden bisher wenig relevante Regi- onen wirtschaftlich bedeutsamer. So etwa der südliche Aimag Ömno-Gobi, wo die großen Lagerstätten Ojuu Tol- goi und Tavan Tolgoi liegen. Stärker in den Fokus rückt zudem der angrenzen- de Aimag Dorno-Gobi. Dessen Hauptort Sainschand wird Eisenbahnknotenpunkt einer bereits bestehenden Nord-Süd- mit einer geplanten Ost-West-Trasse. GTAI Die Mongolei hatte sich Anfang der 1990er Jahre als Folge der Umwälzun- gen in der Sowjetunion und in anderen „Bruderstaaten“ Mittel- und Osteuro- pas neu aufstellen müssen. Das Brut- toinlandsprodukt (BIP) gab zwei Jahre in Folge jeweils annähernd ein Zehntel an Wert ab. Der eingeschlagene Kurs, verstärkt den privaten Sektor und aus- ländische Engagements zu fördern, trug ab etwa 1994 erste Früchte. Seither wechselten sich in der wirt- schaftlichen Entwicklung des flächen- mäßig zweitgrößten Binnenstaats der Welt Phasen mit ausgesprochen tem- poreichen Aufschwüngen und solche mit Stagnation oder gar nachgeben- dem BIP ab. Die Wirtschaft ist anfällig gegenüber externen Faktoren wie in erster Linie der Preisentwicklung bei Rohstoffen. Auch haben klimatische Extreme Einfluss auf das Vorankommen des Landes. Rückgrat der Wirtschaft ist der Berg- bau. Sein Beitrag zum BIP hat sich zwischen 2000 und 2017 auf über ein Fünftel verdoppelt. Laut IWF verfügt das Land über Rohstoffvorkommen im Wert von bis zu drei Billionen US-Dollar. Entscheidend für weitere Fortschritte ist die Entwicklung der Rohstoffprei- se und Investitionen, allen voran in die Großprojekte Ojuu Tolgoi (Kupfer/Gold) und Tavan Tolgoi (Kohle). Parallel zum Aufstieg des Bergbaus nahm der Beitrag der Landwirtschaft zum BIP ab: Mit gut zehn Prozent ent- sprach dieser 2017 nur noch knapp einem Drittel des Niveaus von 2000. Der Agrarsektor ist mit 30 Prozent al- ler Beschäftigten aber weiterhin wich- tigster Arbeitgeber vor dem Groß- und Einzelhandel mit 15 Prozent. Diese Sparte ist gleichzeitig Hauptstütze des Dienstleistungsbereichs. Nach dem Bereich Bildung folgt als viert- größter Arbeitgeber das verarbeitende Gewerbe. Mongolei: Dreh- und Angelpunkt ist Ulan-Bator Länderberatungstag Mongolei sowie Länderberatungstag Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan) Datum: 27. März 2019 Ort: IHK in Chemnitz Einzelgespräche von ca. 45 Minuten Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1991 in der Mongolei vertreten, seit 1998 mit einem Büro in Ulan-Bator. Landesdirek- tor Daniel Passon beantwortet Fragen zu Geschäften in der Mongolei. Für die Länder Zentralasiens steht ein Experte der Deutschen Auslandshandels- kammer (AHK) als Gesprächspartner zur Verfügung. Anmeldung: Birgit Voigt, Tel.: 0371 6900-1242, E-Mail: birgit.voigt@chemnitz.ihk.de Veranstaltungstipp

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